Archiv für die Kategorie ‘Technisches’

Von Linz nach Graz – Bahn fahren wie 1965

Montag, 2. Juni 2008

Dieses Wochenende hatte ich das zweifelhafte Vergnügen einer Fahrt im IC auf der Pyhrnstrecke Linz-Graz. Habt ihr den Haken eben bemerkt? Ich schrieb InterCity, nicht ÖBB InterCity. Natürlich sind beide von den ÖBB, dennoch sollte man auf diese vermeintliche Kleinigkeit achten. Der Unterschied für den Kunden ist nämlich gewaltig: Ca. 40 Jahre Eisenbahngeschichte!

Ich bin natürlich auch drauf reingefallen. Das ist wohl auch der Sinn dieser kleinen, fiesen Marketing-Finte: Für Uneingeweihte so tun, als wären alle InterCity auf ungefähr dem selben Niveau. Unterscheiden sich ja nur in dem selbstverständlich wirkenden Zusatz „ÖBB“, der kaum den Verdacht erweckt, in Wahrheit eine völlig andere Zug-Gattung zu bezeichnen.

Selbst die Beschreibung der Zugkategorien auf der ÖBB-Homepage lässt nicht ansatzweise erahnen, wie groß der Unterschied in der Realität ist. Hier der „ÖBB IC“:

Höchste Qualität in Ausstattung und Service:
ÖBB EC/IC 2. Klasse

  • elegante Sitzgarnituren in edlem Design
  • verbesserter Handyempfang durch spezielle Verglasung
  • ausschließlich klimatisierte Züge
  • Stromanschluss für Laptops oder andere elektronische Geräte

[…]

Der ÖBB IC bietet die selbe komfortable Ausstattung wie der ÖBB EC mit dem Unterschied, dass kein Speisewagen mitgeführt wird und Ihre Betreuung im ÖBB IC durch ein mobiles Bordservice erfolgt.

Quelle: ÖBB »

 

Als regelmäßig Reisender auf der Westbahnstrecke kann ich das bestätigen. Die „ÖBB IC“ sind absolut auf der Höhe der Zeit und auf langen Fahrten meist angenehmer, entspannender und schneller als das Auto.

Und das ist laut ÖBB der „IC“ (ohne „ÖBB“ vorne dran):

InterCity
Auch in den InterCitys, den nationalen Taktzügen zwischen den großen Städten und Touristikzentren, genießen Sie erstklassigen Komfort.

Quelle: ÖBB »

 

Hmmm, etwas einsilbig, findet ihr nicht auch? Ich denke, diese Beschreibung wäre noch ausbaufähig. Liebe ÖBB, wie wär’s, wenn wir sie um ein paar Eindrücke von meiner (hoffentlich) letzten Fahrt auf der Pyhrnbahn ergänzen:

InterCity

ÖBB 4010 Garnitur

Genießen Sie das Flair längst vergangener Zeiten. In unseren historischen Eisenbahngarnituren aus den 60er Jahren…

 

ÖBB 4010 – Gang

können Sie sich noch mal so richtig zurückversetzen lassen…

 

ÖBB 4010 – Fensterplatz

in eine Zeit, in der noch nicht Stress und Hektik den Alltag bestimmten.

Selbstverständlich müssen Sie dennoch auf keinerlei Komfort verzichten.

 

ÖBB 4010 – Ausziehtisch

Ablagen für Notebooks und modernste Multimediageräte sind ebenso selbstverständlich, wie…

 

ÖBB 4010 – Vorhang

eine CO2-neutrale Klimaanlage mit integriertem UV-Sonnenschutz in jedem Abteil.

 

ÖBB 4010 – Schalter für Licht und Lautsprecher

Mit etwas Geschick können Sie sogar Ihre elektronischen Geräte an unser Bordnetz anschließen.

 

ÖBB 4010 – Kleiderhaken

Und liebevolle Gestaltung bis ins kleinste historische Detail, lässt Ihre Reise zum unvergesslichen Erlebnis werden.

Also, warten Sie nicht länger! Besuchen Sie uns in einem der ÖBB-Servicecenter und buchen Sie Ihre Reise von gestern, zu Preisen von morgen.

Wir freuen uns auf Sie!

 

Zukunft am Zug?

Ja, was da zwischen Linz und Graz verkehrt ist tatsächlich eine historische 4010er Garnitur. Diese Baureihe wurde laut Wikipedia bei den ÖBB zwischen 1965 und 1978 in Dienst gestellt.

