Archiv für die Kategorie ‘Unterwegs’

Unfassbar! Was läuft nur falsch in Österreich?

Donnerstag, 1. Mai 2008

Was ist das nur für ein Land, in dem Menschen zu so etwas fähig sind? Und natürlich will wieder keiner etwas bemerkt haben. Hier die erschütternde Schlagzeile mit der die auflagenstärkste1) Zeitung Oberösterreichs gestern aufgemacht hat:

Tips 30.4.2008: „Gummistiefel aus Auslage gestohlen“

„Gummistiefel aus Auslage gestohlen“ (Tips 30.4.2008)

 

Ich muss zugeben, dass ich eine derartige Schlagzeile angesichts der Ereignisse der letzten Tage ja für durchaus erfrischend halte, und ohne Frage für ungleich sympathischer als manche Auswüchse der Konkurrenz.

Die gestohlenen Objekte – fotografiert am 30.3.2008

Es geht übrigens um diesen netten Blickfang, den ein Linzer Juwelier in sein Fenster gesetzt hat. Zufällig hab ich ihn Ende März bei einem Streifzug durch Linz fotografiert – damals noch mit den mittlerweile entwendeten Stiefeln.

 

Realität schlägt Satire 1:0

Aber zurück zur Schlagzeile von eben. Sie hat mich nämlich an etwas erinnert: Eine Karikatur von Gerhard Haderer, die ich so treffend genial fand, dass ich sie mir damals als „Poster“ aus der Zeitung ausgeschnitten hab:

Bildzitat aus OÖ Rundschau vom 1.7.2007

Bildzitat: OÖ Rundschau v. 1.7.2007

OÖ damals
„Da – ein Erdäpfelsack, ein umgefallener“ … „Gähn.“

OÖ heute
Nach Erdäpfelsack-Chaos: 5 Zerquetschte! +++ Grüne fordern U-Ausschuss +++ Debatte: Wie sicher stehen unsere Säcke? +++ NEWS: Die 100 umgefallensten Säcke Österreichs +++ Krone: Erdäpfel am Boden: Asylanten leugnen! +++ OÖN: Drei Seiten Scharinger-Interview! +++ Österreich: Horror-Bilanz: Heuer schon 33 Säcke umgefallen! +++ Woman: Die Pommes-Diät +++ profil: Der Erdäpfel-Skandal +++ Heute: Erdäpfel verwüsten Österreich! …

 

Hier noch ein Detail aus dieser Zeichnung im Vergleich zur Realität zehn Monate später:

Haderer vs. Tips – Satire vs. Realität 0:1

 

Irgendwo geradezu prophetisch, oder? Nur für Haderer tut’s mir ein bisserl leid, denn damit steht’s im Match Satire vs. Realität 0:1. Mindestens.

 

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  1. laut Eigenangabe [↑]

Delicatessen

Dienstag, 29. April 2008

Gesehen bei einem Fleischer in Wien. Bin ich der Einzige, der bei diesem Plakat ganz seltsame Assoziationen hat?

Delicatessen

Delicatessen

Und ans Fail-Blog denk ich auch grad wieder.

 

Scherzartikel – Horror Delights Blutiger Finger

Update 1.5.2008: *hmpf* – gleich zwei Freunde hatten unabhängig voneinander eine … ähem … recht spezielle Assoziation zu dem Plakat und dachten, das wär auch die Meine. Sorry Leuts, aber wenn ich so verdrahtet wäre, würde ich ernsthaft über professionelle Hilfe nachdenken ;-). Also, nur sicherheitshalber, bevor auch noch anderen die Fantasie durchgeht: ich hatte beim ersten flüchtigen Blick an etwas wie rechts im Bild gedacht (nur halt in Echt).

Wow, ich habe über 150.000 Besucher!

Freitag, 25. April 2008

Nein nicht im Blog. Da brauch ich noch ein paar Jahre für die 150.000 Visits. Aber auf Youtube hab ich sie, wie ich eben selbst ziemlich baff feststellen durfte. Bei einem meiner schon älteren Videos. Quasi über Nacht…

Flash-Player herunterladen
[Youtube-Video]

Der Künstler Johan Lorbeer „lehnt“ an der Wand eines Buchladens in Linz – in zwei Metern Höhe! Die Aktion war Teil der Ausstellung „Schaurausch“, die Kunst und Kunstaktionen in 50 Schaufenstern der Stadt präsentierte. Als kleinen Vorgeschmack auf Linz 09 – Kulturhauptstadt Europas.

