Archiv für die Kategorie ‘Wirtschaftliches’

Historische Zeitungen zur Bankenkrise

Donnerstag, 12. März 2009

Manchmal lohnt es sich, in alten Zeitungen zu stöbern. Dankenswerterweise scannt die Österreichische Nationalbibliothek bereits seit 2003 historische Zeitschriften ein und stellt sie in einem stetig wachsenden Archiv auf „ANNO“ (Austrian Newspapers Online) öffentlich zum Abruf bereit.

Leider sind die Texte noch nicht durchsuchbar, daher hier mal so zwei Beispiele – aus gegebenem Anlass sozusagen:

Schutz für die Zentralbank Deutscher Sparkassen

Die Regierungsaktion im Gange.

Neue Freie Presse, 1. Juli 1926 (Quelle: ANNO/ÖNB)

Es ist kein sehr angenehmes Geschäft, immerdar als Beschwichtigungshofrat anzurücken. Die Rolle des Alarmisten ist weitaus dankbarer, denn in Österreich ist es ja schon zu einer Art Gesellschaftsspiel geworden, den Pessimismus in allen Variationen: Schwarz, Schwärzer und am Schwärzesten zur Schau zu tragen. […] [Aber] diesmal muß doch die Beschwichtigung ganz ernst gefordert werden und die Regierung hat erkannt, die Quelle der Gerüchte müsse verstopft werden und gleich von Anfang an dürfe kein Zweifel obwalten über den Schutz der Einleger, über die Verteidigung des Vertrauens und über die Gewißheit der ökonomischen Kampfkraft. Was ist das Wesen der Zentralbank Deutscher Sparkassen? Sie ist eine Art Dachgesellschaft für die meisten großen Sparkassen von Österreich. Sie steht insbesonders mit Graz, Salzburg und Niederösterreich in der innigsten Verbindung, und wenn erst einmal diese kleinen Leute in Bewegung kommen, wenn man bis aufs Land hinaus die Furcht erwecken würde wegen der Sicherheit der hinterlegten Gelder, dann Gnade uns Gott, dann müßte eine neue Periode wirtschaftlicher Krise beginnen durch die Lähmung der kleinen und kleinsten Zellen, durch die Schädigung jener Kapillargefäße, die für den Gesamtorganismus genau dieselbe Wichtigkeit besitzen wie die großen Arterien.

Eine solche Krise wird nicht erfolgen. Die Bundesregierung übernimmt nach dem amtlichen Communiqué die Vorsorge für die Sicherung der Einlagen, das bedeutet eine förmliche Haftung, und sie hat zu gleicher Zeit den naturgemäßen Schutz aus dieser Verpflichtung gezogen, indem sie den Oberkurator der Niederösterreichischen Hypothekenanstalt, Herrn Streeruwitz, damit beauftragt, die Aktion zum Schutze der Einleger durchzuführen. Es ist also beinahe eine Verstaatlichung, die hier ganz plötzlich ins Leben tritt, es ist jedenfalls das Äußerste, was ein Ministerium für ein Privatinstitut zu leisten vermag, und so wird heute das ganze Publikum erfahren, ein Sturm auf die Schalter wäre ganz unberechtigt und genügende Mittel sind vorhanden, um ihm die Spitze zu bieten. […]

— Neue Freie Presse1) am 1. Juli 1926 (Quelle)

 

Wirkungen der Krise

Die Kreditanstalt muß vom Staat gestützt werden.

Das Kleine Blatt, 12. Mai 1931 (Quelle: ANNO/ÖNB)

Die wachsende Wirtschaftskrise hat nun auch die größte österreichische Bank, die Kreditanstalt, in solch schwierige Lage gebracht, daß sich die Regierung gezwungen sah, sie mit der gewaltigen Summe von einhundert Millionen Schilling zu stützen. Der Staat übernimmt um 100 Millionen Schilling Aktien dieser Bank und sichert dadurch diese Bank von den weiteren Gefahren.

Diese Gefahren hätten nicht allein dem Hause Rothschild gedroht, welches Haupteigentümer der Kreditanstalt ist. Denn die Kreditanstalt finanziert nicht weniger als siebzig Prozent der ganzen österreichischen Industrie, und der gute Teil der Industrie, die da noch ist, beruht vielfach darauf, daß die Betriebe der Kreditanstalt fortgeführt werden. Eine Erschütterung der Kreditanstalt hätte auf das ganze österreichische Wirtschaftsleben wie ein Orkan gewirkt. Es war also ganz gewiß ein unabweisliches Gebot der Not, alles zu unternehmen, um diese Gefahren zu bannen.

Was sich da aber zugetragen hat, ist von allergrößter Bedeutung. Rothschild, das war der ungekrönte König Österreichs. Die Kreditanstalt, an deren Spitze er steht, beherrscht, wie schon bemerkt, nicht allein siebzig Prozent der österreichischen Industrie, sondern durch seine großen Banken in Prag, Budapest und Warschau große Teile der Industrien des alten österreichisch-ungarischen Wirtschaftsgebietes. Seit anderthalb Jahrhunderten war es so, daß jedwelche Regierung in Österreich, die Geld bedurfte, sich an Rothschild wenden musste; es ist das erstemal in der Geschichte des Hauses Rothschild, daß sich dieser Finanzkönig an die Regierung um Hilfe wenden muß, daß Staatsgelder, Steuergelder aufgeboten werden müssen, um eine Rothschildbank zu stützen, damit die ganze Wirtschaft nicht erschüttert werde.