Immerhin wurden diese Züge in den 90ern „modernisiert“ und bieten nun folgende zeitgemäße Annehmlichkeiten:

  • Kein Strom
    Als ich den Zugbegleiter Schaffner nach einem Waggon mit Steckdose fragte, sah er mich kurz an, als wäre ich ein Zeitreisender aus der Zukunft.
  • Kein Klima
    O-Ton Schaffner: „Es gibt schon einen klimatisierten Waggon, aber dort ist es heißer als hier, weil die Anlage zu wenig kühlt und die Fenster ja nicht aufgehen.“ Wenige Minuten später sah ich seine Aussage bestätigt. Reisende wanderten durch die Gänge und suchten unter Abgabe tlw. nicht zitierfähiger Unmutsäußerungen einen neuen Sitzplatz. Sie hatten vergeblich gehofft, die Klimaanlage würde nach Abfahrt des Zuges „anspringen“.
  • Kein Service
    Okay, der mobile Bordservice nervt meistens eh nur.
  • Polstermöbel aus Großmutters Zeiten
    die nach spätestens zwei Stunden Fahrt deutlich spüren lassen, dass eine konvexe Sitzwölbung nicht dem Gesäß-Design eines Reisenden auf unserem Planeten entspricht.
  • Eine sagenhafte Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h
    Damit um über eine Stunde längere Fahrzeit von Linz nach Graz als mit dem Auto. Ein Gutes hat’s: Die Gefahr eines Deliriums Furiosum1) dürfte sich in Grenzen halten.

Tja, „Zukunft am Zug“ lautet der ÖBB-Werbeclaim. Von „im“ war nie die Rede.

Reisen 2. Klasse

Richtig verarscht fühlt man sich aber erst, wenn man auf so einer Nostalgiefahrt Richtung Graz hin und wieder nach rechts aus dem Fenster blickt. Da hat man, den Berg hoch, oft einen wunderschönen Blick auf die mit Milliardenaufwand neu gebaute Pyhrnautobahn. Eine moderne, komfortable Hochgeschwindigkeitsstrecke für den erdölgetriebenen Individualverkehr. Mit unzähligen Brücken, Tunnels, Unterflurtrassen. Kein Aufwand war hier zu hoch, um jede überflüssige Fahrminute zu eliminieren und die Strecke an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen.

Das Traurige: Selbst wenn man heute noch anfinge, würden wohl an die 20 Jahre vergehen, bevor man über die Bahn dasselbe sagen könnte. Kein Wunder, dass die meisten Menschen lieber in den sauren Apfel steigender Benzinpreise beißen. Der öffentliche Verkehr ist hier zum Notnagel für Randgruppen verkommen, die keine andere Wahl haben. Aber er ist Lichtjahre davon entfernt, eine konkurrenzfähige Alternative zu sein, auf die man gerne und freiwillig umsteigt.

Auf die Pyhrnbahn umsteigen werde auch ich nie mehr. Jedenfalls nicht freiwillig. 500 Schilling 35 Euro sind mir schlicht zuviel für diese Form des Zeitreisens. Die nächste Fahrt nach Graz findet wieder mit dem Auto statt, wenn es sich mit Freunden nur irgendwie einrichten lässt.

Und hin und wieder werde ich dann, oben auf der Autobahn, in Gedanken mal hinunterschaun, auf die armen Reisenden da unten, im Jahre 1965.

_________
  1. Begriff aus einem historisch umstrittenen med. Gutachten zur Einführung der Eisenbahn im Jahre 1835: „Ortsveränderungen mittels irgend einer Art von Dampfmaschine sollten im Interesse der öffentlichen Gesundheit verboten sein. Die raschen Bewegungen können nicht verfehlen, bei den Passagieren die geistige Unruhe, ‚delirium furiosum‘ genannt, hervorzurufen. Selbst zugegeben, dass Reisende sich freiwillig der Gefahr aussetzen, muss der Staat wenigstens die Zuschauer beschützen, denn der Anblick einer Lokomotive, die in voller Schnelligkeit dahinrast, genügt, um diese schreckliche Krankheit zu erzeugen. Es ist daher unumgänglich nötig, dass eine Lärmschutzwand Schranke, wenigstens sechs Fuß hoch, auf beiden Seiten der Bahn errichtet werde.“ [↑]

A1: Bei Kündigung Lösegeld – oder doch nicht?

