Archiv für die Kategorie ‘Juristisches’

Google-Ads: Ihre Werbung, perfekt plaziert!

Samstag, 15. Dezember 2007

Gleich zweimal von Google-Ads extrem passend plazierte Werbung. Und auch noch vom selben Anbieter. Es geht um ein animiertes Gratislogo1) fürs Handy, das aber so angepriesen wird, als sei es eine Anwendung, die andere Handys in der Umgebung anzeigen könne. Dabei sagt der Werbetext perfiderweise genau die Wahrheit: „Niemand2) wird dir glauben, dass du weißt, wer in der Nähe ist.“

Handyradar auf listverse.com

Hier auf listverse.com – ausgerechnet beim Thema „Die 10 schlimmsten Logos“.

 

Handyradar auf postpla.net

Und, um das noch zu schlagen, hier in einem Forum zum Thema „Recht“ auf postpla.net. Gleich zweimal. Ausgerechnet bei einem Posting, das sich nicht allzu freundlich über genau diese „Abzocke“ auslässt :-)

 

ha|ns

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  1. Gratis ist natürlich nur das Logo, nicht das SMS-Abo, das im Kleingedruckten mitverkauft wird [↑]
  2. …der seine fünf Sinne beisammen hat [↑]

C.S.I. Austria: Wir werdn kan Richter brauchn

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Nach der erfolgreichen Initiative „bequemer Regieren“1) nun die Entlastungsoffensive für Österreichs Richter: Für Asylanten gibt’s nur mehr den Schnellrichter, pardon „Asylgerichtshof“. Und mit lästigen Überwachungsanfragen will man unsere Justiz nun auch nicht mehr gröber belasten. Vorbildlich.

C.S.I.

C.S.I. hat heuer einen Big Brother Award abgestaubt. Für fortgesetzte Verletzung der Bürgerrechte als Unterhaltungsprogramm. Und die daraus resultierende Desensibilisierung der Zuseher für Bürgerrechtsfragen.

Was die Jury leider verkannte: Österreichs Bevölkerung kann man für Bürgerrechtsfragen gar nicht desensibilisieren.

Nur so ist erklärbar, dass morgen schon wieder ohne jede öffentliche Diskussion ein Gesetz beschlossen werden kann, von dem ein Schäuble in Deutschland nur feucht träumen darf:

Die Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes kommt am Donnerstag im Parlament zur Abstimmung. Sie erlaubt der Polizei den Zugriff auf Standortdaten ohne Richtervorbehalt – eine Entwicklung, die das SPÖ-Justizministerium eigentlich eindämmen wollte.

http://futurezone.orf.at/it/stories/240514/ »

 

IMSI-Catcher – dein ganz privater Handysender

IMSI Catcher (Bildzitat: Der Spiegel 33/2001, http://hp.kairaven.de/miniwahr/imsi.html)

Auch recht spannend: Der Zusammenhang, der dort zum sogenannten IMSI-Catcher hergestellt wird. Das ist, verkürzt gesagt, eine mobile Abhöranlage, die einen GSM-Sender simuliert und dafür sorgt, dass sich alle Handys in der Umgebung dort einbuchen. Unbemerkt von Netzbetreiber und Kunden. Aber blöderweise mit kleineren Nebenwirkungen2). Derzeit sind mind. drei solche Geräte bei uns im Einsatz. Inoffizielle Quellen sprechen laut ORF-Futurezone von einem Vielfachen.

Passt natürlich perfekt zur Standortermittlung ohne richterliche Kontrolle, weil man so den Abhörsender schneller am richtigen Ort in Position bringen kann. Offiziell in erster Linie zur genauen Lokalisierung3) in Not geratener Personen, aber eben auch unter dem höchst dehnbaren Titel der „Abwehr gefährlicher Angriffe“:

„Dass ausgerechnet eine Notfallsituation dazu herangezogen wird, um den Einsatz eines IMSI-Catchers auch rechtlich abzusichern, befindet Klaus Steinmaurer, Chef der Rechtsabteilung von T-Mobile Österreich, für paradox. „Der Catcher ist wie ein schwarzes Loch, das alle Gespräche aufsaugt“, sagte Steinmaurer am Montag zu ORF.at. Sollten die Geräte mit voller Sendeleistung von bis zu 40 Watt gefahren werden, werde der Funkverkehr in den umliegenden Zellen zusammenbrechen, so Steinmaurer weiter, „das ist im Ernstfall eine ganze Region. Klarerweise sind auch alle Notrufnummern blockiert.“

http://futurezone.orf.at/it/stories/228925/ »