Defying Gravity – Statistics & Data

Wenn man auf Youtube direkt beim Video auf „Statistics & Data“ geht und den Topverweisen aufs Video folgt, sieht man auch, wer das ein Jahr alte Filmchen, das bis vor wenigen Tagen friedlich bei einigen tausend Views dahindümpelte auf über 150.000 katapultiert hat: Die Koreaner waren’s! :-)

 

Der verlorene Koch aus Asien

Montag, 14. April 2008

Heute geht es wirklich Schlag auf Schlag. Während ich noch den Bus von eben fotografiere, kommt jemand auf mich zu. Ein Asiate, so um die 40 Jahre, vielleicht auch etwas jünger, etwa 1,75 groß, rundes Gesicht, leicht untersetzte Statur, sauber gekleidet, kleiner Rucksack auf dem Rücken: „Entschuldigen Sie, … ich komme von Graz…“

Während er in seinem irgendwie putzigen Akzent weiterspricht, deutet er beiläufig mit seiner linken Hand auf eine ganze Reihe von Unterlagen in seiner Rechten. Darunter auch, nicht ganz obenauf, sondern gerade so, dass man sie noch halbwegs erkennen kann, zwei ÖBB-Faltfahrpläne, auf denen Graz und Linz zu lesen ist.

Er müsse telefonieren, fährt er fort und zeigt nun auf den obersten Zettel. Es ist ein bedrucktes Blatt, irgendeine Touristeninfo oder so, auf das jemand mit Kugelschreiber drei Telefonnummern dazugeschrieben hat. Nix Exotisches, irgendwelche 0676er und ähnliche. Es sieht so aus, als habe ihm jemand diese Nummern als Kontakt in Linz gegeben.

Der Arme wirkt echt total verloren in der fremden Stadt. Seine einzige Anlaufstelle scheinen diese Nummern zu sein, die er nicht anrufen kann, weil ihm Kleingeld fehlt. Alles was er selber hat, sind ein paar Kupfermünzen, die er mir in seiner linken Hand zeigt.

Wenn jemand so offenkundig in Not ist, wie dieser arme Kerl, helfe ich natürlich. Ich sage also: „Entschuldigen Sie, aber ich kenne Sie. Sie haben mich doch schon einmal angesprochen, letzten Sommer. Sie sind ‚Koch‘, nicht wahr?“ Er lächelt verlegen und stammelt etwas Unverständliches wie: „jahaa, ich bin vor Monat wieder…“. Ich beschließe, sein Leiden mit einem freundlichen „tut mir leid“ abzukürzen. Er zögert kurz, ist aber wohl froh, so glatt aus der Nummer zu kommen und trottet weiter seines Weges…

Rückblende – Sommer 2007

Letzten Sommer, als ich mit Freunden abends vor der Capetown Winery in der Herrenstraße saß, war er auch auf uns zugekommen. Er hatte genau die gleichen Unterlagen dabei und auch die Story war dieselbe wie heute. Damals hatten wir uns aber länger um ihn angenommen. So erfuhren wir eben auch, dass er angeblich einen Job als Koch habe, aber seinen Arbeit- und Quartiergeber nicht erreiche.

Wir hatten ihm damals unser Handy angeboten, damit er die Nummern auf seinem Zettel anrufen könne. Das hat er auch versucht, aber scheinbar niemanden erreicht.1) Er hatte dann sogar noch gebeten, ob er nicht bei jemandem von uns übernachten könne, da er ja jetzt überhaupt nicht mehr wisse, wohin. Darauf sind wir aber dann doch nicht eingestiegen.