Montag, 18. Februar 2008

Die schlechte Nachricht:
Wer seinen A1-Vertrag kündigt, muss ab Mitte April knapp 10 Euro Lösegeld Kündigungsgebühr „Deaktivierungsentgelt“ zahlen. Außerdem wird die Kündigungsfrist auf ein rekordverdächtiges Vierteljahr erhöht.

Die gute Nachricht:
Betroffene A1-Bestandskunden haben wegen dieser nachteiligen Vertragsänderungen ein Sonderkündigungsrecht. Sprich, sie können bis 18. 4. kostenlos aus dem laufenden Vertrag aussteigen.1)

Die lustige Nachricht:
Wer von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen will, bekommt mit großer Wahrscheinlichkeit diese Antwort:

A1 - Wir verbinden, was Sie verbindet. (Foto: http://www.flickr.com/photos/revjim/326747400/; Montage: bassena.org)

Liebe Frau XY, | Lieber Herr XY,

Sie haben uns mitgeteilt, dass Sie zu den ab 18. April 2008 geltenden Konditionen nicht mehr unser Kunde sein wollen. Das tut uns Leid!

Gerne verzichten wir bei Ihrem Vertrag mit der Kundennummer […] auf die angekündigten Änderungen. Somit können Sie alle Anschlüsse unter dieser Kundennummer auch nach dem 18. April 2008 zu den bisherigen Konditionen nutzen. Ihre außerordentliche Kündigung wird dadurch gemäß § 3 Abs. 4 AGB Mobil wirkungslos.

Sollten Sie noch Fragen haben, sind wir gerne für Sie da.

 

gegangen, um zu bleiben…

Das geht. A1 kann – wie jeder Betreiber – Sonderkündigungen verhindern, indem sie die nachteiligen Vertragsänderungen, die zur SoKü berechtigen, für den einzelnen Kunden zurücknehmen.

Die Post Mobilkom kann also ohne großes Risiko einfach mal ausprobieren, ob sich die Kunden das neue Körberlgeld gefallen lassen. Die paar Sonderkündigungen lassen sich still und heimlich2) per Einzelvereinbarung abfangen. Und kündigen doch zu viele, kann A1 jederzeit offiziell zurückrudern und kriegt noch gute Publicity für die Einsichtigkeit ;-)

Man kann daher nur jedem A1-Bestandskunden raten, eine Sonderkündigung in Betracht zu ziehen. Antwortet A1 mit obigem Textbaustein, sind die 9,90 EUR gegessen, man behält die alte Kündigungsfrist und andere Betreiber kommen erst gar nicht auf ähnlich dumme Ideen.3)

Einziges „Risiko“: A1 könnte in Einzelfällen, wenn der Kunde als nicht profitabel genug eingeschätzt wird, die Sonderkündigung tatsächlich annehmen. Hat also ein bisserl was von russisch Roulette, wenn man nicht wirklich von A1 weg will. Aber ehrlich, wer keine ordentliche zweistellige Monatsrechnung zusammenkriegt, ist bei A1 sowieso irgendwie falsch.

ha|ns

Diskussionen zum Thema
» umtslink.at 3G-Forum
» Usenet at.telekomm.mobil (hier schreibt auch Heise-Autor Sokolov mit)

Update 18.02.2008
Schneller als erwartet hat A1 einen Rückzieher gemacht und verzichtet auf das Lösegeld bei Kündigung. Und dieses Blog wird demnächst in „Future-Blog“ umbenannt ;-)

Update 19.02.2008
Der Vollständigkeit halber: Die anderen nachteiligen AGB-Änderungen bleiben aufrecht, und somit auch das Sonderkündigungsrecht bis 18. April.

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  1. Für geförderte Handys muss nix nachbezahlt werden. Aber negative Mobilpoints müssen ev. abgegolten werden und bei allfälliger Rufnummernmitnahme gibt’s ein paar Fußangeln (aber das wär ja nix Neues bei A1). [↑]
  2. gäb’s da nicht das böse Internet, wie war das eigentlich früher? [↑]
  3. Ja, natürlich ist das die Hauptmotivation für diesen Artikel ;-) [↑]

Die 70.000-Euro-Frage

Mittwoch, 13. Februar 2008

Kennt ihr das auch? Ihr habt so ca. eine Million Schilling 70 bis 80.000 Euro zuviel und könnt euch nun einfach nicht entscheiden, was ihr damit machen sollt.

Den Fernseher vom Saturn?

Geiz ist geil! 261 cm Panasonic Plasma TV (TH-103PF9EK) – 79.990,00 EUR

Geiz ist geil! 261 cm Panasonic Plasma TV (TH-103PF9EK) – 79.990,00 EUR

 

Oder doch das Moped von der Bike-Messe?

