Twitter hat mein Blog gekillt

Erschreckend, aber wahr: das Meiste, was mir blogwürdig scheint, lässt sich auch in 140 Zeichen auf den Punkt bringen. Oft sogar besser als in ausufernden, langatmigen … seht ihr, es fängt schon wieder an *g* … Blogeinträgen.

Twitter zwingt einen, Sachverhalte kurz und prägnant rüberzubringen. Grad für mich eine Herausforderung, die ich sehr gerne angenommen habe :-)

Natürlich wird es immer noch die Geschichten geben, für die ich mein Blog ursprünglich eingerichtet habe. Dinge, die mich beschäftigen, berühren, irritieren, die nicht schon tausendfach in anderen Blogs durchgekaut und neu verdaut wurden und die sich beim besten Willen nicht in eine SMS quetschen lassen. Für die wird auch weiterhin hier Platz sein.

Alles Andere hier: http://twitter.com/bassena
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Aggressives Betteln ist in Wien verboten, dachte ich

Da hab ich mich schon gewundert, als ich gestern vom Turek Modeshop so runter auf das Treiben in der Mariahilfer Straße blickte. Naja, „Treibjagd“ hätt’s wohl besser getroffen, was die Spendenkeiler einer bekannten Non-Profit-Organisation da auf ihrer Provisionsjagd aufgeführt haben:

Flash-Player herunterladen
[Youtube-Video]

Youtube-Video: Spendenkeiler auf Provisionsjagd in der Wiener Mariahilfer Straße

Dafür hab ich übrigens gar nicht lange filmen müssen. Das alles hat sich gestern zwischen 16:35 und 16:38 Uhr abgespielt – innerhalb von knapp vier Minuten also.

Ich versteh’s echt nicht: wie passen solche Methoden ausgerechnet zu jenen, die sonst immer so schnell sind, mit dem moralischen Zeigefinger…?



Historische Zeitungen zur Bankenkrise

Manchmal lohnt es sich, in alten Zeitungen zu stöbern. Dankenswerterweise scannt die Österreichische Nationalbibliothek bereits seit 2003 historische Zeitschriften ein und stellt sie in einem stetig wachsenden Archiv auf „ANNO“ (Austrian Newspapers Online) öffentlich zum Abruf bereit.

Leider sind die Texte noch nicht durchsuchbar, daher hier mal so zwei Beispiele – aus gegebenem Anlass sozusagen:

Schutz für die Zentralbank Deutscher Sparkassen

Die Regierungsaktion im Gange.

Neue Freie Presse, 1. Juli 1926 (Quelle: ANNO/ÖNB)

Es ist kein sehr angenehmes Geschäft, immerdar als Beschwichtigungshofrat anzurücken. Die Rolle des Alarmisten ist weitaus dankbarer, denn in Österreich ist es ja schon zu einer Art Gesellschaftsspiel geworden, den Pessimismus in allen Variationen: Schwarz, Schwärzer und am Schwärzesten zur Schau zu tragen. […] [Aber] diesmal muß doch die Beschwichtigung ganz ernst gefordert werden und die Regierung hat erkannt, die Quelle der Gerüchte müsse verstopft werden und gleich von Anfang an dürfe kein Zweifel obwalten über den Schutz der Einleger, über die Verteidigung des Vertrauens und über die Gewißheit der ökonomischen Kampfkraft. Was ist das Wesen der Zentralbank Deutscher Sparkassen? Sie ist eine Art Dachgesellschaft für die meisten großen Sparkassen von Österreich. Sie steht insbesonders mit Graz, Salzburg und Niederösterreich in der innigsten Verbindung, und wenn erst einmal diese kleinen Leute in Bewegung kommen, wenn man bis aufs Land hinaus die Furcht erwecken würde wegen der Sicherheit der hinterlegten Gelder, dann Gnade uns Gott, dann müßte eine neue Periode wirtschaftlicher Krise beginnen durch die Lähmung der kleinen und kleinsten Zellen, durch die Schädigung jener Kapillargefäße, die für den Gesamtorganismus genau dieselbe Wichtigkeit besitzen wie die großen Arterien.

