Archiv für die Kategorie ‘Unterwegs’

Esel Dept.

Samstag, 1. März 2008

Eigentlich ja was fürs FAIL-Blog, aber ich fürchte, der Witz scheitert an der Sprachbarriere ;-)

Diesel, unglücklich gefaltet

„Diesel“, etwas unglücklich gefaltet. Aber als ich dann die Preise sah, fand ich’s doch recht treffend.

(Gesehen im Kastner & Öhler, Graz)

 

WC?

Dienstag, 29. Januar 2008

Als Linzer bin ich schon immer wieder fasziniert von der großen Metropole Wien. In vielem sind sie uns in der Provinz einfach voraus. Das muss man auch mal neidlos anerkennen…

„WC“(?) auf einem Wiener Weihnachtsmarkt 2007

Gesehen im Dezember, auf dem Adventmarkt am Maria Theresien-Platz in Wien.

 

Silvester 08 – Linz bleibt Provinz

Montag, 31. Dezember 2007

Der öffentliche Nahverkehr als Spiegel der Seele einer Stadt:

Wiener Linien

Wien

In der Silversternacht […] werden alle U-Bahn-Linien und viele Straßenbahn- und Autobuslinien […] die ganze Nacht bis zum Betriebsbeginn des 01.01.2008 verkehren. […] Die Intervalle des Silvesternachtverkehrs betragen 15 Minuten

VOR (Wien) »

 

GVB – Grazer Verkehrsbetriebe

Graz

Unsere Straßenbahn- und Buslinien führen wir für Sie die ganze Nacht durchgehend im 30-Minuten-Takt. […] Die Schloßbergbahn fährt von 10.00 bis 4.00 Uhr in der Früh, die Schloßberglifte sind durchgehend für Sie in Betrieb!

GVB (Graz) »

 

Stadtbus und Salzburger Lokalbahn (SLB)

Salzburg

ab 0:00 Uhr fährt die SLB im Gratis-Stundentakt bis 05.00 Uhr früh. […] Der Nachtverkehr wird bis 04.15 Uhr verlängert […] Ab Mitternacht fahren alle Fahrgäste gratis in der Kernzone und auf der Lokalbahn

SLB (Salzburg) »

 

Linz AG Linien

Und Linz…?

Für eine sichere Heimfahrt in der Silvesternacht sorgen die LINZ AG LINIEN. Die Betriebszeiten der Straßenbahnlinien 1 und 2 werden in der Silvesternacht bis circa 2.00 Uhr verlängert.

Linz AG »

 

Konsequent verkehr_t – von Sonntag bis Silvester

Von Nachtbussen träumt hier ohnehin schon lange keiner mehr. Und von dort, wo’s wirklich zählt – vom Hauptplatz – fährt die letzte Silvesterstraßenbahn schon um 1:30 Uhr Richtung Remise. Soviel noch zum „circa“.

Was will man auch erwarten, in einer modernen Großstadt, wo sonntags Touristen erklärt wird, dass sie am Bahnhof natürlich völlig falsch sind, für Babynahrung. Zeitgemäße Infrastruktur und Grundversorgung gibt es hier nur für Autofahrer. Da sind wir konsequent in Linz. Von Sonntag bis Silvester.

Aber vielleicht wird’s ja noch.
Wie so vieles, was gerade wird, für „Linz 2009″

Guten Rutsch!

Herbert und Martha – eine Bahngeschichte

Montag, 19. November 2007

Foto: ha|ns (http://www.flickr.com/photos/x-hibition/)



Eine wahre Geschichte, selbst erlebt…

Vorarlberg?

„Oh Gott – sag jetzt bitte nicht, dass ich in Vorarlberg bin!?“

 

Die junge Reisende hatte geschlafen – bis eben, als ich ihre Abteiltür öffnete. Dabei hatte sie offensichtlich Zeitgefühl und Orientierung verloren.

