Archiv für die Kategorie ‘Wirtschaftliches’

Historische Zeitungen zur Bankenkrise

Donnerstag, 12. März 2009
Manchmal lohnt es sich, in alten Zeitungen zu stöbern. Dankenswerterweise scannt die Österreichische Nationalbibliothek bereits seit 2003 historische Zeitschriften ein und stellt sie in einem stetig wachsenden Archiv auf "ANNO" (Austrian Newspapers Online) öffentlich zum Abruf bereit. Leider sind die Texte noch nicht durchsuchbar, daher hier mal so zwei Beispiele -- aus gegebenem Anlass sozusagen:

Schutz für die Zentralbank Deutscher Sparkassen

Die Regierungsaktion im Gange. Neue Freie Presse, 1. Juli 1926 (Quelle: ANNO/ÖNB) Es ist kein sehr angenehmes Geschäft, immerdar als Beschwichtigungshofrat anzurücken. Die Rolle des Alarmisten ist weitaus dankbarer, denn in Österreich ist es ja schon zu einer Art Gesellschaftsspiel geworden, den Pessimismus in allen Variationen: Schwarz, Schwärzer und am Schwärzesten zur Schau zu tragen. [...] [Aber] diesmal muß doch die Beschwichtigung ganz ernst gefordert werden und die Regierung hat erkannt, die Quelle der Gerüchte müsse verstopft werden und gleich von Anfang an dürfe kein Zweifel obwalten über den Schutz der Einleger, über die Verteidigung des Vertrauens und über die Gewißheit der ökonomischen Kampfkraft. Was ist das Wesen der Zentralbank Deutscher Sparkassen? Sie ist eine Art Dachgesellschaft für die meisten großen Sparkassen von Österreich. Sie steht insbesonders mit Graz, Salzburg und Niederösterreich in der innigsten Verbindung, und wenn erst einmal diese kleinen Leute in Bewegung kommen, wenn man bis aufs Land hinaus die Furcht erwecken würde wegen der Sicherheit der hinterlegten Gelder, dann Gnade uns Gott, dann müßte eine neue Periode wirtschaftlicher Krise beginnen durch die Lähmung der kleinen und kleinsten Zellen, durch die Schädigung jener Kapillargefäße, die für den Gesamtorganismus genau dieselbe Wichtigkeit besitzen wie die großen Arterien. Eine solche Krise wird nicht erfolgen. Die Bundesregierung übernimmt nach dem amtlichen Communiqué die Vorsorge für die Sicherung der Einlagen, das bedeutet eine förmliche Haftung, und sie hat zu gleicher Zeit den naturgemäßen Schutz aus dieser Verpflichtung gezogen, indem sie den Oberkurator der Niederösterreichischen Hypothekenanstalt, Herrn Streeruwitz, damit beauftragt, die Aktion zum Schutze der Einleger durchzuführen. Es ist also beinahe eine Verstaatlichung, die hier ganz plötzlich ins Leben tritt, es ist jedenfalls das Äußerste, was ein Ministerium für ein Privatinstitut zu leisten vermag, und so wird heute das ganze Publikum erfahren, ein Sturm auf die Schalter wäre ganz unberechtigt und genügende Mittel sind vorhanden, um ihm die Spitze zu bieten. [...]

--- Neue Freie Presse [[Neue Freie Presse -- heute: "Die Presse"]] am 1. Juli 1926 (Quelle)