Rothschild, die Kreditanstalt, ist freilich nur ein Glied in dieser Kette. Was sind da Staatsgelder zur Sanierung österreichischer Banken verpulvert worden! Von der Zentralbank der deutschen Sparkassen mit ihrem Schwarm von Winkelbanken über die Unionbank und Bodenkreditanstalt bis zur Kreditanstalt führt eine Linie. Nichts vermag anschaulicher das völlige Versagen des Kapitalismus zu erweisen, der in den Banken seine höchste Entwicklungsform gefunden hat, als diese endlose Kette der Bankenzusammenbrüche, die von hunderttausenden Arbeitern und Angestellten mit Arbeitslosigkeit und Hunger, die von der ganzen Bevölkerung mit vermehrten Steuern bezahlt werden mußten. Die Banken beherrschen das ganze Wirtschaftsleben, aber sie verstehen es nicht mehr zu führen. Und am Ende muß der Staat mit seinen öffentlichen Mitteln einspringen, muß die Banken stützen, muß für die Fehler und die Spekulationen ihrer Generaldirektoren aufkommen, um das größere Übel einer Wirtschaftszerrüttung zu verhüten. Der Kapitalismus ist am Ende seiner Weisheit. Er ist außerstande, die Menschen mit Arbeit und Nahrung zu versorgen, er ist außerstande, die Produktion überhaupt auch nur fortzuführen. Er wankt von Krise zu Krise, schleudert die Menschen in immer tiefere Not und muss am Ende selbst bei der staatlichen Gemeinschaft Hilfe in seiner Not heischen, die er beherrscht und ausbeutet. Was bleibt dann von seiner vielgepriesenen Wirksamkeit übrig? Die Zeit des Sterbens der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist gekommen. Der Krampf, unter dem sich der Kapitalismus windet, ist der Todeskrampf einer Wirtschaftsordnung, die ihre Tage erfüllt hat.

— Das kleine Blatt2) am 12. Mai 1931 (Quelle)

 

Und da heißt es immer, nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern…

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  1. Neue Freie Presse – heute: „Die Presse“ [↑]
  2. Das Kleine Blatt – Sozialistisches Kleinformat, ähnliche Ausrichtung wie Arbeiterzeitung „AZ“, aber volksnäher im Schreibstil [↑]

Meine Bank ist schlechter versichert als mein Auto

Samstag, 13. Dezember 2008

Mit drei Millionen Euro, freiwillig oft mit zehn und mehr Millionen, ist jeder Autofahrer gegen Gefahren versichert, die von seinem KFZ ausgehen. Banken haften für ihre Online-Banking-Systeme nicht mal mit einem Bruchteil, wenn überhaupt…

Die Auto-Haftpflicht kann auch schlagend werden, wenn den Halter keine Schuld an einem Unfall trifft. Die Betriebsgefahr alleine – also die bloße Existenz im Straßenverkehr – kann manchmal schon reichen.1)

Anderes Thema: Online-Banking

Im Zahlungsverkehr geht’s zwar nicht unmittelbar um Leib und Leben, aber es kann auch so einiges schief gehen, ohne dass die Bank ursächlich ein Verschulden treffen muss. Vielleicht war ein Hacker auch einfach mal nur zu gut.

Man darf davon ausgehen, dass für einen solchen Fall ähnliche Vorkehrungen getroffen wurden, wie beim Auto. Denn auch hier birgt das bloße Zur-Verfügung-Stellen eines technischen Systems ein erhebliches Betriebsrisiko in sich. Und natürlich geht’s bei Banken recht schnell um ganz andere Summen, wie wir nicht erst seit jüngster Vergangenheit wissen.

Also raten wir mal

Wie hoch wird hier die Haftung sein? Fünf Millionen? Zehn Millionen? 50…?

Weit gefehlt. Gerade mal zwei Millionen sind’s bei meiner Sparkasse.2) Okay, für mein Konto sollte das gerade reichen. Dummerweise ist das aber die maximale Gesamthaftungssumme für alle Geschädigten. Der einzelne Kunde wird bis maximal 20.000 EUR entschädigt. Und: „Übersteigt der Gesamtschaden die Höchstgrenze, so verringern sich die Ersatzansprüche der einzelnen Geschädigten anteilsmäßig.“

Wer bietet weniger?

Und da hab ich’s noch gut erwischt. Bei der Raiffeisenbank Salzburg3) und der Volksbank4) (die ihre AGB schön voneinander abgeschrieben haben) sind’s gerade mal läppische 100.000 Euro für den Gesamtschaden und 5.000 pro Konto. Aber auch nur, wenn der Schaden nicht „durch einen Dritten“ verursacht wurde. Geht man hier also bei bankfremden Hackern generell leer aus?

Immer noch zuviel?

