Archiv für die Kategorie ‘Heiteres, Kurioses & Jenseitiges’

[klartext] Spindelegger zum Vorschlag „Kirchenbeiträge für Ausgetretene“

Mittwoch, 4. Januar 2012

Wenn Politiker so absolut nicht die klare Antwort geben, die angebracht wäre, stelle ich mir manchmal vor, wie sie hätte ausfallen können – in einem fernen Paralleluniversum, wo Politiker noch Eier haben (auch die weiblichen).

Reporterin: Herr Spindelegger, was sagen Sie zum Vorschlag des OÖ Bauernbundes, dass künftig auch Ausgetretene einen Kirchenbeitrag zahlen sollen?

Spindelegger: Da ist bei einigen wohl zuviel Restalkohol vom Neujahrsfeiern übrig geblieben, ich würde diesen Vorschlag nicht überbewerten.

Reporterin: Sie halten das also für eine Schnapsidee?

Spindelegger: Ja.

 

Und das hat er wirklich gesagt:

Spindelegger: Das ist ein Vorschlag, den man bewerten muss, ich glaube da kann man nicht ja oder nein sagen, das muss man sich  auch in der Tiefe anschauen. Wir haben eine vielfältige Struktur in Österreich, wo leider immer weniger sich aktiv in einer Kirche engagieren, als Mitglied Beiträge zahlen. Ich würde das jetzt nicht von vornherein mit  ja oder nein beantworten. Lassen wir uns einmal im Detail auf eine Diskussion ein und dann bewerten wir die Sache.

 

Das „Linzer Auge“ – gekentert (Update)

Freitag, 4. Juni 2010

Das „Linzer Auge“, beeindruckendes Wahrzeichen grenzüberschreitender Ingenieurskunst (in Österreich fehlgeplant, in der Slowakei fehlkonstruiert), hat in der Nacht auf heute Heimweh nach seiner Werft in Bratislava bekommen und sich im Zuge des Donauhochwassers aus der Verankerung gerissen.

Weit gekommen ist es allerdings nicht – gerade mal knapp 200 Meter bis zur nächsten Schiffsanlegestelle, wo die gekenterte Stahlplattform nun geborgen wird. Und so – Ende gut, alles gut – endlich zu jener Attraktion wird, als die es immer geplant war, irgendwie…

Hier ein paar Handy-Impressionen von der Bergung und im Update nun auch vom Bergegut:

„Wir Kärntner sind zusammengeschweißt!“

Samstag, 16. Januar 2010

BZÖ/FPK-Parteitag in Klagenfurt. Realitätsverweigerung und Durchhalteparolen gemahnen streckenweise an die letzten Tage im Führerbunker. Gerhard Dörfler zu den Delegierten: „Wir Kärntner sind zusammengeschweißt!“. Was soll ich sagen – ich sehe das ähnlich…

Jörg, wir passen auf deine Kärntner auf - garantiert!

Mehr im Archiv (Keywords: BZÖ, FPK, FIK, FPÖ, Parteitag, Kärnten, Dörfler, Scheuch, eingesperrt, eingeschweißt, zusammengeschweißt, Korruption, Amtsmissbrauch, Autoschieberei, Versicherungsbetrug, Gefängnis, Karikatur, Cartoon, Zeichnung)

In Linz, da stinkt’s (wieder)

Sonntag, 11. Oktober 2009

Meine Generation hat sich oft gefragt, wie konnten unsere Großeltern nur auf diesen Hitler reinfallen. Wie konntet ihr da nur mitmachen? Ich fürchte, unsere Kinder geben uns die Antwort.

„Schon mal mit White-Power-Idioten im Bus gefahren, die sich mit Hitlergruß v. Ausländerfamilie verabschieden? In Linz beginnt’s!“, schrieb ich am 19. Juni auf Twitter. Und gestern hatte ich wieder eine denkwürdige Busfahrt in Linz…

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Samstag Nachmittag. Im 15er gerade noch nen Sitzplatz ergattert. Auf der Bank hinter mir drei Teenager. Zwei junge Frauen und ein Mann, den Stimmen nach.

„Des mog i scho, wenn sich einer aufregt und net amoi gscheit Deutsch kann.“, ereifert sich eins der Mädchen. Es entspinnt sich ein Dialog, von dem aufgrund des Lärmpegels nur Fragmente zu verstehen sind…

Als „Rechts-EXTREMER“, deklariert sich darin der junge Mann hinter mir. Er betont das zweite Wort in einer Art, als könne „Rechts“ ja schnell wer sein, aber „extrem“, da schwingt ein ganz spezieller Stolz mit, in der Stimme.

Der Name Hitler fällt und einige andere Begriffe aus der selben Ecke. Von Glatze scheren reden die Mädls scherzhaft. Der Junge beruhigt, das sei nicht mehr so und erwähnt die „Oide“ von einem Freund, der man auch nicht ansähe, „dass sie ein Nazi ist“.

Die Mädchen erzählen von ihrer Schule, dass sich die Direktorin immer furchtbar aufrege und die Polizei rufe, wenn jedes Jahr wieder in den frischen Schnee „so ein Ding…“ Er: „Hakenkreuz“ – ja, so ein Hakenkreuz, gut sichtbar gegenüber der Schule in den Schnee gemalt werde. Er: „Nur in den Schnee? Ich hab mal fast [sic!] a Anzeige gekriegt, weil ich eins auf ne Mauer … sooo groß“. Da ist er wieder, der Stolz in der Stimme.

Einen Freund erwähnt er noch, mit dem er demnächst nach Auschwitz fährt – im Rahmen der Schule, hoffe ich, doch sicher bin ich nicht.

Beim Aussteigen will ich dann doch kurz sehen, wie dieser Vollblut-Rechtsextreme mit der leicht heiseren Stimme aussieht. Ich drehe mich um und … blicke in das Gesicht eines Kindes, bürgerlich, adrett gekleidet, mitten im Stimmbruch, vielleicht 12, wenn’s hoch kommt 13 Jahre alt.

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen

Mittwoch, 23. September 2009

Dieses MP3 wurde mir eben von einem Freund zugespielt. Es handelt sich dabei um die Ein-Mann-Show eines Bekannten mit Viola, Cello und Singstimme auf ca. 15 Tonspuren.

Find’s echt gelungen – vor allem, wenn man weiß, dass das wirklich alles einer allein performt:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

(Play-Button drücken oder MP3 direkt runterladen)

Lyrics

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,
Tod und Verzweiflung flammet um mich her!
Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen,
So bist du meine Tochter nimmermehr.
Verstossen sei auf ewig,
Verlassen sei auf ewig,
Zertrümmert sei‘n auf ewig
Alle Bande der Natur
Wenn nicht durch dich Sarastro wird erblassen!
Hört, Rachegötter, hört der Mutter Schwur!

– Königin der Nacht, Zauberflöte, W. A. Mozart