Der Arme, er irrt offenbar immer noch ganz verloren durch Linz…

 

Update 30.09.2008
Nahezu prophetisch, der letzte Satz oben. Auf diesen Artikel bin ich heute zufällig im Linzer „City!“-Magazin gestoßen:

Linzer City-Magazin: ‚Kulturhauptstadt lockt auch Trickbetrüger an‘

„[…] danach bittet er um Kleingeld, um einen wichtigen Anruf tätigen zu können. Ein CITY!-Leser bot ihm daraufhin freundlicherweise sein eigenes Handy an – davon war der Mann aber nicht wirklich begeistert und zeigte auf die Tasche des Linzers. „Daraufhin bin ich total verärgert abgezogen“, so unser Leser empört. Kurioserweise scheint der aus Asien stammende „Tourist“ kein besonders gutes Gedächtnis zu haben. Drei Tage später sprach er unseren Leser erneut an fast der gleichen Stelle mit der selben Masche an.“

 

Obwohl, so richtig einer von den bösen, fiesen Trickbetrügern schien er mir nicht zu sein – wenn’s denn der selbe ist, woran ich aber fast keine Zweifel hege. Eher schon ein tapsiges Kerlchen, das man vielleicht unter Artenschutz stellen sollte :-)

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  1. Nein, Mehrwertnummern scheint er keine angerufen zu haben, darauf haben wir schon damals geachtet, und das wäre uns – spätestens bei der Rechnung – aufgefallen. Aber vielleicht schauen wir jetzt doch noch mal ganz genau, zur Sicherheit ;-) [↑]

Die 17er-Falle – Reisebus legt Linie lahm

Montag, 14. April 2008

Ich denke, die Busfahrer der Linz AG haben so ziemlich alles schon mal erlebt. Aber sowas dürfte selbst für den abgebrühtesten Fahrer nicht alltäglich sein:

Europaplatz, heute, so gegen 19:30 Uhr. Da wo laut Haltestellenanzeige ein 17er fällig wäre, steht ein Bus ohne Linienanzeige, Blinker heraußen und Fahrer auch. Etwas dürfte nicht stimmen, denn unweit davon kommt schon ein Einsatzauto der Linz AG, und in der nahen Umkehrschleife steht auch schon ein anderer Bus bereit, wo die 17 draufsteht. Und noch ein dritter Bus ist zu sehen, dessen Rolle ich noch nicht so recht einordnen kann, vermutlich ein privater Reisebus.

So ca. das Bild, das sich von der Haltestelle aus bot:

17er-Falle – Kein Durchkommen mehr, 17er muss langsam retour rausgewiesen werden

Blick auf die Umkehrschleife. Der Linienbus, links im Bild, müsste nur noch einen „U-Turn“ dort herum fahren, wo der gelbe Bus steht, um zur Haltestelle zu gelangen.

 

Ah, dachte ich, messerscharf analysierend: „Der Bus in der Haltestelle hat sicher eine Störung und ist ausgefallen, da hinten in der Schleife kommt gleich der Ersatz.“

Denkste!

Es war genau andersrum. Der 17er in der Umkehrschleife war der mit der „Störung“. Denn dieser steckte böse in der Falle: Der Fahrer des gelben Reisebusses hatte sich ausgerechnet die Umkehrschleife als privaten Busparkplatz erkoren. War ja auch schön frei dort und viel Platz. „War“, denn jetzt gab es kein Vorbeikommen mehr. Und der Fahrer war offenbar unauffindbar.

Leider bin ich ein bisserl spät dazugestoßen, aber hier noch ein paar Impressionen vom Tatort:

17er-Falle – Einfahrt zu Umkehrschleife

17er-Falle – Sackgasse

17er-Falle – Schöner Parkplatz, komisch dass der noch frei war

 

Ich nehme an, der 17er ist natürlich nur in die Umkehrschleife reingefahren, weil er davon ausging, das Hindernis werde gleich wieder aus dem Weg sein. Wer denkt auch an so was? Nun aber musste ein Ersatzbus samt Fahrer kommen. Der festsitzende 17er ganz langsam rückwärts wieder aus der Sackgasse herausgewiesen werden, usw. usf. – von der Verspätung ganz zu schweigen.

Die ham jedenfalls ordentlich geflucht. Bin gespannt, ob das Reisebusunternehmen demnächst Post erhält… ;-)