Den absoluten Vogel schießt aber die Hypo OÖ ab. Bei der kriegt man ganz unmissverständlich5) genau 0 (in Worten: Null) Euro, wenn ein Hacker das Konto leer räumt. Lapidar heißt es dort: „Für den […] aus – auch rechtswidrigen – Eingriffen […] entstehenden Schaden haftet die Bank nicht“.

Und um dem die Krone aufzusetzen, schließt sie gleich auch noch bei leichter Fahrlässigkeit die Haftung aus. Fahrlässigkeit auf Seiten der Bank, versteht sich.

Selber schuld

Und soll jetzt keiner sagen, der Eintritt eines solchen Schadens sei eh total unwahrscheinlich. Warum wird er dann in den Bedingungen auf den Euro genau abgehandelt? Und warum werden dann nicht einfach viel höhere Haftungssummen angeboten, wenn die Banken eh in ihre Systeme vertrauen?

Echt, ein bissi blöd sind wir schon alle miteinand, dass wir uns das bieten lassen.

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  1. Wenn zB das geparkte Auto abbrennt und dabei den LKW nebenan mit anzündet. [↑]
  2. Sparkasse
    6) Haftung des Kunden: […] Haftet das Kreditinstitut für Schäden, die einem Kunden durch einen Fehler in Einrichtungen des Kreditinstitutes zur automatisierten Datenverarbeitung verursacht wurden, ohne dass ein vom Kreditinstitut zu vertretendes Verschulden vorliegt, [sprich: die Bank hat nach dem Stand der Technik nichts falsch gemacht, aber am Konto fehlt jetzt trotzdem Geld] so ist diese Haftung pro schädigendem Ereignis gegenüber jedem einzelnen Kunden zu höchstens EUR 20.000 und überdies insgesamt gegenüber allen Kunden auf höchstens EUR 2.000.000 beschränkt. Übersteigt der Gesamtschaden die Höchstgrenze, so verringern sich die Ersatzansprüche der einzelnen Geschädigten anteilsmäßig. (Quelle) [↑]
  3. Raiffeisenbank Salzburg
    9. Haftung der Raiffeisenbank: Sollte die Raiffeisenbank für Schäden haften, die durch einen Fehler in den Einrichtungen der Raiffeisenbank zur automatisierten Datenverarbeitung verursacht wurden, ohne dass ein von der Raiffeisenbank zu vertretendes Verschulden vorläge, so ist diese Haftung pro schädigendem Ereignis und geschädigtem Kontoinhaber auf EUR 5.000,00 und überdies insgesamt gegenüber allen Kunden auf höchstens EUR 100.000,00 begrenzt. Die Raiffeisenbank trifft jedenfalls keine Haftung, wenn der Schaden durch einen unabhängigen Dritten oder sonst durch ein unabwendbares Ereignis verursacht wurde, das weder auf einen Fehler in der Beschaffenheit noch auf einem Versagen der Mittel der automationsunterstützten Datenverarbeitung der Raiffeisenbank beruht. (Quelle) [↑]
  4. Volksbank
    Haftung: […] Sollte die Bank für Schäden haften, die durch einen Fehler in ihren Einrichtungen zur automatisierten Datenverarbeitung verursacht wurden, ohne dass ein von ihr zu vertretendes Verschulden vorliegt, so ist diese Haftung pro schädigendem Ereignis und geschädigtem Kontoinhaber auf EUR 5.000,00 und überdies insgesamt gegenüber allen Kunden auf höchstens EUR 100.000,00 begrenzt. Die Bank trifft jedoch keinesfalls eine Haftung, wenn der Schaden durch einen Dritten oder durch ein unabwendbares Ereignis verursacht wurde, das weder auf einem Fehler in der Beschaffenheit noch auf einem Versagen der Mittel ihrer automationsunterstützten Datenverarbeitung beruht. (Quelle) [↑]
  5. Hypo OÖ
    11. Haftung: […] Für den […] aus – auch rechtswidrigen – Eingriffen in technische Einrichtungen der Bank oder ins übrige System entstehenden Schaden haftet die Bank nicht, es sei denn, sie hat den Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht, und dann nur in dem Maße, in dem sie im Verhältnis zu anderen Ursachen an der Entstehung des Schadens mitgewirkt hat. (Quelle) [↑]

Grundeinkommen – Grüne zu feig für Visionen?

Montag, 1. Dezember 2008

Ein bemerkenswerter Pflichtfilm unserer eidgenössischen Freunde zum Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“, der sich in eine Reihe mit „We Feed the World“ oder „Lets Make Money“ stellt. Hier der Trailer:

Flash-Player herunterladen
[Youtube-Video]

Trailer zu „Kulturimpuls Grundeinkommen – Ein Film-Essay von Daniel Häni und Enno Schmidt“ (via Ehrensenf)

Neugierig geworden? Den ganzen Film (98 Min.) kann man sich hier online ansehen (und auch gleich in DVD-Qualität für öffentliche, nichtkommerzielle Vorführungen herunterladen).

Grundeinkommen ohne Bedingungen – eine Utopie?