 

C.S.I. wird sich was einfallen lassen müssen. Mit ihren verstaubten Fahndungsmethoden locken die bald niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Gleiches gilt leider jetzt schon für die ganz realen Methoden. Als heise, bereits im Oktober, über dieses von Peter Pilz aufgebrachte Thema berichtete, postete ein Leser dort recht treffend:

Der Giftpilz, dieser profilierungssüchtige Rabauke…
… hat ausnahmsweise mal recht. Was sich da in Österreich bezüglich Überwachung zusammenbraut, übersteigt das was Schäuble in Deutschland vorhat noch um einiges. Man muss allerdings dazu sagen, dass sich der österreichische Innenminister offensichtlich sehr von seinem deutschen Kollegen hat inspirieren lassen, da er den Mist den Schäuble gefordert hat, meist mit einer zeitlichen Verzögerung von ein bis zwei Wochen auch für Österreich eingefordert hat.

Das Schlimme in Österreich ist, dass es so gut wie keine öffentliche Diskussion wie in Deutschland gibt. Warum das so ist weiß der Geier.

 

Und tatsächlich, die einzige Wortmeldung, die hier kurz die öffentliche Wahrnehmungsschwelle überschritt, stammt vom Positiv-Preisträger der diesjährigen Big Brother Awards:

„Ich habe manchmal den Eindruck, wir werden ähnlich stark überwacht wie seinerzeit die DDR-Bürger von der Stasi.“

(Karl Korinek, Präsident des VfGH)

 

Viele hielten diesen Vergleich damals für überzogen. Ich auch. Vielleicht war Korinek aber auch einfach nur seiner Zeit ein bisschen voraus. Ein österreichisches Schicksal…

ha|ns

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  1. Wir erinnern uns, ohne nennenswerte Diskussion wurde die Legislaturperiode auf fünf Jahre verlängert. Nur Armin Wolf hat sich ein bisschen gewundert. Und vielleicht noch ein zwei andere. [↑]
  2. So können alle diese Handys in der Zeit nicht angerufen werden. Es sei denn, man benutzt ein UMTS-Handy, wo der Catcher fast machtlos ist. Das liegt vor allem daran, dass sich bei UMTS nicht nur das Handy beim Netz, sondern auch das Netz beim Handy authentifizieren muss. (Hallo „3″, das wär doch was für die Werbung! ;-) [↑]
  3. Weil so ein Catcher nebenbei auch peilen kann. [↑]

Vaporware, ohne jeden Wert?

Sonntag, 21. Oktober 2007

Trojanisches Pferd (Foto: http://www.flickr.com/photos/mount_otz/217834567/)

Wer mich kennt, wird sich jetzt vielleicht ein bisserl wundern. Aber die Aufregung über den sogenannten Polizeitrojaner lässt mich ziemlich kalt. Äh, welche Aufregung eigentlich? Ist das überhaupt noch ein Thema? Bin ich damit nicht schon viel zu spät dran? Während die „Onlinedurchsuchung“ in Deutschland seit Monaten von vorne bis hinten durchgekaut wird und der „arme“ Schäuble gleich mit, zieht bei uns die Karawane schon wieder weiter, und ich hechel hier ein bisserl hinterher wie das arme zurückgelassene Hunderl – na sei’s drum…

Ehrlich, sooo tragisch find ich die Onlinedurchsuchung nicht, rein prinzipiell. Sonst müsst ich ja auch total gegen Telefonüberwachung und was weiß ich sein. Dass der Staat unter bestimmten, klar definierten und streng kontrollierten Voraussetzungen1) ins Allerheiligste eindringen darf, um Schlimmstes abzuwenden, halte ich für legitim und liegt auch in meinem eigenen Interesse. Aber das mag jeder für sich selbst vielleicht anders beurteilen. Eine recht gute und unaufgeregte Betrachtung findet sich dazu übrigens auf internet4jurists.at.