„Nein, das ist der Intercity nach Wien, und wir sind gerade in Attnang Puchheim.“

 

„In Oberösterreich“, ergänzte ich noch rasch. Ihr nur einen Ortsnamen hinzuwerfen, der außerhalb Vöcklabrucks bestenfalls als Umsteigebahnhof bekannt war, schien mir in ihrer Lage nicht angemessen.

„Wie kommst du darauf, in Vorarlberg zu sein?“

 

Die Panik in ihrem Gesicht war bereits spürbarer Erleichterung gewichen:

„Ich bin kurz nach Salzburg eingeschlafen. Und als ich jetzt aufgewacht bin, habe ich draußen auf der Straße Autos mit Vorarlberger Kennzeichen gesehen. Deshalb dachte ich … da sind schon wieder welche!“

 

Der Zug hatte bereits wieder Fahrt aufgenommen. Die Kennzeichen der parkenden Autos waren aber noch zu erkennen. Tatsächlich begannen die meisten von ihnen mit „VB“ – für Vöcklabruck. Ich musste kurz lachen. Und nachdem ich ihr erklärt hatte, was es mit den „Vorarlberger“ Kennzeichen auf sich hatte, ging es ihr nicht anders.

Wir stellten einander vor. Sie hieß Anita, studierte in Salzburg Psychologie und arbeitete nebenbei im Gastgewerbe.

„Ist hier noch frei?“

 

Herbert und Martha

Die sich anbahnende Zweisamkeit wurde jäh unterbrochen. In der Tat waren noch vier Plätze frei, und es gab keinen vernünftigen Grund, die Frage zu verneinen. Zwei Eheleute, beide gesetzteren Alters, so Anfang 60, traten ins Abteil und nahmen uns gegenüber Platz.

Die Beiden – nennen wir sie der Einfachheit halber Herbert und Martha – machten einen lebenslustigen, unverbrauchten Eindruck. Herberts Statur und Gesichtszüge erinnerten mich entfernt an Kulenkampff, den legendären Showmaster und Entertainer. Die typisch norddeutsche Schiffermütze auf seinem Kopf verstärkte diesen Eindruck noch. Er sprach in einem selbstbewussten aber nicht zu aufdringlichen Tonfall. Martha wirkte im direkten Vergleich etwas zurückhaltender, aber für sich genommen durchaus resolut. Vielleicht waren sie mal Kleingewerbetreibende, die es so zu bescheidenem Wohlstand gebracht hatten. Ich konnte mir die Beiden jedenfalls gut als Betreiber eines kleinen Greißlerladens vorstellen.

Wir kamen ins Gespräch. Wie wir allerdings aufs Annähen von Hemdknöpfen kamen, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen. Herbert jedenfalls, konnte es. Das Annähen, wie er stolz erzählte. Und noch mehr: Auch aufs Waschen und Kochen verstünde er sich prächtig, seit Martha einmal wegen Krankheit eine Woche außer Gefecht gewesen sei. Dem beipflichtenden Nicken seiner Gattin entnahm ich, dass Herberts Fähigkeiten sich nicht allein in wortreichen Schilderungen erschöpften, sondern tatsächlich Eingang in die gemeinsame Hausarbeit gefunden hatten. Das ist alles andere als selbstverständlich. Noch dazu in dieser Generation. Meine Sympathie für die beiden wuchs.