In Brasilien – natürlich bei ganz anderen Verhältnissen – schon heute nicht mehr. Und wie heißt es im Film so treffend: „Jede spätere Zeit macht ernst mit dem, was zuvor nur gedacht wurde.“

Aber keine Bange, noch muss sich bei uns keiner fürchten. Denn mal ehrlich, in welcher Parlamentspartei wird gedacht in Österreich, wo sind die politischen Visionen zuhause? Wer käme nach dem Niedergang des LIF überhaupt noch infrage, diese Idee auf die politische Agenda zu setzen? Vielleicht die Grünen? Aber wer denkt denn an so was…

Eine [sic!] bedingungsloses Grundeinkommen für alle, so wie etwa von der katholischen Sozialakademie gefordert, sieht Öllinger skeptisch. Die Debatte innerhalb der katholischen Kirche rund um diesen Vorschlag bezeichnete er zwar als interessant. „Es ist schon spannend über die Entkoppelung von Arbeit und Einkommen in unserer Zeit nachzudenken, aber woher sollte man diese großen Summen, die dazu notwendig wären, nehmen?“, fragte Öllinger und betonte, dass das gesamte Sozialbudget zur Deckung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle nicht reichen würde. (Quelle)

 

Statt über mutige und visionäre Konzepte an Profil zu gewinnen, ergehen sich die Grünen lieber darin, liebevoll die marginalen Unterschiede zwischen dem grünen und roten Grundsicherungsmodell großzuschwätzen. Ungefähr so spannend wie der Steuerausgleich vom letzten Jahr.

Öllinger hätte es auch kürzer mit dem alten Helmut Schmidt sagen können: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“

Ich sag ja gar nicht, dass ich jetzt glühender Verfechter eines bedingungslosen Grundeinkommens wäre – aber eine tabufreie Diskussion, ein öffentliches Laut-darüber-Nachdenken und Abwägen aller Für und Wider, das hätte ich mir schon gewünscht. Gerade in einer Zeit, wo wohl auch der Letzte langsam begreift, dass es zumindest „so“ nicht ewig weitergehen kann.

Auch seriöse Hotels rechnen mal stundenweise

Donnerstag, 27. November 2008

Bodensee-Peter ist für einen Vortrag zum Thema „Tourismus 2.0″ im Hotel „Viva Creativo“ in Hannover abgestiegen. Und weil er wegen eines unglücklichen Irrtums ohnehin bereits im wahrsten Sinne schäumte,1) traf es sich ganz gut, dass sich alsbald ein richtiger Grund dafür einstellen sollte…

Als internetaffiner Hotelgast beteiligt man sich ja gerne angemessen an Aufbau und Erhalt einer entsprechenden Infrastruktur. Doch fünf Euro pro Stunde, das ist – wenngleich leider nicht unüblich – doch höchst ärgerlich.

Nun, mit Ärgernissen muss man sich ja nicht einfach abfinden, denkt der Peter. Und weil er im Kopf hat, was das Hotel bemüht im Namen trägt, schmiedet er mithilfe der Web-Community einen perfiden Plan. Denn in seinem Vortrag, den er nun noch ein bisschen umgestalten wird, sitzt auch die Geschäftsführerin des Hotels…

Nun denn, auch aus Linz nen schönen Gruß:

Schlagartig wurde Peter E. aus K. klar, dass er in einer Internet-Apotheke abgestiegen war.

Mehr im Archiv (Keywords: Tourismus, W-LAN, Internet, Hotel, überteuert, Apothekenpreise, Internet-Apotheke, Karikatur, Cartoon, Zeichnung)

Ach ja…

einen Vorteil hat überteuertes Internet im Hotel natürlich schon: Für manch treuen Kunden kann man da viel unauffälliger den „Spezialkanal“ auf W-LAN schreiben ;-)

Nachtrag: als Beitrag zu Daniels Wettbewerb würde ich das Hotel-Logo im Bild natürlich tauschen, falls sich die Sache nach Peters Vortrag dort zum Guten wenden sollte.

Update:  Wie Peter berichtet, wird es im Hotel ab 2009 kostenlosen W-LAN-Zugang geben. Diese Änderung wurde dem Vernehmen nach bereits vor seinem Vortrag beschlossen. (Vielleicht haben sie aber auch den Braten gerochen – war ja keine Geheimaktion – und prompt reagiert, oder es war von vornherein eine abgekartete Marketingaktion aller Beteiligten…? ;-))

Sei’s wie’s sei, Ente gut alles gut, und dafür hier nun auch – wie im Nachtrag versprochen – die neutrale Version des Bildchens.

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  1. Das ebenso freundliche wie mangelhaft deklarierte Gastgeschenk des Hotels war eine Vitamintablette fürs Wasserglas, nicht für den Mund. [↑]

Best of Werberat

Donnerstag, 5. Juni 2008

Wenn jemandem eine Werbung missfällt, kann er sich beim Werberat beschweren. Dieser prüft dann den Fall und entscheidet, ob die Werbung eingestellt werden muss oder nicht. In jedem Fall aber landen die bisweilen unfreiwillig komischen Beschwerden auf der Homepage des Werberats. Teilweise auch mit Fotos dokumentiert.

