Archiv für die Kategorie ‘Sprachliches’

Große Koalition und der Fortgang der Qualität

Samstag, 22. November 2008
Bestimmend für ein rasches Ende der Koalitionsverhandlungen seien nicht Termine, sondern der "Fortgang der Qualität", sprach Josef Pröll. Ich fürchte, sie hat das missverstanden... Der Fortgang der Qualität Mehr im Archiv (Keywords: Große Koalition, SPÖ, ÖVP, Verhandlungen, Endspurt, Josef Pröll, Qualität, Karikatur, Cartoon, Zeichnung)

Jasper – ein Lied für die „Generation LOL“

Dienstag, 10. Juni 2008
Schon mal im Bus jemanden *lol*en gehört, statt lachen? In einer E-Mail zwischen lauter Smileys, BTWs und OMGs den Sinn nicht mehr gefunden? Jasper, ein intelligenter junger "Reinhard Mey" mit Gitarre und bemerkenswertem Schauspieltalent, hat dem "Bildungsmord" ein Lied gewidmet. So viel sei noch schnell verraten, HDGDLF... steht "normalerweise" für „Hab dich ganz doll lieb, für immer und ewig, bis ans Ende der Welt". Allerdings nicht in seiner Version... [youtube 6_43S3lgq2Y] Der HDL-Song von Jasper. Auch ohne alles zu verstehen gut. Wer's genau wissen will, für den hat Jasper auf Youtube, rechts neben dem Lied ("more info"), alle Abkürzungen erklärt. Auch seine anderen Lieder sind hörenswert. Zum Beispiel dieses hier, oder dieses, oder...

 

[Update 13.4.2009] Jasper hat's geschafft: Von Youtube auf CD! Sein Album "Neidlos" gibt's ab 15. Mai bei Amazon. Den HDL-Song bereits jetzt auf iTunes. Gratuliere von Herzen!

Oachkatzlschwoaf

Sonntag, 13. April 2008
Es muss ja nicht gleich der Oachkatzlschwoaf sein, das bewährte Schibboleth, um Österreicher und Bayern zweifelsfrei vom Rest zu unterscheiden. Auch bei ganz "normalen" Wörtern stellt sich oft die Frage, wie sie den nun korrekt ausgesprochen werden. Profis von Funk und Fernsehen haben dafür schon lange eine täglich aktualisierte Aussprachedatenbank. Der öffentliche Zugang bleibt dem gemeinen Volk aber leider verwehrt -- abgesehen von kleinen Appetithäppchen hin und wieder. Aber jetzt gibt es Forvo. Die gerade im Aufbau begriffene, freie Aussprachedatenbank im Internet. Ganz "Web 2.0", können User dort für zahllose Sprachen Wörter nicht nur nachschlagen und anhören, sondern auch selber vorschlagen, vertonen und natürlich die Aussprache von jedem Wort bewerten. Das Ganze läuft völlig unkompliziert: Die Sprachaufnahme erfolgt über ein einfaches "1-Klick-Flash-Interface". Und man muss sich nicht mal registrieren, um schnell ein Wort vorzuschlagen oder selbst auszusprechen. Wie gesagt, Forvo ist gerade im Aufbau begriffen. Für Deutsch gibt's derzeit [[Stand: 13.4.2008, 19:00 Uhr]] 1.159 Einträge, für Englisch 2.130. Aber das Teil hat wie die Wikipedia jedes Potenzial, die Datenbank der Profis mit ihren fast 200.000 Einträgen irgendwann hinter sich zu lassen. Apropos Wikipedia. Dadurch, dass jeder Wörter vertonen kann, und die meisten wohl keine professionellen Sprecher sind, könnte die Qualität natürlich etwas leiden. Diese Offenheit ist aber auch ein Vorteil. So hat man bei vielen Wörtern mehrere Versionen und kriegt leichter ein Gefühl dafür, worauf es bei der Aussprache wirklich ankommt. Professionelle Sprecher neigen auch manchmal zu überdeutlicher und affektierter Betonung. Auf Forvo hört man hingegen auch mal, wie Einheimische die Wörter tatsächlich aussprechen. Und die Bewertung stellt jetzt schon recht gut sicher, dass total falsche Betonungen recht schnell wieder rausfliegen. Ich bin jedenfalls schon fast ein bisserl süchtig, und konnte nicht widerstehen, selbst schon ein paar Wörter [[197, um genau zu sein ;-)]] zu vertonen, unter anderem:
Wenn mittlerweile wer anderer besser war (soll vorkommen *g*), kommt über den Play-Button natürlich nicht mehr meine Version - aber der Link daneben führt immer zum Wort mit allen Sprechern. (Special) und natürlich (diese geniale Sendung hat mich zu Forvo geführt)
Vielleicht kommt ja irgendwann auch "österreichisch" als eigene Sprache, dann muss ich mich nicht mehr so verstellen bemühen, bei der Aussprache 😉