Honda Goldwing Airbag

 

Äh nein, dieses hier:

Motorrad Ducati Desmosedici RR – 72.800 EUR

Motorrad Ducati Desmosedici RR – 72.800 EUR

 

Echt zum Haare raufen. Ein Glück, dass ich grad nicht 70 bis 80.000 Euro zuviel habe.

Gasgeruch – wir casten uns nen Installateur

Donnerstag, 10. Januar 2008

Hach, ist das schön. Man kommt nach Hause. Schaltet die Heizung an. Der Duft von frischem Gas strömt durch den Raum … uuups. Offensichtlich bedurften die Gaskonvektoren in der Wohnung dringend fachkundiger erster Hilfe. Zumindest jene beiden, die beim Anheizen leichten, aber unverkennbaren Gasgeruch ausströmten.

Gebe A 404 Gaskonvektor (mit Junkers Armatur CR 340 201)

Problem: Die Gaskonvektoren sind schon relativ alt. Im Gegensatz zu mir, ich bin in der Wohnung relativ neu.

Herausforderung: Rasch einen Betrieb finden, der sich noch dazu herab lässt, einen vielleicht ganz banalen zweistelligen1) Fehler einfach nur zu reparieren, statt prinzipiell nur in dreistelligen Modulen oder vierstelligen Neugeräten zu denken.

Erkenntnis: Gar nicht so einfach, das.

Casting

Drei Betriebe kamen nach kurzer Recherche in die engere Wahl. Die rief ich dann mal durch, um mir ein genaueres Bild zu verschaffen.

Kandidat #1

Wohl so was wie einer der Marktführer auf dem Gebiet, auf die man ziemlich schnell stößt, wenn man Probleme mit Gasgeräten hat.

Die Ansprechperson am anderen Ende der Leitung: überaus kompetent. Ich hab noch fast nichts erzählt und er fragt schon, ob die Knöpfe und Drehregler vielleicht so und so aussehen? Und trifft voll ins Schwarze! Ich bin tief beeindruckt.

Was den Gasgeruch betrifft? Nun wenn’s da die Steuereinheit hat, dann müsse die wohl als Ganzes ersetzt werden. Da könne man nicht einfach vor Ort rumbasteln, sondern die müsse in der Werkstatt auf Dichtheit geprüft werden, bevor sie eingebaut wird. Ca. 200 EUR koste so eine Einheit.

Naja, denke ich, bei den zwei riechenden Konvektoren könnte das dann schon fällig werden, plus Anfahrt, Arbeitszeit, usw.

 

Kandidat #2 („Gas kann … explodieeeren“)

Ein Kleinbetrieb. Empfehlung aus dem Bekanntenkreis.

Mit der Ansprechperson entspinnt sich in etwa folgender Dialog am Telefon:

Ich: Ich hab da zwei ältere Gaskonvektorn, die beim Einschalten und beim Nachregeln der Temperatur leichten Gasgeruch rauslassen …

Er: Also wenn der sehr alt ist, dann sollten Sie das Gerät wirklich ersetzen.

Ich: Nun, ich dachte, vielleicht isses ja nur ein kleiner Fehler, der möglicherweise leicht zu reparieren ist?

Er: Wissen Sie was das Besondere mit Gas ist? [Längere Kunstpause und dann mit dramatischer Betonung:] Das kann explodieren! Da sollte man sich nicht spielen.

Ich: Ich weiß, drum ruf ich ja an, und …

Er: Wenn ein Auto nicht mehr verkehrssicher ist, fahren Sie damit ja auch nicht mehr herum, oder?

Ich: Ja, aber ein Auto werf ich auch nicht gleich weg, nur weil vielleicht die Bremsscheiben abgenutzt sind, oder?

Aber darauf ging er gar nicht ein. Erzählte wieder was von Gas und wie gefährlich es sei (bis ich mich fragte, ob da nicht einer den falschen Beruf gewählt hatte). Beim nächsten Atemholen dankte ich ihm freundlich und beendete das Gespräch. Ufff…

 

Kandidat #3

Einer noch: Kratky in Linz/Urfahr. Manchmal hat man ja schon beim Namen ein erstes Bild vor Augen, so daneben das dann auch sein mag. Und der Name klang irgendwie „alt“, oder besser, „alteingesessen“. So wie halt auch die Konvektoren. Vielleicht würden sich ja da zwei finden? ;-)

Die Ansprechperson, eine Dame im Sekretariat. Sie hätten da eine Wartungspauschale von 79 EUR pro Konvektor, incl. Anfahrt und allem. Natürlich, falls eine gröbere Reparatur fällig werde, falle das dann extra an. Klar.