Nachfolgend ein paar ganz persönliche „Highlights“ aus den Online-Archiven des Werberates:

Flash-Player herunterladen
[Youtube-Video]

  • Barschule – Erhöhte Verletzungsgefahr
    Entscheidung: „Der Werberat hat den Betreiber der Barschule aufgefordert, den […] Spot mit sofortiger Wirkung einzustellen, weil dieser geeignet ist, religiöse Gefühle zu verletzen.“ (Fast wie daham, sagt da der Islam.)
  • Pädophiler BIPA-Amor?
    Werbefoto ansehen und Begründungen der Beschwerdeführer lesen (Zitat: „Wenn Sie noch genauer hinschauen wird Ihnen auch der nackte Oberkörper des Mannes auffallen, der…“). Unfassbar, auf was manche Leut kommen. Da kriegst echt Angst.
  • UNHCR – Böse Schneckenquäler
    Beschwerde: „Im Spot wird eine lebende Schnecke aus ihrem Haus gezerrt. Ist es sinnvoll, auf das Leid von Menschen hinzuweisen, indem man Tiere quält?“ (Kleiner Tipp: Nicht alles glauben, was man im Fernsehen sieht.)
  • Actimel wirkt in verkehrte Richtung
    Beschwerde: „es wird in der werbung immer betont, dass actimel von danone für einen menschen gesund sei. dies halte ich für nicht erfüllt, wenn man nach dem genuss dieses produkt immer erbrechen muss.“
  • Nervige Flash-Werbung auf krone.at
    Auf der Suche nach dem Schließen-Button. Erstaunlich, auch sowas geht beim Werberat. Und diese Beschwerde würde ich sogar unterstützen.
  • XXL Lutz – Herabwürdigung von Politikern
    Ja das geht tatsächlich – aber keine Bange, nur bei Toten. Zitat: „Ich verurteile, die zurzeit ausgestrahlte Werbung des Möbelhauses Lutz XXL spottet jeder Beschreibung, denn unseren hart verhandelten österreichischen Staatsvertrag für solche Werbezecke zu missbrauchen ist eine Schande für Österreich.“ (Was würde der erst da sagen?)

Die #1 der letzten Jahre

Und nun – außer Konkurrenz – die absolute Spitzenreiterin der letzten fünf Jahre. Ganz selten kommt mal eine Werbung auf zweistellige Beschwerdezahlen. Diese schaffte gleich 62 an der Zahl. Es handelt sich nämlich um einen Spot, in dem… Darauf kommt ihr nie. Im Leben nicht. Ich schwör’s. Lasst euch überraschen:

Vielleicht findet ihr ja auch noch was Nettes.
Einfach als Kommentar posten :-)

Von Linz nach Graz – Bahn fahren wie 1965

Montag, 2. Juni 2008

Dieses Wochenende hatte ich das zweifelhafte Vergnügen einer Fahrt im IC auf der Pyhrnstrecke Linz-Graz. Habt ihr den Haken eben bemerkt? Ich schrieb InterCity, nicht ÖBB InterCity. Natürlich sind beide von den ÖBB, dennoch sollte man auf diese vermeintliche Kleinigkeit achten. Der Unterschied für den Kunden ist nämlich gewaltig: Ca. 40 Jahre Eisenbahngeschichte!

Ich bin natürlich auch drauf reingefallen. Das ist wohl auch der Sinn dieser kleinen, fiesen Marketing-Finte: Für Uneingeweihte so tun, als wären alle InterCity auf ungefähr dem selben Niveau. Unterscheiden sich ja nur in dem selbstverständlich wirkenden Zusatz „ÖBB“, der kaum den Verdacht erweckt, in Wahrheit eine völlig andere Zug-Gattung zu bezeichnen.

Selbst die Beschreibung der Zugkategorien auf der ÖBB-Homepage lässt nicht ansatzweise erahnen, wie groß der Unterschied in der Realität ist. Hier der „ÖBB IC“:

Höchste Qualität in Ausstattung und Service:
ÖBB EC/IC 2. Klasse

  • elegante Sitzgarnituren in edlem Design
  • verbesserter Handyempfang durch spezielle Verglasung
  • ausschließlich klimatisierte Züge
  • Stromanschluss für Laptops oder andere elektronische Geräte

[…]

Der ÖBB IC bietet die selbe komfortable Ausstattung wie der ÖBB EC mit dem Unterschied, dass kein Speisewagen mitgeführt wird und Ihre Betreuung im ÖBB IC durch ein mobiles Bordservice erfolgt.

Quelle: ÖBB »

 

Für die reinen Autofahrer unter meinen Lesern: Als regelmäßig Reisender auf der Westbahnstrecke kann ich das bestätigen. Die „ÖBB IC“ sind absolut auf der Höhe der Zeit. Und auf langen Fahrten meist angenehmer, entspannender und schneller als das Auto.

Und das ist laut ÖBB der „IC“ (ohne „ÖBB“ vorne dran):

InterCity
Auch in den InterCitys, den nationalen Taktzügen zwischen den großen Städten und Touristikzentren, genießen Sie erstklassigen Komfort.

