Archiv für die Kategorie ‘Unterwegs’

In Linz, da stinkt’s (wieder)

Sonntag, 11. Oktober 2009

Meine Generation hat sich oft gefragt, wie konnten unsere Großeltern nur auf diesen Hitler reinfallen. Wie konntet ihr da nur mitmachen? Ich fürchte, unsere Kinder geben uns die Antwort.

„Schon mal mit White-Power-Idioten im Bus gefahren, die sich mit Hitlergruß v. Ausländerfamilie verabschieden? In Linz beginnt’s!“, schrieb ich am 19. Juni auf Twitter. Und gestern hatte ich wieder eine denkwürdige Busfahrt in Linz…

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Samstag Nachmittag. Im 15er gerade noch nen Sitzplatz ergattert. Auf der Bank hinter mir drei Teenager. Zwei junge Frauen und ein Mann, den Stimmen nach.

„Des mog i scho, wenn sich einer aufregt und net amoi gscheit Deutsch kann.“, ereifert sich eins der Mädchen. Es entspinnt sich ein Dialog, von dem aufgrund des Lärmpegels nur Fragmente zu verstehen sind…

Als „Rechts-EXTREMER“, deklariert sich darin der junge Mann hinter mir. Er betont das zweite Wort in einer Art, als könne „Rechts“ ja schnell wer sein, aber „extrem“, da schwingt ein ganz spezieller Stolz mit, in der Stimme.

Der Name Hitler fällt und einige andere Begriffe aus der selben Ecke. Von Glatze scheren reden die Mädls scherzhaft. Der Junge beruhigt, das sei nicht mehr so und erwähnt die „Oide“ von einem Freund, der man auch nicht ansähe, „dass sie ein Nazi ist“.

Die Mädchen erzählen von ihrer Schule, dass sich die Direktorin immer furchtbar aufrege und die Polizei rufe, wenn jedes Jahr wieder in den frischen Schnee „so ein Ding…“ Er: „Hakenkreuz“ – ja, so ein Hakenkreuz, gut sichtbar gegenüber der Schule in den Schnee gemalt werde. Er: „Nur in den Schnee? Ich hab mal fast [sic!] a Anzeige gekriegt, weil ich eins auf ne Mauer … sooo groß“. Da ist er wieder, der Stolz in der Stimme.

Einen Freund erwähnt er noch, mit dem er demnächst nach Auschwitz fährt – im Rahmen der Schule, hoffe ich, doch sicher bin ich nicht.

Beim Aussteigen will ich dann doch kurz sehen, wie dieser Vollblut-Rechtsextreme mit der leicht heiseren Stimme aussieht. Ich drehe mich um und … blicke in das Gesicht eines Kindes, bürgerlich, adrett gekleidet, mitten im Stimmbruch, vielleicht 12, wenn’s hoch kommt 13 Jahre alt.

Der Betrunkene, das Münztelefon und das Taxi – Eine Bahn(hofs)geschichte in drei Akten

Samstag, 9. August 2008

Herbert und Martha kennt ihr ja schon. Heute mal wieder eine Bahngeschichte, wie sie das Leben schrieb.1) Aus jener Zeit, in der Münztelefone noch täglich gefüttert wurden und sich nicht anderweitig verdingen mussten.

1. Akt

Mann (mitte 50, nicht ganz nüchtern) betritt die Wartehalle und geht zum Telefon. Er wirft eine Münze ein. Die Münze fällt hörbar in die Geldrückgabe. Der Mann hebt den Hörer ab. Wählt. Hört offenbar nur ein Tuten im Hörer. Leicht verwirrt legt er den Hörer wieder auf und will hinausgehen. Ich hole die Münze aus dem Rückgabefach und bringe sie ihm nach. Der Mann verlässt das Bahnhofsgebäude.

2. Akt (eine Minute später.)

Mann betritt erneut die Halle – geht wieder zum Telefon. Versucht wieder (erfolglos) zu telefonieren. Währenddessen betritt eine Taxifahrerin (T) die Halle und geht zu dem Mann (M).