Ein paar Dinge halte ich aber schon für bedenkenswert:

Die Geschwindigkeit in der das alles durchgewunken wurde. Witzig, aber sobald’s um Dinge geht, die unsere Verfassung und unsere Grundrechte berühren, geht immer alles ganz einfach und schnell. Wie in diesen Supermärkten, wo man für Kunden mit Bagatelleinkäufen eine eigene Kassa hat, damit die nicht so lang anstehen müssen. Bagatelle trifft wohl auch die herrschende Einstellung zur Verfassung recht gut. Jedes neue Abwassergesetz würde wahrscheinlich kontroverser diskutiert. Aber das ist halt Österreich…

 

Die Polizei muss sich mit zwielichtigen Elementen ins Bett legen. Um einen einigermaßen geschützten Privat Terroristen-Rechner zu hacken, braucht’s einen sogenannten „Zero-Day-Exploit“. Eine Sicherheitslücke, für die noch kein Virenschutz existiert. Diese Dinger muss man für gutes Geld (wir reden hier von vier- bis fünstelligen Beträgen) in dunklen Kanälen besorgen. Bei Leuten, die eigentlich selbst Gegenstand polizeilicher Ermittlungen sein sollten. Aber wenn die Polizei dort mal Kunde ist…? Okay, das Prinzip haben wir bei Informanten im wesentlichen auch schon. Ein schaler Nachgeschmack bleibt dennoch2).

 

Die „Virtualisierung“ von Ermittlung und Strafverfolgung. Die ganzen neuen „virtuellen“ Fahndungsmethoden erinnern ein bisserl an Bill Gates und seine berühmte Vision von der allgegenwärtigen „Information at your Fingertips“. In letzter Konsequenz umgesetzt, ist das natürlich der feuchte Traum jedes Innenministers. Einziges Problem: Den wirklich dicken Brummern wird bequem vom Schreibtisch aus nicht beizukommen sein. Spätestens nicht mehr, wenn das Thema öffentlich in allen Medien durch ist3).

Der gute Platter und seine Experten mögen nun einwenden, diese neuen Werkzeuge seien ja nur eine Ergänzung zu den etablierten Arbeitsmethoden. Tja, ich hör es wohl – allein, auch Internet und Wikipedia waren sind nur eine Ergänzung zu den etablierten Quellen. Und dennoch muss man mittlerweile jeden Studenten mit einem kräftigen Arschtritt in die Bibliothek befördern, damit er überhaupt noch richtig recherchiert. Vom um sich greifenden „copy & passt“-Journalismus in den Medien mal ganz zu schweigen. Die durchaus reale Problematik allzu virtueller Ermittlungsarbeit hat letztlich auch 9/11 recht konkret aufgezeigt: da durften wir erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass die Geheimdienste zwar fleißig abgehört hatten, aber kaum über Muttersprachler verfügten, um die Daten auch zu übersetzen und auszuwerten, geschweige denn, um vor Ort „im Feld“ zu arbeiten.

 

Was bleibt nun wirklich unterm Strich?

Ich mein, die Fachleute wissen, dass dieses Spitzelwerkzeug nur unter immensem Aufwand erfolgreich eingesetzt werden kann, wenn überhaupt. Wir dürfen auch annehmen, dass der Trojaner die schlimmsten Ganoven ziemlich kalt lässt. Also wozu ist diese Vaporware dann überhaupt gut?

Dafür sollten wir uns anschaun, wen dieser Trojaner nicht kalt lässt. Was kann er denn wirklich? Ganz konkret…

Er kann manchen Bürgern, die nach eigener Einschätzung allzu gern aus der Reihe tanzen, das Gefühl geben:

„Wenn du dich nicht unauffällig und konform verhältst, könnte deine Festplatte ‚versehentlich‘ Ziel einer Online-Durchsuchung werden. Wir werden da anhand deiner intimen und privaten Daten zwar vermutlich recht schnell rausfinden, dass du eh unschuldig bist, aber ein bisschen peinlich und unangenehm könnte das dann halt schon werden. Drum, sei lieber gleich brav, das erspart uns allen Unannehmlichkeiten.“

 

Ist es also das, was wirklich im Bauch des Trojaners steckt? Ein virtuelles Damoklesschwert für allzu unangepasste aber letztlich harmlose Untertanen? Zugegeben, eine eher gewagte Katachrese und wohl wirklich kaum der Zweck, den man ursprünglich verfolgte. Aber nüchtern betrachtet ist die diffuse Verunsicherung von gewissen Bevölkerungsteilen vielleicht tatsächlich alles, was am Ende des Tages vom Trojaner übrig bleibt.