Quelle: ÖBB »

 

Hmmm, etwas einsilbig, findet ihr nicht auch? Ich denke, diese Beschreibung wäre noch ausbaufähig. Liebe ÖBB, wie wär’s, wenn wir sie um ein paar Eindrücke von meiner (hoffentlich) letzten Fahrt auf der Pyhrnbahn ergänzen:

InterCity

ÖBB 4010 Garnitur

Genießen Sie das Flair längst vergangener Zeiten. In unseren historischen Eisenbahngarnituren aus den 60er Jahren…

 

ÖBB 4010 – Gang

können Sie sich noch mal so richtig zurückversetzen lassen…

 

ÖBB 4010 – Fensterplatz

in eine Zeit, in der noch nicht Stress und Hektik den Alltag bestimmten.

Selbstverständlich müssen Sie dennoch auf keinerlei Komfort verzichten.

 

ÖBB 4010 – Ausziehtisch

Ablagen für Notebooks und modernste Multimediageräte sind ebenso selbstverständlich, wie…

 

ÖBB 4010 – Vorhang

eine CO2-neutrale Klimaanlage mit integriertem UV-Sonnenschutz in jedem Abteil.

 

ÖBB 4010 – Schalter für Licht und Lautsprecher

Mit etwas Geschick können Sie sogar Ihre elektronischen Geräte an unser Bordnetz anschließen.

 

ÖBB 4010 – Kleiderhaken

Und liebevolle Gestaltung bis ins kleinste historische Detail, lässt Ihre Reise zum unvergesslichen Erlebnis werden.

 

Also, warten Sie nicht länger! Besuchen Sie uns in einem der ÖBB-Servicecenter und buchen Sie Ihre Reise von gestern, zu Preisen von morgen.

Wir freuen uns auf Sie!

 

Zukunft am Zug?

Ja, was da zwischen Linz und Graz verkehrt ist tatsächlich eine historische 4010er Garnitur. Diese Baureihe wurde laut Wikipedia bei den ÖBB zwischen 1965 und 1978 in Dienst gestellt.

Immerhin wurden diese Züge in den 90ern „modernisiert“ und bieten nun folgende zeitgemäße Annehmlichkeiten:

  • Kein Strom
    Als ich den Zugbegleiter Schaffner nach einem Waggon mit Steckdose fragte, sah er mich kurz an, als wäre ich ein Zeitreisender aus der Zukunft.
  • Kein Klima
    O-Ton Schaffner: „Es gibt schon einen klimatisierten Waggon, aber dort ist es heißer als hier, weil die Anlage zu wenig kühlt und die Fenster ja nicht aufgehen.“ Wenige Minuten später sah ich seine Aussage bestätigt. Reisende wanderten durch die Gänge und suchten unter Abgabe tlw. nicht zitierfähiger Unmutsäußerungen einen neuen Sitzplatz. Sie hatten vergeblich gehofft, die Klimaanlage würde nach Abfahrt des Zuges „anspringen“.
  • Kein Service
    Okay, der mobile Bordservice nervt meistens eh nur.
  • Polstermöbel aus Großmutters Zeiten
    die nach spätestens zwei Stunden Fahrt deutlich spüren lassen, dass eine konvexe Sitzwölbung nicht dem Gesäß-Design eines Reisenden auf unserem Planeten entspricht.
  • Eine sagenhafte Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h
    Damit um über eine Stunde längere Fahrzeit von Linz nach Graz als mit dem Auto. Ein Gutes hat’s: Die Gefahr eines Deliriums Furiosum1) dürfte sich in Grenzen halten.

Tja, „Zukunft am Zug“ lautet der ÖBB-Werbeclaim. Von „im“ war nie die Rede.

Reisen 2. Klasse

Richtig verarscht fühlt man sich aber erst, wenn man auf so einer Nostalgiefahrt Richtung Graz hin und wieder nach rechts aus dem Fenster blickt. Da hat man, den Berg hoch, oft einen wunderschönen Blick auf die mit Milliardenaufwand neu gebaute Pyhrnautobahn. Eine moderne, komfortable Hochgeschwindigkeitsstrecke für den erdölgetriebenen Individualverkehr. Mit unzähligen Brücken, Tunnels, Unterflurtrassen. Kein Aufwand war hier zu hoch, um jede überflüssige Fahrminute zu eliminieren und die Strecke an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen.

Das Traurige: Selbst wenn man heute noch anfinge, würden wohl an die 20 Jahre vergehen, bevor man über die Bahn dasselbe sagen könnte. Kein Wunder, dass die meisten Menschen lieber in den sauren Apfel steigender Benzinpreise beißen. Der öffentliche Verkehr ist hier zum Notnagel für Randgruppen verkommen, die keine andere Wahl haben. Aber er ist Lichtjahre davon entfernt, eine konkurrenzfähige Alternative zu sein, auf die man gerne und freiwillig umsteigt.

Auf die Pyhrnbahn umsteigen werde auch ich nie mehr. Jedenfalls nicht freiwillig. 500 Schilling 35 Euro sind mir schlicht zuviel für diese Form des Zeitreisens. Die nächste Fahrt nach Graz findet wieder mit dem Auto statt, wenn es sich mit Freunden nur irgendwie einrichten lässt.

Und hin und wieder werde ich dann, oben auf der Autobahn, in Gedanken mal hinunterschaun, auf die armen Reisenden da unten, im Jahre 1965.