Eine solche Krise wird nicht erfolgen. Die Bundesregierung übernimmt nach dem amtlichen Communiqué die Vorsorge für die Sicherung der Einlagen, das bedeutet eine förmliche Haftung, und sie hat zu gleicher Zeit den naturgemäßen Schutz aus dieser Verpflichtung gezogen, indem sie den Oberkurator der Niederösterreichischen Hypothekenanstalt, Herrn Streeruwitz, damit beauftragt, die Aktion zum Schutze der Einleger durchzuführen. Es ist also beinahe eine Verstaatlichung, die hier ganz plötzlich ins Leben tritt, es ist jedenfalls das Äußerste, was ein Ministerium für ein Privatinstitut zu leisten vermag, und so wird heute das ganze Publikum erfahren, ein Sturm auf die Schalter wäre ganz unberechtigt und genügende Mittel sind vorhanden, um ihm die Spitze zu bieten. […]

— Neue Freie Presse1) am 1. Juli 1926 (Quelle)

 

Wirkungen der Krise

Die Kreditanstalt muß vom Staat gestützt werden.

Das Kleine Blatt, 12. Mai 1931 (Quelle: ANNO/ÖNB)

Die wachsende Wirtschaftskrise hat nun auch die größte österreichische Bank, die Kreditanstalt, in solch schwierige Lage gebracht, daß sich die Regierung gezwungen sah, sie mit der gewaltigen Summe von einhundert Millionen Schilling zu stützen. Der Staat übernimmt um 100 Millionen Schilling Aktien dieser Bank und sichert dadurch diese Bank von den weiteren Gefahren.

Diese Gefahren hätten nicht allein dem Hause Rothschild gedroht, welches Haupteigentümer der Kreditanstalt ist. Denn die Kreditanstalt finanziert nicht weniger als siebzig Prozent der ganzen österreichischen Industrie, und der gute Teil der Industrie, die da noch ist, beruht vielfach darauf, daß die Betriebe der Kreditanstalt fortgeführt werden. Eine Erschütterung der Kreditanstalt hätte auf das ganze österreichische Wirtschaftsleben wie ein Orkan gewirkt. Es war also ganz gewiß ein unabweisliches Gebot der Not, alles zu unternehmen, um diese Gefahren zu bannen.

Was sich da aber zugetragen hat, ist von allergrößter Bedeutung. Rothschild, das war der ungekrönte König Österreichs. Die Kreditanstalt, an deren Spitze er steht, beherrscht, wie schon bemerkt, nicht allein siebzig Prozent der österreichischen Industrie, sondern durch seine großen Banken in Prag, Budapest und Warschau große Teile der Industrien des alten österreichisch-ungarischen Wirtschaftsgebietes. Seit anderthalb Jahrhunderten war es so, daß jedwelche Regierung in Österreich, die Geld bedurfte, sich an Rothschild wenden musste; es ist das erstemal in der Geschichte des Hauses Rothschild, daß sich dieser Finanzkönig an die Regierung um Hilfe wenden muß, daß Staatsgelder, Steuergelder aufgeboten werden müssen, um eine Rothschildbank zu stützen, damit die ganze Wirtschaft nicht erschüttert werde.

Rothschild, die Kreditanstalt, ist freilich nur ein Glied in dieser Kette. Was sind da Staatsgelder zur Sanierung österreichischer Banken verpulvert worden! Von der Zentralbank der deutschen Sparkassen mit ihrem Schwarm von Winkelbanken über die Unionbank und Bodenkreditanstalt bis zur Kreditanstalt führt eine Linie. Nichts vermag anschaulicher das völlige Versagen des Kapitalismus zu erweisen, der in den Banken seine höchste Entwicklungsform gefunden hat, als diese endlose Kette der Bankenzusammenbrüche, die von hunderttausenden Arbeitern und Angestellten mit Arbeitslosigkeit und Hunger, die von der ganzen Bevölkerung mit vermehrten Steuern bezahlt werden mußten. Die Banken beherrschen das ganze Wirtschaftsleben, aber sie verstehen es nicht mehr zu führen. Und am Ende muß der Staat mit seinen öffentlichen Mitteln einspringen, muß die Banken stützen, muß für die Fehler und die Spekulationen ihrer Generaldirektoren aufkommen, um das größere Übel einer Wirtschaftszerrüttung zu verhüten. Der Kapitalismus ist am Ende seiner Weisheit. Er ist außerstande, die Menschen mit Arbeit und Nahrung zu versorgen, er ist außerstande, die Produktion überhaupt auch nur fortzuführen. Er wankt von Krise zu Krise, schleudert die Menschen in immer tiefere Not und muss am Ende selbst bei der staatlichen Gemeinschaft Hilfe in seiner Not heischen, die er beherrscht und ausbeutet. Was bleibt dann von seiner vielgepriesenen Wirksamkeit übrig? Die Zeit des Sterbens der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist gekommen. Der Krampf, unter dem sich der Kapitalismus windet, ist der Todeskrampf einer Wirtschaftsordnung, die ihre Tage erfüllt hat.