ha|ns

 

PS: verdammt, schon wieder so viel Text – ich gelobe Besserung, ehrlich! (Oder sollte ich vielleicht einfach die Schriftgröße…? ;-)

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  1. Nur bei Verdacht schwerer Straftaten und nur mit richterlicher Genehmigung – andererseits, war die hier nicht auch mal Richterin…? [↑]
  2. Auch weil „normale“ Informanten i.d.R. wohl kaum gleich mal zigtausende Euro aus Steuergeldern für ihre fragwürdigen Dienste kassieren. [↑]
  3. Aktuelles Beispiel: Der Kinderschänder, der ermittelt wurde, indem Spezialisten die Photoshop- -Verfremdung seines Gesichts zurückrechnen konnten. So was funktioniert (leider) nur, bis es allgemein bekannt ist. Ab jetzt lassen sich mit diesem Trick wohl bestenfalls noch untreue Ehegatten in Partnerbörsen erwischen. Ähnliches gilt für den Trojaner. Jene, deren gesamte Machenschaften und Freiheit von den Daten auf der Festplatte abhängen, werden diese spätestens nach der öffentlichen Diskussion natürlich ganz anders absichern als der biedere Nachbar von nebenan seinen Schmuddelkram. Oder neugierige Teenies ihren Atombombenbauplan. [↑]

Now You Can’t III.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Update 24.6.2008: Now You Can! Hutchison bietet seit 1.4.2008 eine abgespeckte Version von Planet3 auch für „Fremdhandys“ an. Endlich. Danke!

» Teil 1: Neue Liebe – neues Glück?
» Teil 2: „Hacking“ Planet 3
» Teil 3: „Herzlichst, Ihr Ping-Pong-serviceTeam!“

 

Wie schon vorgestern in Teil 1 erwähnt, kommt jetzt wieder die Zeit, wo ich die Dienste, die 3 mir vorenthält, öfter nutzen möchte. Nur ich kann nicht. Und das wurmt mich doch nach wie vor1). Schließlich zahl ich dafür. Und es gibt meiner Meinung keinen technischen und auch keinen juristisch haltbaren Grund, warum Hutichson 3G hier seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Zur Klarstellung: Services, die mein Handy aus technischen Gründen nicht nutzen kann, dürfen sie mir gern vorenthalten. Aber den ganzen – monatlich bezahlten – Planet 3 zu sperren, mit Diensten wie News, Guthabenübersicht, etc., die sogar im grindigen Minuet-Browser funktionieren, erachte ich persönlich als Vertragsverletzung, die meiner Meinung nach selbst von den 3-AGB so nicht gedeckt wird. Sonst könnten sie mit dieser Logik auch MMS oder Videotelefonie sperren, nur weil ein Handymodell und seine Software leicht abweichen.

Falls es einen Grund für die Totalsperre von Planet 3 gibt, haben sie ihn mir bis heute nicht genannt. Das einzige was ich auf meine Anfragen hin bekommen habe, war eine Neuauflage des altbekannten Turing-Tests2) und die Erkenntnis: es wird in der Tat immer schwieriger, Menschen von Computern zu unterscheiden, aber nicht unbedingt, weil die Computer immer intelligenter werden…

Im Sinne ausgewogener „Berichterstattung“ lassen wir nun aber auch mal die andere Seite zu Wort kommen:

#1 – Ping

Ping!

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich ersuche Sie, das Nokia N93 für die 3Zone [Planet 3; Anm.] freizuschalten. Ich verstehe natürlich, dass Sie nicht jedem x-beliebigen Endgerät Zugriff auf Ihr mobiles Portal gewähren wollen, da der zusätzliche Supportaufwand vermutlich erheblich wäre. In diesem speziellen Fall liegt die Sache aber etwas anders:

Das N93 ist abgesehen von einigen zusätzlichen Features (wie z.B. Kamera mit opt. Zoom) meines Wissens technisch baugleich mit dem Nokia N73. Mithin sollte eine aufwändige Anpassung der 3Zone-Inhalte nicht mehr erforderlich sein. In der Tabelle unten finden Sie dazu eine Gegenüberstellung, in der ich einige der wesentlichsten Gemeinsamkeiten dieser beiden Geräte herausgegriffen habe.