Direkt einen Techniker zu sprechen war kurzfristig leider nicht möglich. Und die „Preisliste“ allein war mir halt doch ein bisschen zu wenig für eine Entscheidungsfindung.

 

Jury

Nach diesen Telefonaten hatte ich schon eine ziemlich klare Präferenz. Mein erster Gesprächspartner hatte einfach den besten Eindruck hinterlassen. Kratky klang zwar auch okay, aber krankte daran, dass ich nur mit dem Sekretariat sprechen konnte. Und angesichts des Gasgeruchs würde ja wohl ohnehin eine Reparatur fällig werden, die über eine reine Wartung hinausginge. Von daher könnte ich wohl gleich den Ersten nehmen. Und ganz ohne Grund wird der ja nicht einer der Platzhirsche im Markt geworden sein…?

Diese Präferenzen änderten sich schlagartig nach einer unmissverständlichen Warnung aus dem konsultierten Freundeskreis:

„Ja nicht X nehmen!!!! Die Mitarbeiter sind auf Provisionsbasis angestellt und bauen ein was geht!“

 

Recall

Hmmm, nun, vielleicht geben wir doch dem Kratky noch ne Chance? Hab dann dort noch mal angerufen. Diesmal hatte ich Glück, ein Techniker war dran. Erklärte mir genau, was bei der Wartung alles gemacht werde und machte auch sonst einen sehr guten Eindruck. Und weil ja mehrere Konvektoren zu warten waren, hat er auch gleich noch beim Preis mit sich reden lassen. Was will man mehr?

Auftritt

Der Kratky-Installateur kam pünktlich, wie vereinbart, zwischen 10 und 12 Uhr und führte zügig, aber ebenso gewissenhaft und ordentlich die Wartung durch – soweit ich das halt beurteilen kann. Öffnete, reinigte, zog alles nach und prüfte immer wieder auf Dichtheit. Abschließend erklärte er mir, dass bei einem der Geräte die Zündgasleitung undicht sei und ersetzt werden müsse. Das sei keine große Geschichte, könne aber bei dem Lieferanten erfahrungsgemäß etwas dauern bis das Teil da sei.

Acht Tage später krieg ich einen Anruf am Handy. Sie hätten das Ersatzteil und könnten auch gleich wen vorbeischicken. Wow! Was soll ich sagen?

Finale

Seither ist bei mir alles dicht. Naja, zumindest die Konvektoren *g*. Und das zu einem absolut fairen Preis.

Sicher: er hat so vorerst um einiges weniger verdient als seine Konkurrenten. Aber auch sicher: die künftigen Wartungen laufen über ihn. Und Werbung2) mach ich allein schon aus Eigennutz, damit mir so ein Betrieb nicht im Schatten der Großen eingeht. Naja, und wenn wirklich mal Neugeräte fällig werden, dann hole ich mir beim Kratky das erste Angebot :-)

ha|ns

_________
  1. In Euro [↑]
  2. Natürlich unbezahlt und ohne Wissen und Auftrag des Beworbenen [↑]

C.S.I. Austria: Wir werdn kan Richter brauchn

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Nach der erfolgreichen Initiative „bequemer Regieren“1) nun die Entlastungsoffensive für Österreichs Richter: Für Asylanten gibt’s nur mehr den Schnellrichter, pardon „Asylgerichtshof“. Und mit lästigen Überwachungsanfragen will man unsere Justiz nun auch nicht mehr gröber belasten. Vorbildlich.

C.S.I.

C.S.I. hat heuer einen Big Brother Award abgestaubt. Für fortgesetzte Verletzung der Bürgerrechte als Unterhaltungsprogramm. Und die daraus resultierende Desensibilisierung der Zuseher für Bürgerrechtsfragen.

Was die Jury leider verkannte: Österreichs Bevölkerung kann man für Bürgerrechtsfragen gar nicht desensibilisieren.

