Archiv für die Kategorie ‘Psychologisches’

Ich hör auf zu rauchen… hoffentlich…

Montag, 5. Mai 2008

hat ein Blogger beschlossen und Mitstreiter zum „gemeinsamen Rauchenaufgebenbloggen“ gesucht. Wie es ihnen nun dabei ergeht, Fortschritte, Rückschläge, Hoffnungen und Emotionen kann nahezu in Echtzeit nachgelesen werden auf ihrem Blog: iQuit

Foto: http://www.flickr.com/photos/timmethegreat/382723368/

Ein interessantes und spannendes Projekt, das Beachtung verdient. Alleine schon, um vielleicht mit etwas öffentlichem Druck Beistand den Protagonisten zusätzlich auf ihrem Weg zu helfen ;-)

Falls sich noch jemand anschließen möchte, ich glaube, es werden auch jetzt noch Gastautoren aufgenommen. Ich kann leider nicht, da Nichtraucher – schon immer.

Und, nein, „I Quit Schoko“ kommt gar nicht in Frage!

„Mit Sicherheit untergehen“

Mittwoch, 19. März 2008

Update 18.4.2008: Der Essay darf frei kopiert und weiterveröffentlicht werden!1)

„Ein Politiker, der Bürgerrechte abbaut, ist langfristig gefährlicher als ein Terrorist.“, schreibt Ilija Trojanow in seinem herausragenden Essay „Mit Sicherheit untergehen“, veröffentlicht im Standard, vergangenes Wochenende.2)

‚Privacy vs. Security‘ aus der Pulitzer-gekrönten Cartoon-Serie von Clay Bennett

Vergangenes Wochenende habe ich dann auch den ersten Leserbrief meines Lebens geschrieben. Ich wollte nicht nur einen Link mit ein paar Zitaten setzen. Auf einen Artikel, der bald im kostenpflichtigen Archiv des Standard mit Sicherheit untergehen wird. Dafür ist diese Sache mir zu wichtig.

Darum habe ich Ilija Trojanow gebeten, seinen Essay auch hier im Blog veröffentlichen zu dürfen. Ich hatte nicht zu hoffen gewagt, ihn über die einzige gefundene Adresse wirklich zu erreichen. Aber es hat geklappt, und er hat geantwortet:

Sehr geehrter […]

Von einem anderen „Kampfplatz“ (das korrupte und mafiöse Bulgarien) schicke ich Ihnen meinen herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihre Bereitschaft, diesen Text zu verbreiten. Da er vor allem mit dem Ziel geschrieben wurde, eine politische Wirkung zu entfalten, freue ich mich über jeden zusätzlichen Leser und gebe Ihnen carte blanche, ihn auf Ihrem Blog zu veröffentlichen.

Mit besten Grüßen
Ilija Trojanow

 

Nun denn, hier kommt er, der bislang mit Abstand längste Beitrag in diesem Blog. Aber auch der mit Abstand Beste – Künststück, da nicht von mir :-)

Wer lange Texte leichter auf Papier liest, kann sich hier eine PDF-Version herunterladen und ausdrucken.

