Archiv für die Kategorie ‘Bürogeschichten’

Nicht überall, wo „Made in China“ draufsteht…

Sonntag, 7. Oktober 2007

Prada Phone by LG

Egal, ob bei so einem Handy jetzt wirklich „Made in China“ drauf steht, oder was auch immer – wenn wir so ein Gerät in die Hand nehmen, denkt doch keiner mehr, dass wir in Österreich damit was zu tun haben. Außer als Endkunden halt. Die „Big-Player“ sitzen doch alle in Asien. Und wenn mal nicht, ist doch auch wieder alles kostenoptimiert und ausgelagert, nach China, Indien, Korea,…

Stimmt im Grunde ja auch. Sobald ein Fertigungsprozess bei uns hinreichend optimiert, dokumentiert und reproduzierbar ist, kann man sich darauf verlassen, dass in Europa umgehend ein Paket geschnürt wird und ab damit nach Asien (und mit den Arbeitsplätzen, die dran hängen).

Da ist es doch schön, auch mal solche Nachrichten zu lesen:

Prada-Handy läuft mit Software aus Linz

LINZ. Ohne Comneon Linz wäre beim luxuriösen Prada- -Handy Funkstille. 15 Comneon- -Mitarbeiter1) haben die revolutionäre Bedienung über den Touch-Screen in 18-monatiger Entwicklungszeit noch vor dem iPhone realisiert.

Das elegante Prada-Handy sorgte weltweit für Schlagzeilen. […] Erstmals, noch vor dem iPhone von Apple, konnte ein Handy komplett über einen Touch-Screen gesteuert werden. […] Für die Tochter des deutschen Chipherstellers Infineon ist der Auftrag für Prada nur einer von vielen. Für mehr als 60 verschiedene Handy-Modelle […] wurde die Software in Linz programmiert. […]

ganzer Artikel »

 

Rund um die Uni wurde (und wird mit dem geplanten Science-Park auch weiterhin) ein stabiles Dreieck aus Forschung, Wirtschaft und Politik etabliert, das sich eben nicht ganz so leicht einpacken und mit allen Arbeitsplätzen in ein Billiglohnland transferieren lässt. Und das ist auch gut so.

Denn es gibt ein paar Bereiche, da können und wollen wir einfach nicht mit, mit unseren asiatischen Freunden. Dazu eine nette Anekdote von einem Bekannten aus seiner Arbeit mit einem koreanischen Kollegen:

(Foto: Hans Kirchmeyr)

„Heute ist Donnerstag, der Erste – nun es wird noch etwa 15 Tage dauern, bis wir mit diesem Abschnitt fertig sind.“

 

(Foto: http://www.flickr.com/photos/vssdeo/)

„Also bis 15. März?“

 

(Foto: Hans Kirchmeyr)

„Äh nein… ich meinte Arbeitstage … also ca. bis 23.“

 

(Foto: http://www.flickr.com/photos/vssdeo/)

„Ich verstehe nicht ganz…?“

(Zählt nun gemeinsam mit meinem Bekannten die Tage am Kalender durch)

„Freitag, Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag, …“

 

 

ha|ns

_________
  1. An dieser Stelle möchte ich im Sinne „journalistischer“ Transparenz einräumen, dass die Comneon derzeit auch mein Arbeitgeber ist. Dieser Artikel ist aber dennoch – wie das ganze Blog – mein reines Privatvergnügen. [↑]

Eine Stadt soll brennen!

Donnerstag, 13. September 2007

Foto: http://www.flickr.com/photos/foreversouls/4803469/

Das Gesetz der Serie, und so heute gleich noch eine Story aus dem Büro:

Ich bin grad mitten im Büroschl in meiner Arbeit, als ein Kollege bei der Tür rein kommt. Aufgrund seiner Herkunft hat sein Englisch einen etwas härteren Akzent:

„I want to burn a city!“

 

Ich denke: „Uh, wo geht‘n diese Reise jetzt hin? Okay, Linz hat zwar ein paar Ansichten, wo einem nur mehr Benzin und Feuerzeug als städtebauliches Instrument einfallen, aber die Stadt hat ja durchaus auch ihre schönen Seiten.

Ich frage also noch mal nach: „A city?“

Er, nun besonders deutlich betonend: „No, a CD.“

„Ah, eine CD! Ich dachte schon eine Stadt, so wie Nero damals Rom … Nero … burning Rome … Nero Burning ROM!“

Ich glaube, man konnte noch im Nachbarbüro hören, wie ich mir gedanklich aufs Hirn geschlagen habe. Ich mein, ich hab’s zwar wirklich gern mit Wortspielen, aber welches da hinter dem Namen der beliebten Brennsoftware steht, darauf wär ich ohne unser kleines Missverständnis nie gekommen.

Liegt vielleicht auch ein bisserl daran, dass ich von dem Programm noch nie eine Originalverpackung gesehen habe ;-)

ha|ns

*beep* *beep* *beep*

Mittwoch, 12. September 2007

LupeNeulich im Büro:

Kommt eine E-Mail über den Verteiler an alle Mitarbeiter mit sinngemäß1) folgendem Inhalt:

Hallo zusammen!

Vorweg: Das ist kein Scherz!

Unsere Abteilung sucht dringend den Rechner PC016c (einen grau/schwarzen Fujitsu-Desktop), welcher von der IT-Abteilung an einen unbekannten Ort übersiedelt wurde.

Leider ist die IT gerade nicht erreichbar. Wir können uns aber auf dem PC via VNC einloggen. Ich werde daher einen fünfsekündigen „Beep“ auslösen.

Falls also irgendwer ungewöhnliche Geräusche von einem PC hört, bitte kurz den Frontaufkleber prüfen, ob es der PC016c ist, und uns Bescheid geben. Danke!

 

Kurze Zeit später eine weitere Mail:

PC016c wurde gefunden. Vielen Dank für eure Hilfe (und nur zwei Scherz-E-Mails)

 

ha|ns

_________
  1. hab’s nur anonymisiert und aus dem Englischen übersetzt [↑]