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  1. Begriff aus einem historisch umstrittenen med. Gutachten zur Einführung der Eisenbahn im Jahre 1835: „Ortsveränderungen mittels irgend einer Art von Dampfmaschine sollten im Interesse der öffentlichen Gesundheit verboten sein. Die raschen Bewegungen können nicht verfehlen, bei den Passagieren die geistige Unruhe, ‚delirium furiosum‘ genannt, hervorzurufen. Selbst zugegeben, dass Reisende sich freiwillig der Gefahr aussetzen, muss der Staat wenigstens die Zuschauer beschützen, denn der Anblick einer Lokomotive, die in voller Schnelligkeit dahinrast, genügt, um diese schreckliche Krankheit zu erzeugen. Es ist daher unumgänglich nötig, dass eine Lärmschutzwand Schranke, wenigstens sechs Fuß hoch, auf beiden Seiten der Bahn errichtet werde.“ [↑]

A1: Bei Kündigung Lösegeld – oder doch nicht?

Montag, 18. Februar 2008

Die schlechte Nachricht:
Wer seinen A1-Vertrag kündigt, muss ab Mitte April knapp 10 Euro Lösegeld Kündigungsgebühr „Deaktivierungsentgelt“ zahlen. Außerdem wird die Kündigungsfrist auf ein rekordverdächtiges Vierteljahr erhöht.

Die gute Nachricht:
Betroffene A1-Bestandskunden haben wegen dieser nachteiligen Vertragsänderungen ein Sonderkündigungsrecht. Sprich, sie können bis 18. 4. kostenlos aus dem laufenden Vertrag aussteigen.1)

Die lustige Nachricht:
Wer von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen will, bekommt mit großer Wahrscheinlichkeit diese Antwort:

A1 - Wir verbinden, was Sie verbindet. (Foto: http://www.flickr.com/photos/revjim/326747400/; Montage: bassena.org)

Liebe Frau XY, | Lieber Herr XY,

Sie haben uns mitgeteilt, dass Sie zu den ab 18. April 2008 geltenden Konditionen nicht mehr unser Kunde sein wollen. Das tut uns Leid!

Gerne verzichten wir bei Ihrem Vertrag mit der Kundennummer […] auf die angekündigten Änderungen. Somit können Sie alle Anschlüsse unter dieser Kundennummer auch nach dem 18. April 2008 zu den bisherigen Konditionen nutzen. Ihre außerordentliche Kündigung wird dadurch gemäß § 3 Abs. 4 AGB Mobil wirkungslos.

Sollten Sie noch Fragen haben, sind wir gerne für Sie da.

 

gegangen, um zu bleiben…

Das geht. A1 kann – wie jeder Betreiber – Sonderkündigungen verhindern, indem sie die nachteiligen Vertragsänderungen, die zur SoKü berechtigen, für den einzelnen Kunden zurücknehmen.

Die Post Mobilkom kann also ohne großes Risiko einfach mal ausprobieren, ob sich die Kunden das neue Körberlgeld gefallen lassen. Die paar Sonderkündigungen lassen sich still und heimlich2) per Einzelvereinbarung abfangen. Und kündigen doch zu viele, kann A1 jederzeit offiziell zurückrudern und kriegt noch gute Publicity für die Einsichtigkeit ;-)

Man kann daher nur jedem A1-Bestandskunden raten, eine Sonderkündigung in Betracht zu ziehen. Antwortet A1 mit obigem Textbaustein, sind die 9,90 EUR gegessen, man behält die alte Kündigungsfrist und andere Betreiber kommen erst gar nicht auf ähnlich dumme Ideen.3)

Einziges „Risiko“: A1 könnte in Einzelfällen, wenn der Kunde als nicht profitabel genug eingeschätzt wird, die Sonderkündigung tatsächlich annehmen. Hat also ein bisserl was von russisch Roulette, wenn man nicht wirklich von A1 weg will. Aber ehrlich, wer keine ordentliche zweistellige Monatsrechnung zusammenkriegt, ist bei A1 sowieso irgendwie falsch.

ha|ns

Diskussionen zum Thema
» umtslink.at 3G-Forum
» Usenet at.telekomm.mobil (hier schreibt auch Heise-Autor Sokolov mit)

Update 18.02.2008
Schneller als erwartet hat A1 einen Rückzieher gemacht und verzichtet auf das Lösegeld bei Kündigung. Und dieses Blog wird demnächst in „Future-Blog“ umbenannt ;-)

Update 19.02.2008
Der Vollständigkeit halber: Die anderen nachteiligen AGB-Änderungen bleiben aufrecht, und somit auch das Sonderkündigungsrecht bis 18. April.

_________
  1. Für geförderte Handys muss nix nachbezahlt werden. Aber negative Mobilpoints müssen ev. abgegolten werden und bei allfälliger Rufnummernmitnahme gibt’s ein paar Fußangeln (aber das wär ja nix Neues bei A1). [↑]
  2. gäb’s da nicht das böse Internet, wie war das eigentlich früher? [↑]
  3. Ja, natürlich ist das die Hauptmotivation für diesen Artikel ;-) [↑]

Die 70.000-Euro-Frage

Mittwoch, 13. Februar 2008

Kennt ihr das auch? Ihr habt so ca. eine Million Schilling 70 bis 80.000 Euro zuviel und könnt euch nun einfach nicht entscheiden, was ihr damit machen sollt.