— Das kleine Blatt2) am 12. Mai 1931 (Quelle)

 

Und da heißt es immer, nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern…

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  1. Neue Freie Presse – heute: „Die Presse“ [↑]
  2. Das Kleine Blatt – Sozialistisches Kleinformat, ähnliche Ausrichtung wie Arbeiterzeitung „AZ“, aber volksnäher im Schreibstil [↑]


Beten mit Radio Horeb

Passt grad so schön, weil heut Sonntag war: Ein Gebetsdialog zwischen Radiosprecher und Anruferin auf dem katholischen Radiosender „Horeb“…

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


(Play-Button drücken oder MP3 direkt runterladen)

Für Interessierte: Es handelt sich wohl um den sogenannten „gnadenreichen Wundenrosenkranz“.  Leider habe ich den Aufnahmeknopf erst ca. zur Halbzeit gedrückt. Aber laut Programm dürften sie Ähnliches ohnehin mehrmals pro Tag senden.

Der meditative Charakter des stillen Rosenkranzgebets wollte sich mir hier ja nicht so recht erschließen, aber da fehlt mir wohl einfach nur der richtige Zugang…

PS: Ich hab grad eine tolle Idee für eine 0190er-Mehrwertnummer – ihr wisst schon, diese Abzockgeschichten, wo’s nur drum geht, die Anrufer möglichst lange in der Leitung zu halten. Könnte man mit etwas Geschick vielleicht sogar automatisieren ;-)



Endlich! Mein Handy strahlt nicht mehr!

Aus meiner beliebten Deppentest-Reihe…

Was seh ich denn da, in der Auslage der Trafik meines geringsten Vertrauens?

Was seh ich denn da, in der Auslage der Trafik meines geringsten Vertrauens?

Das schauen wir uns doch mal genauer an…

Endlich! Mein Handy STRAHLT NICHT MEHR!!!

Schützen auch Sie sich vor gefährlicher Handy-Strahlung und Elektro-Smog!

 

Das schauen wir uns doch mal genauer an…

Der erste Chip, den ich kenne, der sich nach einem Jahr selbst zerstört. Hat was von Mission Impossible…

Mit dem chip energy life haben Sie um nur € 7,– 1 Jahr lang einen Schutz vor Handy-Strahlen.

 

Der erste Chip, den ich kenne, der sich nach einem Jahr selbst zerstört. Hat was von Mission Impossible…

Fernbedienungen, die unterschätzte Strahlengefahr in jedem Haushalt. Schützen Sie sich jetzt, für nur 7 EUR pro Jahr!

Geeignet für:

  • Handy
  • Schnurlostelefon
  • Babyphon
  • Navigationsgerät
  • Computer
  • Laptop
  • Bildschirm
  • TV-Gerät
  • SAT-Schüssel
  • Radio
  • FAX
  • Kopierer
  • Fernbedienung
  • Mikrowelle

 

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Ach was, doppelt hält besser:

Ach was, doppelt hält besser: machen wir 14 EUR!

So wird der Energy life Chip am Handy angebracht:

WICHTIG Pro Handy 2 Chip! [sic!]

1. Chip: Innenseite des Akkus
2. Chip: Rückseite des Handys

 

Und wie … äh … „funktioniert“ das Ganze?

Und so … äh … ‚funktioniert‘ das Ganze

Natürliche Schwingungsinformationen werden mittels Informations-Bio-Laser (IBL) auf den Chip gespeichert (vergleichbar mit CD-Brenner). Dies bewirkt, dass die schädliche Handy-Strahlung repolarisiert wird (von negativ auf positiv). Jetzt kann die Energie wieder normal fließen.

 

Ah ja.