Das N73 befindet sich bereits in Ihrem Produktportfolio und hat somit auch Zugriff auf die 3Zone. Da N73 und N93 meines Wissens in allen für die 3Zone relevanten Bereichen technisch die selben Voraussetzungen erfüllen, müsste im günstigsten Falle nur veranlasst werden, dass Geräte, die sich über diesen Useragent-String bei Ihnen identifizieren

NokiaN93-1/11.0.034 SymbianOS/9.1 Series60/3.0 Profile/MIDP-2.0 Configuration/CLDC-1.1

auf die fürs N73 angepassten Portalseiten zugreifen dürfen.

Als IT-ler ist mir ist aus eigener leidvoller Erfahrung klar, dass Außenstehende allzu gerne den technischen Aufwand scheinbar einfacher, „kleiner“ Änderungen massiv unterschätzen. Eine simple Ergänzung im Browser-Check oder in einer allfälligen Redirect-Tabelle sollte hier aber im Idealfall tatsächlich das ganze Wunder vollbringen können.

Ich ersuche Sie, diese E-Mail an die entscheidungsbefugten Stellen weiterzuleiten und mein Anliegen durch Ihre technischen Experten prüfen zu lassen.

Mit bestem Dank im Voraus und schönen Grüßen

Hans […]
(Kd.-Nr.: […])

 

#2 – Pong

Pong!

Sehr geehrter Herr […],

vielen lieben Dank für Ihre Anfrage.

Nachfolgend erhalten Sie gerne unsere allgemeinen Verbindungseinstellungen:

MMS-Server: […]
HTTP-Proxy: […]
URL Planet3: […]
APN: […]
SMS-Center: […]

E-Mail Einstellungen:
· Postausgangsserver: […]
· Posteingangsserver: […]
· Port Posteingang: […]
· Port Postausgang: […]

Wenn Sie kein Handy von 3 haben, können wir nicht garantieren, das Ihnen alle Services zur Verfügung stehen, weil unsere Handys eine spezielle 3Software haben.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen unter der kostenlosen Rufnummer […] gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen
Ihr 3ServiceTeam

 

#3 – Ping

Ping!

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Leider kann ich mit den von Ihnen angegebenen Zugangsdaten nach wie vor nicht auf Planet3 zugreifen. Obwohl das Nokia N93, wie in meiner ersten Mail dargelegt, in den relevanten Bereichen technisch baugleich zum von Ihnen angebotenen N73 ist.

Sie schreiben, einige Services stünden mir mit dem N93 ev. nicht zur Verfügung, weil über 3 vertriebene Geräte über eine spezielle Software verfügten. Demnach müsste ich aber zumindest auf jene Services zugreifen können, die auch einem „freien“ N73 (also ohne die „spezielle 3-Software“) offen stehen.

Ihre technischen Experten werden Ihnen nach Rückfrage gerne bestätigen, dass das N93 nur deshalb nicht auf Planet3 zugreifen kann, weil der Zugriff von Ihrer Seite alleine auf Basis der Modellbezeichnung blockiert wird, und nicht, weil dem Handy im Vergleich zu einem freien N73 irgendeine technische Voraussetzung fehlen würde.

Ich ersuche Sie nochmals, mein Anliegen an die entscheidungsbefugten Stellen zu eskalieren und die ausschließlich auf einer abweichenden Modellbezeichnung basierende Planet3-Zugangsblockierung für das N93 aufzuheben, da dieses Handy von der Displayauflösung über die Betriebssystemversion bis hin zu allen unterstützten Protokollen, und Multimediaformaten die absolut gleichen technischen Voraussetzungen erfüllt wie ein N73.

Besten Dank und schöne Grüße

Hans […]

 

#4 – Pong

Pong!

Sehr geehrter Herr […],

sollte sich unsere Antwort verzögert haben, danken wir für Ihre Geduld.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass Sie mit der USIM-Karte von 3 nicht die für 3 speziell zugeschnittene Benutzeroberfläche und Features wie Planet 3 nutzen können, da Ihr freies Handy eine andere Software besitzt und auch keine 3Software darauf gespielt werden kann, da wir dieses Handy nicht in unserem Handy-Portfolio haben und es somit auch keine Software für diesen Handytyp gibt.