T: Sind Sie der Herr, der ein Taxi bestellt hat?
M: Nein.
T: Vom Bahnhofscafé aus?
M: Nein.

 

Taxifahrerin geht ab in Richtung Café. Mann kämpft weiter mit den Tücken des Münztelefons.

Nach einigen weiteren Neuinterpretationen der Bedienungsanleitung (zB: Münze einwerfen – Abwarten bis Münze ins Geldrückgabefach gefallen ist – Wählen – Hörer abheben) scheint er erstaunlicherweise Erfolg zu haben, obwohl die Münze in die Geldrückgabe gefallen war:

M: Ja Hallo? … Was? … Rettung?! … Äh – Entschuldigung.

 

Mann legt wieder auf. Taxifahrerin kommt vom Bahnhofscafé zurück.

T: Die Dame im Restaurant hat mir aber gesagt, dass sie für Sie das Taxi bestellt hat!
M (lallend): Ich hab kein Taxi bestellt.

 

Frau geht zurück zum Taxi. Mann geht Richtung Bahnhofstoilette.

3. Akt (einige Minuten später)

Mann kommt zurück. Geht wieder zum Telefon. Hebt nun zuerst den Hörer ab und wirft dann das Geld ein. Wählt ziemlich unsicher. Verbindung kommt zustande – hat sich aber offenbar wieder verwählt. Immerhin kann ihm der andere Gesprächsteilnehmer zumindest die richtige Telefonnummer sagen:

M: Sie sind nicht…?! 17 18? … Ah 17 18 muss ich wählen – danke.

 

Mann legt auf und wählt nun diese Nummer (sie steht auch groß auf einem Aufkleber neben dem Telefon)

M: Hallo? Taxizentrale?! Ja, ich brauche ein Taxi vom Bahnhof – in Lambach, ja. Danke! … Wiedersehn.

 

Mann legt auf. Münze fällt in Geldrückgabe. Mann geht ab.

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  1. Ich könnte mir sowas auch gar nicht ausdenken. [↑]

Von Linz nach Graz – Bahn fahren wie 1965

Montag, 2. Juni 2008

Dieses Wochenende hatte ich das zweifelhafte Vergnügen einer Fahrt im IC auf der Pyhrnstrecke Linz-Graz. Habt ihr den Haken eben bemerkt? Ich schrieb InterCity, nicht ÖBB InterCity. Natürlich sind beide von den ÖBB, dennoch sollte man auf diese vermeintliche Kleinigkeit achten. Der Unterschied für den Kunden ist nämlich gewaltig: Ca. 40 Jahre Eisenbahngeschichte!

Ich bin natürlich auch drauf reingefallen. Das ist wohl auch der Sinn dieser kleinen, fiesen Marketing-Finte: Für Uneingeweihte so tun, als wären alle InterCity auf ungefähr dem selben Niveau. Unterscheiden sich ja nur in dem selbstverständlich wirkenden Zusatz „ÖBB“, der kaum den Verdacht erweckt, in Wahrheit eine völlig andere Zug-Gattung zu bezeichnen.

Selbst die Beschreibung der Zugkategorien auf der ÖBB-Homepage lässt nicht ansatzweise erahnen, wie groß der Unterschied in der Realität ist. Hier der „ÖBB IC“:

Höchste Qualität in Ausstattung und Service:
ÖBB EC/IC 2. Klasse

  • elegante Sitzgarnituren in edlem Design
  • verbesserter Handyempfang durch spezielle Verglasung
  • ausschließlich klimatisierte Züge
  • Stromanschluss für Laptops oder andere elektronische Geräte

[…]

Der ÖBB IC bietet die selbe komfortable Ausstattung wie der ÖBB EC mit dem Unterschied, dass kein Speisewagen mitgeführt wird und Ihre Betreuung im ÖBB IC durch ein mobiles Bordservice erfolgt.