Wirkungen der Krise

Die Kreditanstalt muß vom Staat gestützt werden. Das Kleine Blatt, 12. Mai 1931 (Quelle: ANNO/ÖNB) Die wachsende Wirtschaftskrise hat nun auch die größte österreichische Bank, die Kreditanstalt, in solch schwierige Lage gebracht, daß sich die Regierung gezwungen sah, sie mit der gewaltigen Summe von einhundert Millionen Schilling zu stützen. Der Staat übernimmt um 100 Millionen Schilling Aktien dieser Bank und sichert dadurch diese Bank von den weiteren Gefahren. Diese Gefahren hätten nicht allein dem Hause Rothschild gedroht, welches Haupteigentümer der Kreditanstalt ist. Denn die Kreditanstalt finanziert nicht weniger als siebzig Prozent der ganzen österreichischen Industrie, und der gute Teil der Industrie, die da noch ist, beruht vielfach darauf, daß die Betriebe der Kreditanstalt fortgeführt werden. Eine Erschütterung der Kreditanstalt hätte auf das ganze österreichische Wirtschaftsleben wie ein Orkan gewirkt. Es war also ganz gewiß ein unabweisliches Gebot der Not, alles zu unternehmen, um diese Gefahren zu bannen. Was sich da aber zugetragen hat, ist von allergrößter Bedeutung. Rothschild, das war der ungekrönte König Österreichs. Die Kreditanstalt, an deren Spitze er steht, beherrscht, wie schon bemerkt, nicht allein siebzig Prozent der österreichischen Industrie, sondern durch seine großen Banken in Prag, Budapest und Warschau große Teile der Industrien des alten österreichisch-ungarischen Wirtschaftsgebietes. Seit anderthalb Jahrhunderten war es so, daß jedwelche Regierung in Österreich, die Geld bedurfte, sich an Rothschild wenden musste; es ist das erstemal in der Geschichte des Hauses Rothschild, daß sich dieser Finanzkönig an die Regierung um Hilfe wenden muß, daß Staatsgelder, Steuergelder aufgeboten werden müssen, um eine Rothschildbank zu stützen, damit die ganze Wirtschaft nicht erschüttert werde. Rothschild, die Kreditanstalt, ist freilich nur ein Glied in dieser Kette. Was sind da Staatsgelder zur Sanierung österreichischer Banken verpulvert worden! Von der Zentralbank der deutschen Sparkassen mit ihrem Schwarm von Winkelbanken über die Unionbank und Bodenkreditanstalt bis zur Kreditanstalt führt eine Linie. Nichts vermag anschaulicher das völlige Versagen des Kapitalismus zu erweisen, der in den Banken seine höchste Entwicklungsform gefunden hat, als diese endlose Kette der Bankenzusammenbrüche, die von hunderttausenden Arbeitern und Angestellten mit Arbeitslosigkeit und Hunger, die von der ganzen Bevölkerung mit vermehrten Steuern bezahlt werden mußten. Die Banken beherrschen das ganze Wirtschaftsleben, aber sie verstehen es nicht mehr zu führen. Und am Ende muß der Staat mit seinen öffentlichen Mitteln einspringen, muß die Banken stützen, muß für die Fehler und die Spekulationen ihrer Generaldirektoren aufkommen, um das größere Übel einer Wirtschaftszerrüttung zu verhüten. Der Kapitalismus ist am Ende seiner Weisheit. Er ist außerstande, die Menschen mit Arbeit und Nahrung zu versorgen, er ist außerstande, die Produktion überhaupt auch nur fortzuführen. Er wankt von Krise zu Krise, schleudert die Menschen in immer tiefere Not und muss am Ende selbst bei der staatlichen Gemeinschaft Hilfe in seiner Not heischen, die er beherrscht und ausbeutet. Was bleibt dann von seiner vielgepriesenen Wirksamkeit übrig? Die Zeit des Sterbens der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist gekommen. Der Krampf, unter dem sich der Kapitalismus windet, ist der Todeskrampf einer Wirtschaftsordnung, die ihre Tage erfüllt hat.

--- Das kleine Blatt [[Das Kleine Blatt -- Sozialistisches Kleinformat, ähnliche Ausrichtung wie Arbeiterzeitung "AZ", aber volksnäher im Schreibstil]] am 12. Mai 1931 (Quelle)

Und da heißt es immer, nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern...