Gerne können Sie einen 3Store aufsuchen und alle nötigen Einstellung, sofern möglich, an dem Handy von unseren Kollegen setzen lassen. Wir garantieren jedoch keine Funktion unserer Dienste und Services.

Auf unserem Portal unter […] finden Sie den 3Store in Ihrer Nähe.

Wir hoffen Ihnen damit weitergeholfen zu haben und verbleiben

mit besten Grüßen

Ihr 3ServiceTeam

 

#5 – Ping

Ping!

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Auskunft entspricht nachweislich nicht den Tatsachen. Selbst mit aufgespielter 3Software würde das Nokia N93 weiterhin nicht auf Planet3 zugreifen können, so lange bei Ihnen auf Serverseite das Endgerät alleine wegen seiner Modellbezeichnung „N93″ abgewiesen wird. Umgekehrt könnte bei Aufhebung dieser Blockierung und Einrichtung eines Redirects auf die N73-Portalseiten das N93 sofort ohne jede Zusatzsoftware auf Planet3 zugreifen und aufgrund weitgehender Baugleichheit dessen Services zumindest in ähnlichem Ausmaß nutzen wie derzeit schon viele frei erworbene N73 Ihrer Kunden.

Aufgrund der zweifelhaften Qualität Ihrer letzten Auskunft ersuche ich Sie um Übermittlung eines technisch qualifizierten, übergeordneten Kontakts, der auch mit seinem Namen dafür einsteht was er schreibt.

Besten Dank

Hans […]

 

… offenbar suchen sie noch eine kompetente Ansprechperson, denn seither hab ich nichts mehr von ihnen gehört.

Halt, stimmt nicht!

Im Juni hat Hutchison 3G seine service-Kompetenz noch mal unter Beweis gestellt. Da haben sie sich telefonisch gemeldet, im Rahmen einer allgemeinen Kundenunzufriedenheitsbefragung3). Der Anrufer drängte mir geradezu auf, den Fall an die Technik weiterzuleiten und sicherte einen Rückruf binnen zwei Wochen zu – also bis spätestens 15. Juni. Ich konnte damals schon seinen Enthusiasmus nicht ganz teilen. Naja, heute ist der 14. Oktober…

Wahrscheinlich haben sie meine Nummer verlegt.

ha|ns

 

Weiterführende Links (für Zusatzinfos Maus auf Link setzen)
» freechoiceofmobile.org: Petition zu dem Thema
» umtslink.at: „Bitte keine User-Agent-Diskriminierung mehr!“
» umtslink.at: „Planet 3, unterstützte Handys und die liebe Firmware“
» drei.at: Offizielles 3-Kundensupportforum

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  1. Der hier dokumentierte Mailverkehr erfolgte bereits im Jänner dieses Jahres, aber ich fürchte, er ist ohnehin ein zeitloser „Klassiker“… [↑]
  2. Eine künstliche Intelligenz (KI) besteht diesen Test, wenn eine überwiegende Zahl von Menschen über längere Zeit nicht unterscheiden kann, ob sie mit einem Computer kommuniziert oder einem Artgenossen. (Ist noch keiner KI gelungen.) [↑]
  3. Hutchison macht überhaupt auffallend viele Befragungen und Qualitätsoffensiven, scheint so ne Art „wir haben verstanden“- -Management- -Spleen zu sein. Bei meinem früheren Provider ist mir so was nie groß aufgefallen – der hat über den Service nicht geredet, sondern ihn einfach geboten. [↑]

Now You Can’t II.

Samstag, 13. Oktober 2007

Update 24.6.2008: Now You Can! Hutchison bietet seit 1.4.2008 eine abgespeckte Version von Planet3 auch für „Fremdhandys“ an. Endlich. Danke!

» Teil 1: Neue Liebe – neues Glück?
» Teil 2: „Hacking“ Planet 3
» Teil 3: „Herzlichst, Ihr Ping-Pong-serviceTeam!“

 

Gestern, in Teil 1, ging’s darum, dass 3 „Fremdhandys“ tlw. aussperrt und den Zugriff auf vertraglich zugesicherte Dienste aktiv verweigert. Sogar, wenn diese Geräte die notwendigen technischen Voraussetzungen erfüllen dürften, und sie in allen relevanten Funktionen baugleich scheinen, zu Schwestermodellen, die 3 selbst anbietet und unterstützt.