Quelle: ÖBB »

 

Für die reinen Autofahrer unter meinen Lesern: Als regelmäßig Reisender auf der Westbahnstrecke kann ich das bestätigen. Die „ÖBB IC“ sind absolut auf der Höhe der Zeit. Und auf langen Fahrten meist angenehmer, entspannender und schneller als das Auto.

Und das ist laut ÖBB der „IC“ (ohne „ÖBB“ vorne dran):

InterCity
Auch in den InterCitys, den nationalen Taktzügen zwischen den großen Städten und Touristikzentren, genießen Sie erstklassigen Komfort.

Quelle: ÖBB »

 

Hmmm, etwas einsilbig, findet ihr nicht auch? Ich denke, diese Beschreibung wäre noch ausbaufähig. Liebe ÖBB, wie wär’s, wenn wir sie um ein paar Eindrücke von meiner (hoffentlich) letzten Fahrt auf der Pyhrnbahn ergänzen:

InterCity

ÖBB 4010 Garnitur

Genießen Sie das Flair längst vergangener Zeiten. In unseren historischen Eisenbahngarnituren aus den 60er Jahren…

 

ÖBB 4010 – Gang

können Sie sich noch mal so richtig zurückversetzen lassen…

 

ÖBB 4010 – Fensterplatz

in eine Zeit, in der noch nicht Stress und Hektik den Alltag bestimmten.

Selbstverständlich müssen Sie dennoch auf keinerlei Komfort verzichten.

 

ÖBB 4010 – Ausziehtisch

Ablagen für Notebooks und modernste Multimediageräte sind ebenso selbstverständlich, wie…

 

ÖBB 4010 – Vorhang

eine CO2-neutrale Klimaanlage mit integriertem UV-Sonnenschutz in jedem Abteil.

 

ÖBB 4010 – Schalter für Licht und Lautsprecher

Mit etwas Geschick können Sie sogar Ihre elektronischen Geräte an unser Bordnetz anschließen.

 

ÖBB 4010 – Kleiderhaken

Und liebevolle Gestaltung bis ins kleinste historische Detail, lässt Ihre Reise zum unvergesslichen Erlebnis werden.

 

Also, warten Sie nicht länger! Besuchen Sie uns in einem der ÖBB-Servicecenter und buchen Sie Ihre Reise von gestern, zu Preisen von morgen.

Wir freuen uns auf Sie!

 

Zukunft am Zug?

Ja, was da zwischen Linz und Graz verkehrt ist tatsächlich eine historische 4010er Garnitur. Diese Baureihe wurde laut Wikipedia bei den ÖBB zwischen 1965 und 1978 in Dienst gestellt.

Immerhin wurden diese Züge in den 90ern „modernisiert“ und bieten nun folgende zeitgemäße Annehmlichkeiten:

  • Kein Strom
    Als ich den Zugbegleiter Schaffner nach einem Waggon mit Steckdose fragte, sah er mich kurz an, als wäre ich ein Zeitreisender aus der Zukunft.
  • Kein Klima
    O-Ton Schaffner: „Es gibt schon einen klimatisierten Waggon, aber dort ist es heißer als hier, weil die Anlage zu wenig kühlt und die Fenster ja nicht aufgehen.“ Wenige Minuten später sah ich seine Aussage bestätigt. Reisende wanderten durch die Gänge und suchten unter Abgabe tlw. nicht zitierfähiger Unmutsäußerungen einen neuen Sitzplatz. Sie hatten vergeblich gehofft, die Klimaanlage würde nach Abfahrt des Zuges „anspringen“.
  • Kein Service
    Okay, der mobile Bordservice nervt meistens eh nur.
  • Polstermöbel aus Großmutters Zeiten
    die nach spätestens zwei Stunden Fahrt deutlich spüren lassen, dass eine konvexe Sitzwölbung nicht dem Gesäß-Design eines Reisenden auf unserem Planeten entspricht.
  • Eine sagenhafte Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h
    Damit um über eine Stunde längere Fahrzeit von Linz nach Graz als mit dem Auto. Ein Gutes hat’s: Die Gefahr eines Deliriums Furiosum1) dürfte sich in Grenzen halten.