Best of Werberat

Donnerstag, 5. Juni 2008
Wenn jemandem eine Werbung missfällt, kann er sich beim Werberat beschweren. Dieser prüft dann den Fall und entscheidet, ob die Werbung eingestellt werden muss oder nicht. In jedem Fall aber landen die bisweilen unfreiwillig komischen Beschwerden auf der Homepage des Werberats. Teilweise auch mit Fotos dokumentiert. Nachfolgend ein paar ganz persönliche "Highlights" aus den Online-Archiven des Werberates: [youtube C5vaf94vF9Q]
  • Barschule -- Erhöhte Verletzungsgefahr Entscheidung: "Der Werberat hat den Betreiber der Barschule aufgefordert, den [...] Spot mit sofortiger Wirkung einzustellen, weil dieser geeignet ist, religiöse Gefühle zu verletzen." (Fast wie daham, sagt da der Islam.)
  • Pädophiler BIPA-Amor? Werbefoto ansehen und Begründungen der Beschwerdeführer lesen (Zitat: "Wenn Sie noch genauer hinschauen wird Ihnen auch der nackte Oberkörper des Mannes auffallen, der..."). Unfassbar, auf was manche Leut kommen. Da kriegst echt Angst.
  • UNHCR -- Böse Schneckenquäler Beschwerde: "Im Spot wird eine lebende Schnecke aus ihrem Haus gezerrt. Ist es sinnvoll, auf das Leid von Menschen hinzuweisen, indem man Tiere quält?" (Kleiner Tipp: Nicht alles glauben, was man im Fernsehen sieht.)
  • Actimel wirkt in verkehrte Richtung Beschwerde: "es wird in der werbung immer betont, dass actimel von danone für einen menschen gesund sei. dies halte ich für nicht erfüllt, wenn man nach dem genuss dieses produkt immer erbrechen muss."
  • Nervige Flash-Werbung auf krone.at Auf der Suche nach dem Schließen-Button. Erstaunlich, auch sowas geht beim Werberat. Und diese Beschwerde würde ich sogar unterstützen.
  • XXL Lutz -- Herabwürdigung von Politikern Ja das geht tatsächlich -- aber keine Bange, nur bei Toten. Zitat: "Ich verurteile, die zurzeit ausgestrahlte Werbung des Möbelhauses Lutz XXL spottet jeder Beschreibung, denn unseren hart verhandelten österreichischen Staatsvertrag für solche Werbezecke zu missbrauchen ist eine Schande für Österreich." (Was würde der erst da sagen?)

Die #1 der letzten Jahre

Und nun -- außer Konkurrenz -- die absolute Spitzenreiterin der letzten fünf Jahre. Ganz selten kommt mal eine Werbung auf zweistellige Beschwerdezahlen. Diese schaffte gleich 62 an der Zahl. Es handelt sich nämlich um einen Spot, in dem... Darauf kommt ihr nie. Im Leben nicht. Ich schwör's. Lasst euch überraschen: Vielleicht findet ihr ja auch noch was Nettes. Einfach als Kommentar posten 🙂

Von Linz nach Graz — Bahn fahren wie 1965

Montag, 2. Juni 2008
Dieses Wochenende hatte ich das zweifelhafte Vergnügen einer Fahrt im IC auf der Pyhrnstrecke Linz-Graz. Habt ihr den Haken eben bemerkt? Ich schrieb InterCity, nicht ÖBB InterCity. Natürlich sind beide von den ÖBB, dennoch sollte man auf diese vermeintliche Kleinigkeit achten. Der Unterschied für den Kunden ist nämlich gewaltig: Ca. 40 Jahre Eisenbahngeschichte! Ich bin natürlich auch drauf reingefallen. Das ist wohl auch der Sinn dieser kleinen, fiesen Marketing-Finte: Für Uneingeweihte so tun, als wären alle InterCity auf ungefähr dem selben Niveau. Unterscheiden sich ja nur in dem selbstverständlich wirkenden Zusatz "ÖBB", der kaum den Verdacht erweckt, in Wahrheit eine völlig andere Zug-Gattung zu bezeichnen. Selbst die Beschreibung der Zugkategorien auf der ÖBB-Homepage lässt nicht ansatzweise erahnen, wie groß der Unterschied in der Realität ist. Hier der "ÖBB IC":
Höchste Qualität in Ausstattung und Service: ÖBB EC/IC 2. Klasse
  • elegante Sitzgarnituren in edlem Design
  • verbesserter Handyempfang durch spezielle Verglasung
  • ausschließlich klimatisierte Züge
  • Stromanschluss für Laptops oder andere elektronische Geräte
[...] Der ÖBB IC bietet die selbe komfortable Ausstattung wie der ÖBB EC mit dem Unterschied, dass kein Speisewagen mitgeführt wird und Ihre Betreuung im ÖBB IC durch ein mobiles Bordservice erfolgt. Quelle: ÖBB »
Als regelmäßig Reisender auf der Westbahnstrecke kann ich das bestätigen. Die "ÖBB IC" sind absolut auf der Höhe der Zeit und auf langen Fahrten meist angenehmer, entspannender und schneller als das Auto. Und das ist laut ÖBB der "IC" (ohne "ÖBB" vorne dran):
InterCity Auch in den InterCitys, den nationalen Taktzügen zwischen den großen Städten und Touristikzentren, genießen Sie erstklassigen Komfort. Quelle: ÖBB »
Hmmm, etwas einsilbig, findet ihr nicht auch? Ich denke, diese Beschreibung wäre noch ausbaufähig. Liebe ÖBB, wie wär's, wenn wir sie um ein paar Eindrücke von meiner (hoffentlich) letzten Fahrt auf der Pyhrnbahn ergänzen:

InterCity

ÖBB 4010 Garnitur Genießen Sie das Flair längst vergangener Zeiten. In unseren historischen Eisenbahngarnituren aus den 60er Jahren...
ÖBB 4010 – Gang können Sie sich noch mal so richtig zurückversetzen lassen...
ÖBB 4010 – Fensterplatz in eine Zeit, in der noch nicht Stress und Hektik den Alltag bestimmten. Selbstverständlich müssen Sie dennoch auf keinerlei Komfort verzichten.
ÖBB 4010 – Ausziehtisch Ablagen für Notebooks und modernste Multimediageräte sind ebenso selbstverständlich, wie...
ÖBB 4010 – Vorhang eine CO2-neutrale Klimaanlage mit integriertem UV-Sonnenschutz in jedem Abteil.
ÖBB 4010 – Schalter für Licht und Lautsprecher Mit etwas Geschick können Sie sogar Ihre elektronischen Geräte an unser Bordnetz anschließen.
ÖBB 4010 – Kleiderhaken Und liebevolle Gestaltung bis ins kleinste historische Detail, lässt Ihre Reise zum unvergesslichen Erlebnis werden.

Also, warten Sie nicht länger! Besuchen Sie uns in einem der ÖBB-Servicecenter und buchen Sie Ihre Reise von gestern, zu Preisen von morgen.

Wir freuen uns auf Sie!

Zukunft am Zug?