Mit Sicherheit untergehen
von Ilija Trojanow

Das Leben ist schön, aber unsicher.
– Egon Erwin Kisch

Wir wissen alles über Sie. Sie ahnen nicht, wie viele Spuren Sie täglich hinterlassen. Einkäufe mit der Rabattkarte, Bestellungen im Internet, Fingerabdrücke beim Beantragen Ihres Reisepasses und ein vollständiges Archiv Ihrer körperlichen Gebrechen bei der Krankenkasse. Wir wissen, wie viel Strom Sie im vergangenen Monat verbraucht haben (eine Zunahme von 12,4 Prozent – das ist bedenklich, beherbergen Sie jemanden?); Sie wurden fotografiert, als Sie am Bankautomaten 1000 Euro abgehoben haben (schon wieder! Wozu so viel Bargeld?); wir wissen, welche Bücher Sie in der Bibliothek ausleihen (wieso haben Sie gerade Noam Chomsky ausgewählt?). Sollten wir Sie näher verdächtigen, können wir Listen all Ihrer Telefonate und E-Mails erhalten, einschließlich Rufnummer, Uhrzeit, Datum, Standort von Anrufer und Angerufenem zu Beginn des Gesprächs sowie die E-Mail- und IP-Adressen von Sender und Empfänger. Unser Geheimdienst kann auf diese Informationen ohne richterlichen Beschluss zugreifen (dank des Vorratsdatenspeicherungsgesetzes). Wir können Ihre Festplatte einsehen, inklusive aller Urlaubsfotos. Und sollten Sie die Unverfrorenheit gehabt haben, in Heiligendamm gegen den G8-Gipfel zu protestieren, besitzen wir auch Ihre Geruchsprobe (keine Angst, wir geben diese nicht außer Haus). hier klicken um weiterzulesen

 

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  1. Ich habe Ilija Trojanow sicherheitshalber noch mal gefragt, ob sein Text auch von anderen Blogs, Webseiten, etc. frei kopiert und veröffentlicht werden darf, zumindest, solang keine kommerzielle Absicht dahintersteht. Seine Antwort: „Ja, völlige Freiheit, den Text zu verbreiten (je mehr, desto besser). Vielen Dank!“ Nun denn, hier ist noch mal das PDF, oder einfach aus dem Browser kopieren. Angabe des Autors, also Ilija Trojanow, bitte nicht vergessen. 34 Suchergebnisse (Stand: 18.4.2008) für diesen Text bei Google sind ja echt ein Armutszeugnis, das geht besser! :-) [↑]
  2. Und zuvor, wie ich eben sehe, schon in der Stuttgarter Zeitung. Bezeichnend, dass kaum Adaptierungen nötig waren, für den Transfer nach Österreich. [↑]

Wort des Tages: Prokrastination

Donnerstag, 6. März 2008

Lazy Cat (Foto: http://www.flickr.com/photos/shutupyourface/109297370/)

Was da wie ein übler medizinischer Eingriff klingt, ist laut Wikipedia „eine Bezeichnung für das Verhalten von Menschen, die das Erledigen notwendiger, aber ihnen unangenehmer Dinge immer wieder verschieben“. Hättiwari1) im Psychologenamtsdeutsch sozusagen.

Sehr schöner Artikel dazu auf spiegel.de – ein Auszug:

Der arousal procrastinator
(etwa: Erregungsaufschieber)

behauptet von sich, erst im letzten Moment kreativ sein zu können. Er genießt den Rausch, in den er kurz vor (oder nach) der Deadline gerät, und schwört Stein und Bein, dass er zwei Wochen früher keinen sinnvollen Gedanken hätte fassen können. (Anmerkung: Der Text, den Sie gerade lesen, entsteht einen Tag bevor das Heft in Druck geht.)

Hans-Werner Rückert, der das Buch „Schluss mit dem ewigen Aufschieben“ (Campus Verlag) geschrieben hat und die psychologische Beratungsstelle für Studierende an der FU Berlin leitet, erkennt darin das Prinzip der Autosuggestion: „Wenn man sich das oft genug gesagt hat, gibt es Gehirnprozesse, die dafür sorgen, dass einem zwei Wochen vorher tatsächlich kein vernünftiger Satz einfällt. Die Qualität geplanter Arbeit ist – zumindest im akademischen Bereich – höher. Aber wir glauben es nicht. Weil uns nach diesen Druckphasen das Adrenalin aus den Ohren läuft, haben wir ein Hochgefühl, das nur durch diese gehäufte Arbeit zu kriegen ist.“

» ganzen Spiegel-Artikel lesen

 

Ca. 20 % der Menschen fallen laut Artikel in die Gruppe der Prokrastinatoren. Für mich ein weit unterschätzter Wert. 70 % haben wahrscheinlich die Teilname an der Befragung aufgeschoben.

Fällt mir grad auf, das Thema passt auch recht schön zu meinem letzten Artikel – und vielleicht Regierungen ganz allgemein ;-).