Tja, „Zukunft am Zug“ lautet der ÖBB-Werbeclaim. Von „im“ war nie die Rede.

Reisen 2. Klasse

Richtig verarscht fühlt man sich aber erst, wenn man auf so einer Nostalgiefahrt Richtung Graz hin und wieder nach rechts aus dem Fenster blickt. Da hat man, den Berg hoch, oft einen wunderschönen Blick auf die mit Milliardenaufwand neu gebaute Pyhrnautobahn. Eine moderne, komfortable Hochgeschwindigkeitsstrecke für den erdölgetriebenen Individualverkehr. Mit unzähligen Brücken, Tunnels, Unterflurtrassen. Kein Aufwand war hier zu hoch, um jede überflüssige Fahrminute zu eliminieren und die Strecke an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen.

Das Traurige: Selbst wenn man heute noch anfinge, würden wohl an die 20 Jahre vergehen, bevor man über die Bahn dasselbe sagen könnte. Kein Wunder, dass die meisten Menschen lieber in den sauren Apfel steigender Benzinpreise beißen. Der öffentliche Verkehr ist hier zum Notnagel für Randgruppen verkommen, die keine andere Wahl haben. Aber er ist Lichtjahre davon entfernt, eine konkurrenzfähige Alternative zu sein, auf die man gerne und freiwillig umsteigt.

Auf die Pyhrnbahn umsteigen werde auch ich nie mehr. Jedenfalls nicht freiwillig. 500 Schilling 35 Euro sind mir schlicht zuviel für diese Form des Zeitreisens. Die nächste Fahrt nach Graz findet wieder mit dem Auto statt, wenn es sich mit Freunden nur irgendwie einrichten lässt.

Und hin und wieder werde ich dann, oben auf der Autobahn, in Gedanken mal hinunterschaun, auf die armen Reisenden da unten, im Jahre 1965.

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  1. Begriff aus einem historisch umstrittenen med. Gutachten zur Einführung der Eisenbahn im Jahre 1835: „Ortsveränderungen mittels irgend einer Art von Dampfmaschine sollten im Interesse der öffentlichen Gesundheit verboten sein. Die raschen Bewegungen können nicht verfehlen, bei den Passagieren die geistige Unruhe, ‚delirium furiosum‘ genannt, hervorzurufen. Selbst zugegeben, dass Reisende sich freiwillig der Gefahr aussetzen, muss der Staat wenigstens die Zuschauer beschützen, denn der Anblick einer Lokomotive, die in voller Schnelligkeit dahinrast, genügt, um diese schreckliche Krankheit zu erzeugen. Es ist daher unumgänglich nötig, dass eine Lärmschutzwand Schranke, wenigstens sechs Fuß hoch, auf beiden Seiten der Bahn errichtet werde.“ [↑]

Unfassbar! Was läuft nur falsch in Österreich?

Donnerstag, 1. Mai 2008

Was ist das nur für ein Land, in dem Menschen zu so etwas fähig sind? Und natürlich will wieder keiner etwas bemerkt haben. Hier die erschütternde Schlagzeile mit der die auflagenstärkste1) Zeitung Oberösterreichs gestern aufgemacht hat:

Tips 30.4.2008: „Gummistiefel aus Auslage gestohlen“

„Gummistiefel aus Auslage gestohlen“ (Tips 30.4.2008)

 

Ich muss zugeben, dass ich eine derartige Schlagzeile angesichts der Ereignisse der letzten Tage ja für durchaus erfrischend halte, und ohne Frage für ungleich sympathischer als manche Auswüchse der Konkurrenz.

Die gestohlenen Objekte – fotografiert am 30.3.2008

Es geht übrigens um diesen netten Blickfang, den ein Linzer Juwelier in sein Fenster gesetzt hat. Zufällig hab ich ihn Ende März bei einem Streifzug durch Linz fotografiert – damals noch mit den mittlerweile entwendeten Stiefeln.