Ja, was da zwischen Linz und Graz verkehrt ist tatsächlich eine historische 4010er Garnitur. Diese Baureihe wurde laut Wikipedia bei den ÖBB zwischen 1965 und 1978 in Dienst gestellt. Immerhin wurden diese Züge in den 90ern "modernisiert" und bieten nun folgende zeitgemäße Annehmlichkeiten:
  • Kein Strom Als ich den Zugbegleiter Schaffner nach einem Waggon mit Steckdose fragte, sah er mich kurz an, als wäre ich ein Zeitreisender aus der Zukunft.
  • Kein Klima O-Ton Schaffner: "Es gibt schon einen klimatisierten Waggon, aber dort ist es heißer als hier, weil die Anlage zu wenig kühlt und die Fenster ja nicht aufgehen." Wenige Minuten später sah ich seine Aussage bestätigt. Reisende wanderten durch die Gänge und suchten unter Abgabe tlw. nicht zitierfähiger Unmutsäußerungen einen neuen Sitzplatz. Sie hatten vergeblich gehofft, die Klimaanlage würde nach Abfahrt des Zuges "anspringen".
  • Kein Service Okay, der mobile Bordservice nervt meistens eh nur.
  • Polstermöbel aus Großmutters Zeiten die nach spätestens zwei Stunden Fahrt deutlich spüren lassen, dass eine konvexe Sitzwölbung nicht dem Gesäß-Design eines Reisenden auf unserem Planeten entspricht.
  • Eine sagenhafte Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h Damit um über eine Stunde längere Fahrzeit von Linz nach Graz als mit dem Auto. Ein Gutes hat's: Die Gefahr eines Deliriums Furiosum [[Begriff aus einem historisch umstrittenen med. Gutachten zur Einführung der Eisenbahn im Jahre 1835: "Ortsveränderungen mittels irgend einer Art von Dampfmaschine sollten im Interesse der öffentlichen Gesundheit verboten sein. Die raschen Bewegungen können nicht verfehlen, bei den Passagieren die geistige Unruhe, 'delirium furiosum' genannt, hervorzurufen. Selbst zugegeben, dass Reisende sich freiwillig der Gefahr aussetzen, muss der Staat wenigstens die Zuschauer beschützen, denn der Anblick einer Lokomotive, die in voller Schnelligkeit dahinrast, genügt, um diese schreckliche Krankheit zu erzeugen. Es ist daher unumgänglich nötig, dass eine Lärmschutzwand Schranke, wenigstens sechs Fuß hoch, auf beiden Seiten der Bahn errichtet werde."]] dürfte sich in Grenzen halten.
Tja, "Zukunft am Zug" lautet der ÖBB-Werbeclaim. Von "im" war nie die Rede.

Reisen 2. Klasse

Richtig verarscht fühlt man sich aber erst, wenn man auf so einer Nostalgiefahrt Richtung Graz hin und wieder nach rechts aus dem Fenster blickt. Da hat man, den Berg hoch, oft einen wunderschönen Blick auf die mit Milliardenaufwand neu gebaute Pyhrnautobahn. Eine moderne, komfortable Hochgeschwindigkeitsstrecke für den erdölgetriebenen Individualverkehr. Mit unzähligen Brücken, Tunnels, Unterflurtrassen. Kein Aufwand war hier zu hoch, um jede überflüssige Fahrminute zu eliminieren und die Strecke an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen. Das Traurige: Selbst wenn man heute noch anfinge, würden wohl an die 20 Jahre vergehen, bevor man über die Bahn dasselbe sagen könnte. Kein Wunder, dass die meisten Menschen lieber in den sauren Apfel steigender Benzinpreise beißen. Der öffentliche Verkehr ist hier zum Notnagel für Randgruppen verkommen, die keine andere Wahl haben. Aber er ist Lichtjahre davon entfernt, eine konkurrenzfähige Alternative zu sein, auf die man gerne und freiwillig umsteigt. Auf die Pyhrnbahn umsteigen werde auch ich nie mehr. Jedenfalls nicht freiwillig. 500 Schilling 35 Euro sind mir schlicht zuviel für diese Form des Zeitreisens. Die nächste Fahrt nach Graz findet wieder mit dem Auto statt, wenn es sich mit Freunden nur irgendwie einrichten lässt. Und hin und wieder werde ich dann, oben auf der Autobahn, in Gedanken mal hinunterschaun, auf die armen Reisenden da unten, im Jahre 1965.

A1: Bei Kündigung Lösegeld — oder doch nicht?