Den Fernseher vom Saturn?

Geiz ist geil! 261 cm Panasonic Plasma TV (TH-103PF9EK) – 79.990,00 EUR

Geiz ist geil! 261 cm Panasonic Plasma TV (TH-103PF9EK) – 79.990,00 EUR

 

Oder doch das Moped von der Bike-Messe?

Honda Goldwing Airbag

 

Äh nein, dieses hier:

Motorrad Ducati Desmosedici RR – 72.800 EUR

Motorrad Ducati Desmosedici RR – 72.800 EUR

 

Echt zum Haare raufen. Ein Glück, dass ich grad nicht 70 bis 80.000 Euro zuviel habe.

„Österreich“ – Ihre Vignette für 3 Euro!

Montag, 12. November 2007

Fast könnte ich aus „Deppentest“ eine Serie machen.
Diesmal von „Österreich“, für Österreich:

„Österreich“-Vignette

Preisfrage: Wenn ich das Angebot im rechten Bild nur wegen der Vignette1) in Anspruch nehme, was kostet mich Österreichs beliebtester Autoaufkleber dann wirklich?

a) 3 EUR
b) 36 EUR
c) 142,80 EUR
d) 178,80 EUR

 

Ne, ihr kommt nicht drauf. Auch mit Taschenrechner nicht. Gar keine Chance…

Auflösung:

„Österreich“-Vignette

Natürlich e) 181,90!

 

Wieviel kostet die Vignette noch mal ohne das ganze Altpapier? 73,80 Euro. Und für die Preisdifferenz von 108,10 EUR gibt’s sogar schon ne richtige Zeitung im Abo.

ha|ns

_________
  1. den großen Buchstaben nach geht’s ja auch nur um die Vignette [↑]

Web-Milliardär in Europa – geht das?

Dienstag, 30. Oktober 2007

Angenommen, die Google-Gründer hießen Schmidt und Meier, und hätten irgendwo in Deutschland studiert, statt an der Stanford University. Oder Facebook-Gründer Marc Zuckerberg, der „Milliardär in Badelatschen“, hätte in Frankreich oder England studiert, statt in Harvard. Stünden sie heute auch dort, wo sie jetzt stehen? Auch nur ansatzweise? Oder geht das wirklich nur in Amerika?

Mark Zuckerberg (Foto: Wikipedia)

So schlau ich auch gern tu, aber ich versteh grad wirklich nicht, warum in Amerika scheinbar alles so viel leichter geht. Oder, besser andersrum: ich kapier nicht, warum es bei uns anscheinend so viel schwerer geht. Alle reden von der Globalisierung. Und wir in Europa hätten doch alle Chancen, die sich daraus ergeben. Aber irgendwie kriegen wir außer peinlichen Kopien nichts vergleichbares Eigenes zuwege. Nicht mal ansatzweise. Nada, nix, niente!

Dort 300 Millionen ach so dumme USAmerikaner, die eine globale Success-Story nach der anderen schreiben. Und hier 500 Millionen ach so gscheite EUropäer, die mit offenem Mund dastehn und nur neidisch zuschaun können. Und das auf einem virtuellen Schlachtfeld. Wo man nicht erst groß Rohstoffe herankarren und Infrastruktur aufbauen müsste. Irgendwo muss da doch der Hund begraben liegen. Oder ist’s ein ganzes Rudel?

Liegt’s an den Rahmenbedingungen?

  • Werden junge Visionäre in Amerika vom Start weg zum Erfolg getragen und bei uns zu Grabe?
  • Unterstützen Politik und Bürokratie dort den Weg nach oben und drücken uns nach unten?
  • Warten mutige Investoren dort nur auf gute Ideen und ist’s bei uns genau umgekehrt?
  • Zünden Funken dort wegen der Sprache leichter, während das Feuer hier an den Grenzen erlischt?
  • Haben wir beim Internet bis heute den Nachteil der späten Geburt nicht aufgeholt? (Nur was soll da Japan sagen?)

Liegt’s an der Einstellung?

  • Kriegt man bei uns zuviel „Hättiwari1) in die Wiege gelegt und dort mehr „Williwerdi“2)?

Oder scheißen sich die Amis einfach nur weniger?
(Siehe Youtube. Das wär doch in Deutschland nach drei Tagen abgemahnt, abgebrannt3) und abgedreht gewesen – in genau dieser Reihenfolge.)

 

Hab ich was vergessen? Ist es alles zusammen? Oder ganz anders?

Helft’s mir mal weiter, denn… – nö Quatsch ;-) – aber vielleicht hat ja wer ein paar Ideen. Und dann machen wir daraus ne Anleitung zum ersten Web- -2.0- -Euro- -Milliardär, und dann…

ha|ns

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  1. Hätte ich, dann wäre ich (österr. Ausdruck f. Selbstmitleid) [↑]
  2. Will ich! Werde ich! (Hab ich grad erfunden, bei uns hat natürlich nur der ‚Hättiwari‘ wirklich einen Namen ;-) [↑]
  3. österr. für ‚pleite‘ [↑]