Wort des Tages: Prokrastination

Donnerstag, 6. März 2008
Lazy Cat (Foto: http://www.flickr.com/photos/shutupyourface/109297370/) Was da wie ein übler medizinischer Eingriff klingt, ist laut Wikipedia "eine Bezeichnung für das Verhalten von Menschen, die das Erledigen notwendiger, aber ihnen unangenehmer Dinge immer wieder verschieben". Hättiwari [[Österr. für "hätte ich, dann wäre ich"]] im Psychologenamtsdeutsch sozusagen.

Sehr schöner Artikel dazu auf spiegel.de -- ein Auszug:

Der arousal procrastinator (etwa: Erregungsaufschieber)

behauptet von sich, erst im letzten Moment kreativ sein zu können. Er genießt den Rausch, in den er kurz vor (oder nach) der Deadline gerät, und schwört Stein und Bein, dass er zwei Wochen früher keinen sinnvollen Gedanken hätte fassen können. (Anmerkung: Der Text, den Sie gerade lesen, entsteht einen Tag bevor das Heft in Druck geht.) Hans-Werner Rückert, der das Buch "Schluss mit dem ewigen Aufschieben" (Campus Verlag) geschrieben hat und die psychologische Beratungsstelle für Studierende an der FU Berlin leitet, erkennt darin das Prinzip der Autosuggestion: "Wenn man sich das oft genug gesagt hat, gibt es Gehirnprozesse, die dafür sorgen, dass einem zwei Wochen vorher tatsächlich kein vernünftiger Satz einfällt. Die Qualität geplanter Arbeit ist – zumindest im akademischen Bereich – höher. Aber wir glauben es nicht. Weil uns nach diesen Druckphasen das Adrenalin aus den Ohren läuft, haben wir ein Hochgefühl, das nur durch diese gehäufte Arbeit zu kriegen ist."

» ganzen Spiegel-Artikel lesen

Ca. 20 % der Menschen fallen laut Artikel in die Gruppe der Prokrastinatoren. Für mich ein weit unterschätzter Wert. 70 % haben wahrscheinlich die Teilname an der Befragung aufgeschoben. Fällt mir grad auf, das Thema passt auch recht schön zu meinem letzten Artikel -- und vielleicht Regierungen ganz allgemein ;-).

„Connected featuring console TV…???“

Mittwoch, 16. Januar 2008
Turmbau zu Babel (Foto: Wikipedia) Gerade im Hintergrund auf Sat.1 gehört, den Satz(?) da oben. Als Einleitung zu einem Programmtrailer. Worum es in der beworbenen Sendung gehen soll? Ehrlich, ich habe keine Ahnung. War zu beschäftigt, über den ersten Satz(?) nachzudenken und was er mir wohl sagen wollte (auch dazu: ehrlich, ich habe keine Ahnung). Immerhin, ganz am Schluss hab ich wieder was verstanden: "powered by A1 & Nokia". War vielleicht eh das Wichtigste 🙂 ha|ns