 

Realität schlägt Satire 1:0

Aber zurück zur Schlagzeile von eben. Sie hat mich nämlich an etwas erinnert: Eine Karikatur von Gerhard Haderer, die ich so treffend genial fand, dass ich sie mir damals als „Poster“ aus der Zeitung ausgeschnitten hab:

Bildzitat aus OÖ Rundschau vom 1.7.2007

Bildzitat: OÖ Rundschau v. 1.7.2007

OÖ damals
„Da – ein Erdäpfelsack, ein umgefallener“ … „Gähn.“

OÖ heute
Nach Erdäpfelsack-Chaos: 5 Zerquetschte! +++ Grüne fordern U-Ausschuss +++ Debatte: Wie sicher stehen unsere Säcke? +++ NEWS: Die 100 umgefallensten Säcke Österreichs +++ Krone: Erdäpfel am Boden: Asylanten leugnen! +++ OÖN: Drei Seiten Scharinger-Interview! +++ Österreich: Horror-Bilanz: Heuer schon 33 Säcke umgefallen! +++ Woman: Die Pommes-Diät +++ profil: Der Erdäpfel-Skandal +++ Heute: Erdäpfel verwüsten Österreich! …

 

Hier noch ein Detail aus dieser Zeichnung im Vergleich zur Realität zehn Monate später:

Haderer vs. Tips – Satire vs. Realität 0:1

 

Irgendwo geradezu prophetisch, oder? Nur für Haderer tut’s mir ein bisserl leid, denn damit steht’s im Match Satire vs. Realität 0:1. Mindestens.

 

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  1. laut Eigenangabe [↑]

Delicatessen

Dienstag, 29. April 2008

Gesehen bei einem Fleischer in Wien. Bin ich der Einzige, der bei diesem Plakat ganz seltsame Assoziationen hat?

Delicatessen

Delicatessen

Und ans Fail-Blog denk ich auch grad wieder.

 

Scherzartikel – Horror Delights Blutiger Finger

Update 1.5.2008: *hmpf* – gleich zwei Freunde hatten unabhängig voneinander eine … ähem … recht spezielle Assoziation zu dem Plakat und dachten, das wär auch die Meine. Sorry Leuts, aber wenn ich so verdrahtet wäre, würde ich ernsthaft über professionelle Hilfe nachdenken ;-). Also, nur sicherheitshalber, bevor auch noch anderen die Fantasie durchgeht: ich hatte beim ersten flüchtigen Blick an etwas wie rechts im Bild gedacht (nur halt in Echt).

Wow, ich habe über 150.000 Besucher!

Freitag, 25. April 2008

Nein nicht im Blog. Da brauch ich noch ein paar Jahre für die 150.000 Visits. Aber auf Youtube hab ich sie, wie ich eben selbst ziemlich baff feststellen durfte. Bei einem meiner schon älteren Videos. Quasi über Nacht…

Flash-Player herunterladen
[Youtube-Video]

Der Künstler Johan Lorbeer „lehnt“ an der Wand eines Buchladens in Linz – in zwei Metern Höhe! Die Aktion war Teil der Ausstellung „Schaurausch“, die Kunst und Kunstaktionen in 50 Schaufenstern der Stadt präsentierte. Als kleinen Vorgeschmack auf Linz 09 – Kulturhauptstadt Europas.

Defying Gravity – Statistics & Data

Wenn man auf Youtube direkt beim Video auf „Statistics & Data“ geht und den Topverweisen aufs Video folgt, sieht man auch, wer das ein Jahr alte Filmchen, das bis vor wenigen Tagen friedlich bei einigen tausend Views dahindümpelte auf über 150.000 katapultiert hat: Die Koreaner waren’s! :-)

 

Der verlorene Koch aus Asien

Montag, 14. April 2008

Heute geht es wirklich Schlag auf Schlag. Während ich noch den Bus von eben fotografiere, kommt jemand auf mich zu. Ein Asiate, so um die 40 Jahre, vielleicht auch etwas jünger, etwa 1,75 groß, rundes Gesicht, leicht untersetzte Statur, sauber gekleidet, kleiner Rucksack auf dem Rücken: „Entschuldigen Sie, … ich komme von Graz…“