Montag, 18. Februar 2008
Die schlechte Nachricht: Wer seinen A1-Vertrag kündigt, muss ab Mitte April knapp 10 Euro Lösegeld Kündigungsgebühr "Deaktivierungsentgelt" zahlen. Außerdem wird die Kündigungsfrist auf ein rekordverdächtiges Vierteljahr erhöht. Die gute Nachricht: Betroffene A1-Bestandskunden haben wegen dieser nachteiligen Vertragsänderungen ein Sonderkündigungsrecht. Sprich, sie können bis 18. 4. kostenlos aus dem laufenden Vertrag aussteigen. [[Für geförderte Handys muss nix nachbezahlt werden. Aber negative Mobilpoints müssen ev. abgegolten werden und bei allfälliger Rufnummernmitnahme gibt's ein paar Fußangeln (aber das wär ja nix Neues bei A1).]] Die lustige Nachricht: Wer von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen will, bekommt mit großer Wahrscheinlichkeit diese Antwort:
A1 - Wir verbinden, was Sie verbindet. (Foto: http://www.flickr.com/photos/revjim/326747400/; Montage: bassena.org) Liebe Frau XY, | Lieber Herr XY, Sie haben uns mitgeteilt, dass Sie zu den ab 18. April 2008 geltenden Konditionen nicht mehr unser Kunde sein wollen. Das tut uns Leid! Gerne verzichten wir bei Ihrem Vertrag mit der Kundennummer [...] auf die angekündigten Änderungen. Somit können Sie alle Anschlüsse unter dieser Kundennummer auch nach dem 18. April 2008 zu den bisherigen Konditionen nutzen. Ihre außerordentliche Kündigung wird dadurch gemäß § 3 Abs. 4 AGB Mobil wirkungslos. Sollten Sie noch Fragen haben, sind wir gerne für Sie da.

gegangen, um zu bleiben...

Das geht. A1 kann -- wie jeder Betreiber -- Sonderkündigungen verhindern, indem sie die nachteiligen Vertragsänderungen, die zur SoKü berechtigen, für den einzelnen Kunden zurücknehmen. Die Post Mobilkom kann also ohne großes Risiko einfach mal ausprobieren, ob sich die Kunden das neue Körberlgeld gefallen lassen. Die paar Sonderkündigungen lassen sich still und heimlich [[gäb's da nicht das böse Internet, wie war das eigentlich früher?]] per Einzelvereinbarung abfangen. Und kündigen doch zu viele, kann A1 jederzeit offiziell zurückrudern und kriegt noch gute Publicity für die Einsichtigkeit 😉 Man kann daher nur jedem A1-Bestandskunden raten, eine Sonderkündigung in Betracht zu ziehen. Antwortet A1 mit obigem Textbaustein, sind die 9,90 EUR gegessen, man behält die alte Kündigungsfrist und andere Betreiber kommen erst gar nicht auf ähnlich dumme Ideen. [[Ja, natürlich ist das die Hauptmotivation für diesen Artikel ;-)]] Einziges "Risiko": A1 könnte in Einzelfällen, wenn der Kunde als nicht profitabel genug eingeschätzt wird, die Sonderkündigung tatsächlich annehmen. Hat also ein bisserl was von russisch Roulette, wenn man nicht wirklich von A1 weg will. Aber ehrlich, wer keine ordentliche zweistellige Monatsrechnung zusammenkriegt, ist bei A1 sowieso irgendwie falsch. ha|ns

Diskussionen zum Thema » umtslink.at 3G-Forum » Usenet at.telekomm.mobil (hier schreibt auch Heise-Autor Sokolov mit) Update 18.02.2008 Schneller als erwartet hat A1 einen Rückzieher gemacht und verzichtet auf das Lösegeld bei Kündigung. Und dieses Blog wird demnächst in "Future-Blog" umbenannt 😉 Update 19.02.2008 Der Vollständigkeit halber: Die anderen nachteiligen AGB-Änderungen bleiben aufrecht, und somit auch das Sonderkündigungsrecht bis 18. April.

Die 70.000-Euro-Frage

Mittwoch, 13. Februar 2008
Kennt ihr das auch? Ihr habt so ca. eine Million Schilling 70 bis 80.000 Euro zuviel und könnt euch nun einfach nicht entscheiden, was ihr damit machen sollt. Den Fernseher vom Saturn? Geiz ist geil! 261 cm Panasonic Plasma TV (TH-103PF9EK) – 79.990,00 EUR Geiz ist geil! 261 cm Panasonic Plasma TV (TH-103PF9EK) – 79.990,00 EUR

 

Oder doch das Moped von der Bike-Messe?

Honda Goldwing Airbag

 

Äh nein, dieses hier:

Motorrad Ducati Desmosedici RR – 72.800 EUR Motorrad Ducati Desmosedici RR – 72.800 EUR

 

Echt zum Haare raufen. Ein Glück, dass ich grad nicht 70 bis 80.000 Euro zuviel habe.