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  1. Österr. für „hätte ich, dann wäre ich“ [↑]

FPÖ Klement – von Bischof Laun ins Hirn gefickt

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Homosexuelle seien dreimal häufiger pädophil als Heterosexuelle, und „wer die gleichgeschlechtliche Ehe und das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare fordert, macht sich indirekt des Kindesmissbrauchs schuldig“, so „Gleichbehandlungssprecher“ Klement von der FPÖ gestern in einer Aussendung.

Klement beruft sich auf eine „Studie“ von „Kirche heute“. Ausgerechnet. Sagen solche Kirchenstudien doch meist mehr über die Folgen widernatürlich unterdrückter Sexualität unter Priestern aus als über normal schwule Männer. Aber es kommt noch besser.

Was ist „Kirche heute“? Die Homepage gibt Auskunft:

KIRCHE heute wird herausgegeben von
Weihbischof Andreas Laun (Salzburg),
Erich Maria Fink,
Thomas Maria Rimmel

 

Kirche heute – Laun

So so, FPÖ Klement zitiert seine scheinbar wissenschaftlichen Erkenntnisse also aus einer erzkatholisch reaktionären Monatsschrift vom deklarierten Schwulenhasser Schwulenheiler Laun.

Jetzt interessiert mich aber erst recht, um welche „Studie“ es sich hier handelt. Und wenn man da ein bisserl googelt, stößt man schnell auf einen Beitrag aus „Kirche heute“, von Juni 2002. Autor: Bischof Laun höchstselbst.

Darin finden sich dann tatsächlich so zeitgemäße „wissenschaftliche“ Erkenntnisse wie diese:

  • Die meisten pädophilen Männer [begehren] nicht geschlechtsunabhängig ein „Kind“, sondern einen Buben.
  • Homosexuelle Menschen sind rund dreimal so oft pädophil als Heterosexuelle.
  • Ähnlich wie die homosexuelle Neigung kann auch Pädophilie geheilt werden.

 

Irgendwie kriegt man beim Lesen von Launs Text das Gefühl, wenn von seinen Thesen überhaupt etwas stimmen sollte, dann kann es bestenfalls nur auf eine ganz bestimmte gesellschaftliche Randgruppe zutreffen. Und tatsächlich lautet der Titel des von der FPÖ zitierten Laun-Dokuments:

„Kirche und Pädophilie“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen

  • Die katholische Kirche hat ein massives Missbrauchsproblem.
  • Dieses hat nichts mit Homo- oder Heterosexualität zu tun, sondern mit einem wider die Natur unterdrückten Sexualtrieb.
  • Der entlädt sich leider an jenen jungen, männlichen Opfern, die am leichtesten „verfügbar“ und unter Druck zu setzen sind.
  • Dann kommt ein notorischer Bischof, der – wohl um die Schwere der Last etwas zu verteilen – seine innerkirchlichen Befunde auf alle normalen schwulen Männer1) verallgemeinert.
  • Und die FPÖ benutzt diese Diagnosen, die den traurigen Auswüchsen eines normale Sexualität nicht zulassenden Systems entspringen, um in schäbigster Weise gegen alle schwulen Menschen zu hetzen.

ha|ns

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  1. Wo sind in dieser Betrachtung eigentlich die Frauen? Auch daran merkt man, dass es in Wahrheit um keine objektive Betrachtung eines gesellschaftlichen Phänomens geht, sondern immer noch um die Kirche. [↑]

Es gibt da ein Video – wenn du es siehst, dann…

Donnerstag, 22. November 2007

Es ist nur eine Legende. Dachtest du. Ein Video. Im Netz. Wer es sieht, muss sterben. Den Bann kann nur brechen, wer es betrachtet und selbst nicht bricht. Dies ist die Geschichte jener Frauen und Männer, die es geschafft haben.

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[Youtube-Video]

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ha|ns

Nein, ich werde hier ums Erbrechen nicht weiter ausführen, was diese armen Menschen so mitgenommen hat. Der tapfere Kerl im Video oben erklärt eh schon mehr als man hören will, sofern man ihn noch versteht ;-)