Während er in seinem irgendwie putzigen Akzent weiterspricht, deutet er beiläufig mit seiner linken Hand auf eine ganze Reihe von Unterlagen in seiner Rechten. Darunter auch, nicht ganz obenauf, sondern gerade so, dass man sie noch halbwegs erkennen kann, zwei ÖBB-Faltfahrpläne, auf denen Graz und Linz zu lesen ist.

Er müsse telefonieren, fährt er fort und zeigt nun auf den obersten Zettel. Es ist ein bedrucktes Blatt, irgendeine Touristeninfo oder so, auf das jemand mit Kugelschreiber drei Telefonnummern dazugeschrieben hat. Nix Exotisches, irgendwelche 0676er und ähnliche. Es sieht so aus, als habe ihm jemand diese Nummern als Kontakt in Linz gegeben.

Der Arme wirkt echt total verloren in der fremden Stadt. Seine einzige Anlaufstelle scheinen diese Nummern zu sein, die er nicht anrufen kann, weil ihm Kleingeld fehlt. Alles was er selber hat, sind ein paar Kupfermünzen, die er mir in seiner linken Hand zeigt.

Wenn jemand so offenkundig in Not ist, wie dieser arme Kerl, helfe ich natürlich. Ich sage also: „Entschuldigen Sie, aber ich kenne Sie. Sie haben mich doch schon einmal angesprochen, letzten Sommer. Sie sind ‚Koch‘, nicht wahr?“ Er lächelt verlegen und stammelt etwas Unverständliches wie: „jahaa, ich bin vor Monat wieder…“. Ich beschließe, sein Leiden mit einem freundlichen „tut mir leid“ abzukürzen. Er zögert kurz, ist aber wohl froh, so glatt aus der Nummer zu kommen und trottet weiter seines Weges…

Rückblende – Sommer 2007

Letzten Sommer, als ich mit Freunden abends vor der Capetown Winery in der Herrenstraße saß, war er auch auf uns zugekommen. Er hatte genau die gleichen Unterlagen dabei und auch die Story war dieselbe wie heute. Damals hatten wir uns aber länger um ihn angenommen. So erfuhren wir eben auch, dass er angeblich einen Job als Koch habe, aber seinen Arbeit- und Quartiergeber nicht erreiche.

Wir hatten ihm damals unser Handy angeboten, damit er die Nummern auf seinem Zettel anrufen könne. Das hat er auch versucht, aber scheinbar niemanden erreicht.1) Er hatte dann sogar noch gebeten, ob er nicht bei jemandem von uns übernachten könne, da er ja jetzt überhaupt nicht mehr wisse, wohin. Darauf sind wir aber dann doch nicht eingestiegen.

Der Arme, er irrt offenbar immer noch ganz verloren durch Linz…

 

Update 30.09.2008
Nahezu prophetisch, der letzte Satz oben. Auf diesen Artikel bin ich heute zufällig im Linzer „City!“-Magazin gestoßen:

Linzer City-Magazin: ‚Kulturhauptstadt lockt auch Trickbetrüger an‘

„[…] danach bittet er um Kleingeld, um einen wichtigen Anruf tätigen zu können. Ein CITY!-Leser bot ihm daraufhin freundlicherweise sein eigenes Handy an – davon war der Mann aber nicht wirklich begeistert und zeigte auf die Tasche des Linzers. „Daraufhin bin ich total verärgert abgezogen“, so unser Leser empört. Kurioserweise scheint der aus Asien stammende „Tourist“ kein besonders gutes Gedächtnis zu haben. Drei Tage später sprach er unseren Leser erneut an fast der gleichen Stelle mit der selben Masche an.“

 