Angst in Wien…

Die Rede kam auf unsere Reiseziele. Herbert und Martha waren nach Wels unterwegs, ich nach Linz und Anita in die Bundeshauptstadt, zu ihrem Freund. Martha schien dieser Gedanke zu widerstreben:

„Also ich hätte da Angst.“

 

Unter Anitas und meinen fragenden Blicken setzte sie fort:

„Wenn ich da in der U-Bahn fahren müsste … die vielen Ausländer. Ich würd mich da unwohl fühlen.“

 

Beipflichtendes Nicken von Herbert. Von ihm erfahren wir auch, dass die Beiden bislang kaum aus ihrem Heimatort raus gekommen waren. Vielleicht eine Erklärung für Marthas Bedenken. Ich beließ es bei der Anmerkung, dass halt oft gerade dort, wo nur wenig Kontakt besteht, die Angst vor dem Unbekannten am größten sein kann. Weiter wollte ich dieses Thema mit Herbert und Martha nicht vertiefen. Anita war auch schon sehr schweigsam geworden und die kurze Zeit bis zum Zielbahnhof der Beiden ließe sich bestimmt auch erfreulicher gestalten, dachte ich.

… und ein Schuss ins Knie

Unsere unterschiedlichen Ansichten lenkten Herberts Gedanken offenbar auf den Generationenkonflikt im Allgemeinen und die „Jugend von Heute“ im Speziellen. Über seltsame Modeerscheinungen, den Mangel an Respekt und Führung, und dass dies früher doch besser gewesen sei. Zugegeben, selbst wir Jüngeren im Abteil vermochten uns seinen Eindrücken nicht völlig zu entziehen. Im Gegenteil, einige seiner Beobachtungen konnten wir durchaus teilen.

Ich fragte mich gerade, welche Alterserscheinungen ich wohl demnächst noch an mir wahrnehmen würde, da wusste auch Martha eine Geschichte beizusteuern:

„Ich war mit dem Rad unterwegs. Vor mir sind ein paar Dreizehn-/Vierzehnjährige auf dem Radweg gegangen. Ich hab nur einmal kurz geklingelt, damit ich vorbei kann. Hör ich doch, wie einer von denen sagt: ‚Geh, die alte Hur hat eh genug Platz!‘“

 

Martha war immer noch sichtlich erregt über den Vorfall. Was sich der Halbwüchsige erlaubt hatte, war ja wirklich kein Ausdruck guter Kinderstube gewesen. Andererseits sollte man sich nicht zu Herzen nehmen, was einem Pubertierende in ihrem Imponiergehabe vor Freunden nachrufen.

Noch bevor ich etwas in dieser Art sagen konnte, warf Herbert mit dem gütigsten Opa-Lächeln auf den Lippen ein:

„Also, wenn ich da eine Krachn dabei hätt, dem würd ich in die Beine schießen. Das würd er sich merken, der wär so schnell nicht wieder frech!“

 

Beipflichtendes Nicken von Martha.

Mir fehlten – und das ist eher selten – die Worte. Auch Anita war sichtlich befremdet. Er hatte das einfach so gesagt, als wäre es das Normalste der Welt. Und während er – für mich irgendwo, weit entfernt – weitersprach, lächelte er immer noch. Nur „gütig“ wäre mir nicht mehr in den Sinn gekommen.

ha|ns

2 Mädels suchen 2 Jungs für Strand-Erkundung

Donnerstag, 8. November 2007

Nix für mich ;-)
Aber vielleicht erbarmt sich ja wer von euch:

Reisebegleitung gesucht

„Wir, 2 Mädels und Redakteurinnen aus Linz („Urlaub mal anders“) suchen 2 Männer zwischen 22 – 28 J. die mit uns im Mai 1 Woche Italien verbringen möchten. Wir erkundschaften den Strand und natürlich auch das Partyleben. Da wir euch natürlich vorher näher kennen lernen möchten, meldet euch einfach bei uns unter…“

 

Für die vollständige Nummer müsst ihr euch leider persönlich zur Billa- -Einkaufswagerl- -Parkbox in der Freistädter Str. 400 bemühen. Obwohl, ernsthaften Interessenten leite ich sie vielleicht auch so weiter (man will dem jungen Glück ja nicht im Wege stehen *g*).

ha|ns

(Nicht verwandt, verschwägert und auch sonst in keiner mir bekannten Beziehung zu den beiden Afficheusen.)