Nur so ist erklärbar, dass morgen schon wieder ohne jede öffentliche Diskussion ein Gesetz beschlossen werden kann, von dem ein Schäuble in Deutschland nur feucht träumen darf:

Die Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes kommt am Donnerstag im Parlament zur Abstimmung. Sie erlaubt der Polizei den Zugriff auf Standortdaten ohne Richtervorbehalt – eine Entwicklung, die das SPÖ-Justizministerium eigentlich eindämmen wollte.

http://futurezone.orf.at/it/stories/240514/ »

 

IMSI-Catcher – dein ganz privater Handysender

IMSI Catcher (Bildzitat: Der Spiegel 33/2001, http://hp.kairaven.de/miniwahr/imsi.html)

Auch recht spannend: Der Zusammenhang, der dort zum sogenannten IMSI-Catcher hergestellt wird. Das ist, verkürzt gesagt, eine mobile Abhöranlage, die einen GSM-Sender simuliert und dafür sorgt, dass sich alle Handys in der Umgebung dort einbuchen. Unbemerkt von Netzbetreiber und Kunden. Aber blöderweise mit kleineren Nebenwirkungen2). Derzeit sind mind. drei solche Geräte bei uns im Einsatz. Inoffizielle Quellen sprechen laut ORF-Futurezone von einem Vielfachen.

Passt natürlich perfekt zur Standortermittlung ohne richterliche Kontrolle, weil man so den Abhörsender schneller am richtigen Ort in Position bringen kann. Offiziell in erster Linie zur genauen Lokalisierung3) in Not geratener Personen, aber eben auch unter dem höchst dehnbaren Titel der „Abwehr gefährlicher Angriffe“:

„Dass ausgerechnet eine Notfallsituation dazu herangezogen wird, um den Einsatz eines IMSI-Catchers auch rechtlich abzusichern, befindet Klaus Steinmaurer, Chef der Rechtsabteilung von T-Mobile Österreich, für paradox. „Der Catcher ist wie ein schwarzes Loch, das alle Gespräche aufsaugt“, sagte Steinmaurer am Montag zu ORF.at. Sollten die Geräte mit voller Sendeleistung von bis zu 40 Watt gefahren werden, werde der Funkverkehr in den umliegenden Zellen zusammenbrechen, so Steinmaurer weiter, „das ist im Ernstfall eine ganze Region. Klarerweise sind auch alle Notrufnummern blockiert.“

http://futurezone.orf.at/it/stories/228925/ »

 

C.S.I. wird sich was einfallen lassen müssen. Mit ihren verstaubten Fahndungsmethoden locken die bald niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Gleiches gilt leider jetzt schon für die ganz realen Methoden. Als heise, bereits im Oktober, über dieses von Peter Pilz aufgebrachte Thema berichtete, postete ein Leser dort recht treffend:

Der Giftpilz, dieser profilierungssüchtige Rabauke…
… hat ausnahmsweise mal recht. Was sich da in Österreich bezüglich Überwachung zusammenbraut, übersteigt das was Schäuble in Deutschland vorhat noch um einiges. Man muss allerdings dazu sagen, dass sich der österreichische Innenminister offensichtlich sehr von seinem deutschen Kollegen hat inspirieren lassen, da er den Mist den Schäuble gefordert hat, meist mit einer zeitlichen Verzögerung von ein bis zwei Wochen auch für Österreich eingefordert hat.

Das Schlimme in Österreich ist, dass es so gut wie keine öffentliche Diskussion wie in Deutschland gibt. Warum das so ist weiß der Geier.

 

Und tatsächlich, die einzige Wortmeldung, die hier kurz die öffentliche Wahrnehmungsschwelle überschritt, stammt vom Positiv-Preisträger der diesjährigen Big Brother Awards:

„Ich habe manchmal den Eindruck, wir werden ähnlich stark überwacht wie seinerzeit die DDR-Bürger von der Stasi.“

(Karl Korinek, Präsident des VfGH)

 

Viele hielten diesen Vergleich damals für überzogen. Ich auch. Vielleicht war Korinek aber auch einfach nur seiner Zeit ein bisschen voraus. Ein österreichisches Schicksal…

ha|ns

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  1. Wir erinnern uns, ohne nennenswerte Diskussion wurde die Legislaturperiode auf fünf Jahre verlängert. Nur Armin Wolf hat sich ein bisschen gewundert. Und vielleicht noch ein zwei andere. [↑]
  2. So können alle diese Handys in der Zeit nicht angerufen werden. Es sei denn, man benutzt ein UMTS-Handy, wo der Catcher fast machtlos ist. Das liegt vor allem daran, dass sich bei UMTS nicht nur das Handy beim Netz, sondern auch das Netz beim Handy authentifizieren muss. (Hallo „3″, das wär doch was für die Werbung! ;-) [↑]
  3. Weil so ein Catcher nebenbei auch peilen kann. [↑]