Obwohl, so richtig einer von den bösen, fiesen Trickbetrügern schien er mir nicht zu sein – wenn’s denn der selbe ist, woran ich aber fast keine Zweifel hege. Eher schon ein tapsiges Kerlchen, das man vielleicht unter Artenschutz stellen sollte :-)

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  1. Nein, Mehrwertnummern scheint er keine angerufen zu haben, darauf haben wir schon damals geachtet, und das wäre uns – spätestens bei der Rechnung – aufgefallen. Aber vielleicht schauen wir jetzt doch noch mal ganz genau, zur Sicherheit ;-) [↑]

Die 17er-Falle – Reisebus legt Linie lahm

Montag, 14. April 2008

Ich denke, die Busfahrer der Linz AG haben so ziemlich alles schon mal erlebt. Aber sowas dürfte selbst für den abgebrühtesten Fahrer nicht alltäglich sein:

Europaplatz, heute, so gegen 19:30 Uhr. Da wo laut Haltestellenanzeige ein 17er fällig wäre, steht ein Bus ohne Linienanzeige, Blinker heraußen und Fahrer auch. Etwas dürfte nicht stimmen, denn unweit davon kommt schon ein Einsatzauto der Linz AG, und in der nahen Umkehrschleife steht auch schon ein anderer Bus bereit, wo die 17 draufsteht. Und noch ein dritter Bus ist zu sehen, dessen Rolle ich noch nicht so recht einordnen kann, vermutlich ein privater Reisebus.

So ca. das Bild, das sich von der Haltestelle aus bot:

17er-Falle – Kein Durchkommen mehr, 17er muss langsam retour rausgewiesen werden

Blick auf die Umkehrschleife. Der Linienbus, links im Bild, müsste nur noch einen „U-Turn“ dort herum fahren, wo der gelbe Bus steht, um zur Haltestelle zu gelangen.

 

Ah, dachte ich, messerscharf analysierend: „Der Bus in der Haltestelle hat sicher eine Störung und ist ausgefallen, da hinten in der Schleife kommt gleich der Ersatz.“

Denkste!

Es war genau andersrum. Der 17er in der Umkehrschleife war der mit der „Störung“. Denn dieser steckte böse in der Falle: Der Fahrer des gelben Reisebusses hatte sich ausgerechnet die Umkehrschleife als privaten Busparkplatz erkoren. War ja auch schön frei dort und viel Platz. „War“, denn jetzt gab es kein Vorbeikommen mehr. Und der Fahrer war offenbar unauffindbar.

Leider bin ich ein bisserl spät dazugestoßen, aber hier noch ein paar Impressionen vom Tatort:

17er-Falle – Einfahrt zu Umkehrschleife

17er-Falle – Sackgasse

17er-Falle – Schöner Parkplatz, komisch dass der noch frei war

 

Ich nehme an, der 17er ist natürlich nur in die Umkehrschleife reingefahren, weil er davon ausging, das Hindernis werde gleich wieder aus dem Weg sein. Wer denkt auch an so was? Nun aber musste ein Ersatzbus samt Fahrer kommen. Der festsitzende 17er ganz langsam rückwärts wieder aus der Sackgasse herausgewiesen werden, usw. usf. – von der Verspätung ganz zu schweigen.

Die ham jedenfalls ordentlich geflucht. Bin gespannt, ob das Reisebusunternehmen demnächst Post erhält… ;-)

Grazer Kastenwagen (powered by Bauschaum)

Donnerstag, 3. April 2008

Ich geb’s zu, Kastenwagen hatte ich mir bislang auch immer ein bisschen anders vorgestellt…

Grazer Kastenwagen

Grazer Kastenwagen

Grazer Kastenwagen

Esel Dept.

Samstag, 1. März 2008

Eigentlich ja was fürs FAIL-Blog, aber ich fürchte, der Witz scheitert an der Sprachbarriere ;-)

Diesel, unglücklich gefaltet

„Diesel“, etwas unglücklich gefaltet. Aber als ich dann die Preise sah, fand ich’s doch recht treffend.

(Gesehen im Kastner & Öhler, Graz)