Vielleicht hat sich der eine oder andere gefragt: „Schön und gut, aber woher bist du dir so sicher, dass dein Handy nur wegen der Modellbezeichnung von Planet 3 ausgesperrt wird? Vielleicht ‚derpackt‘ der Browser die Seite ja aus irgendwelchen anderen Gründen einfach nicht…?“

Was soll ich sagen? Ich hab’s ausprobiert. Ich hab mein N93 mal überredet, dem Türsteher Planet- -3- -Server eine andere Modellbezeichnung vorzugaukeln – ihr ahnt es vielleicht, natürlich die vom N73…

„Hacking“ Planet 3

Der N93-Handybrowser wird blockiert

1. Zuerst mal der Versuch, Planet 3 im Handybrowser zu öffnen.

Erfolglos, natürlich.

 

Der Minuet-Browser ebenso

2. Wir brauchen einen Browser, bei dem wir den User-Agent-String1) ändern können. Minuet ist leider ein sehr spartanischer Browser, aber fürs N93 meines Wissens der einzige, bei dem das geht. Hier erst mal der Versuch mit den Standardeinstellungen. Er wird auch blockiert, klar.

 

3. Jetzt ändern wir im User-Agent-String nur die Modellbezeichnung von N93 auf N732)

Wir ändern nun …

den User-Agent-String…

…im Minuet-Browser

Und starten Minuet neu…

 

Na geht doch!

4. Et voilà! Plötzlich geht, was gerade noch unmöglich schien.

Natürlich ist das keine Lösung auf Dauer. Erstens bin ich Vertragskunde und sehe nicht ein, dass ich mich durch die Hintertüre reinschleichen soll. Und zweitens funktionieren manche3) Services halt nur mit dem vollwertigen Handybrowser, nicht aber mit dem sehr einfach gehaltenen Minuet .

 

„Und wenn der N93-Browser nun doch nicht völlig baugleich ist, zu jenem im N73?“

Ich räum ja gerne ein, dass nun vielleicht auch der Systembrowser, wenn er nicht blockiert würde, das eine oder andere Darstellungsproblem mit Planet 3 haben könnte. Hin und wieder kann ja schon beim selben Modell eine neue Version der Handysoftware (Firmware) das Rendering oder die Browserfunktionen beeinflussen. Aber schlimmer als im Minuet wird’s wohl nicht sein. Bis zum Beweis des Gegenteils darf ich sogar davon ausgehen, dass Planet 3 weitestgehend nutzbar wäre, und das würd schon reichen. Für die Teile, die dann vielleicht nicht gehen, lass ich mich auch gerne auf AGB Pt. 15 aus Teil 1 dieser Geschichte verweisen.

Nachdem ich also nun sicher war, dass es wirklich nur an der Modellbezeichnung liegt4), hab ich das 3serviceTeam kontaktiert und darum gebeten, die Blockade des N93 aufzuheben.

Das ist nun im wahrsten Sinne ein eigenes Kapitel und auch der eigentliche Auslöser für diese Artikelserie – ich lass mich halt ungern für blöd verkaufen ;-).

Dazu mehr im 3. und letzten Teil, morgen…

ha|ns

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  1. Das ist so eine Art Visitenkarte des verwendeten Browsers. Der Server kann diesen String auswerten und dann z.B. einem PC-Browser andere Inhalte liefern, wie wenn z.B. „Nokia N73″ in diesem String steht. [↑]
  2. Das ist jetzt genau genommen nicht mal ein gültiger N73-String, weil es die Firmware-Nr. 20.0.058 in unserem String für das N73 gar nicht gibt. [↑]
  3. Mobile TV, Navigation über 3Geo, u.a. [↑]
  4. Technisch einschlägig bewanderten Lesern war das wohl ohnehin längst klar, und sie werden sich wundern, warum ich mich überhaupt damit aufhalte. Nun, erstens hilft die Anleitung vielleicht dem einen oder anderen Leidensgenossen, und zweitens wollte ich für meine Anfrage ans 3serviceTeam einfach wirklich sicher sein, nur für den Fall, dass sie „Nebelgranaten“ werfen (was sie natürlich taten…) [↑]