9/11

Der Zufall wollte es, dass ich heute vor genau zehn Jahren mit einer Gruppe von Freunden und Studienkollegen auf Urlaub in New York war. Die folgenden Bilder, und weitgehend unverändert auch die Texte, stammen aus dem Backup eines längst verschollenen Webalbums, das ich nach unserer Heimkehr für meine Fotos erstellt hatte. Der heutige Jahrestag hat mich endlich dazu bewogen, diese Erinnerungen dem Vergessen zu entreißen -- auch dem eigenen -- und euch hier von einem zehn Jahre jüngeren Ich schildern zu lassen, wie das "damals" war, aus seiner Sicht...   Ich bin sicher, ich habe vor Ort viel länger gebraucht, das Ganze zu realisieren, als viele der Millionen Menschen, die die Ereignisse im Fernsehen mitverfolgt haben. Drei Tage vor seinem Einsturz waren wir noch selber auf dem Südturm. Haben uns im 107. Stock den simulierten Heli-Flug über Manhattan gegeben. Die Greenbox gesehen, vor der Touristen sich ablichten ließen, um übergroß in Souvenirbilder einmontiert zu werden, wie sie scheinbar auf den Dachkanten der Türme balancieren oder mit lachendem Gesicht von ihnen herabfallen. Haben unsere Nasen an die vom Boden bis zur Decke reichenden Fensterscheiben gedrückt, so dass uns nur mehr das Plexiglas vom 400 Meter tiefen Abgrund trennte. Auf der Plattform ganz oben die unglaubliche Aussicht genossen. Wir blieben vom späten Nachmittag bis zum Abend, um auch die Lichter der Stadt sehen zu können. Unten am Plaza habe ich noch ein letztes Mal hochgesehen. Diese beiden gewaltigen Tower gleichzeitig im Blick gehabt. Ich erinnere mich, dass ich den WTC-Plaza teilweise rückwärts gehend verlassen habe, immer wieder staunend zurücksah. Es war unvorstellbar, dass geschehen konnte, was geschehen war. In Reiseführern war von einem Flugzeug der US-Luftwaffe zu lesen, das gegen das Empire State Building geflogen war, ohne größeren Schaden am Gebäude zu hinterlassen. Auch vom Anschlag auf das WTC 1993 war zu lesen, ebenso ohne größere Folgen. Diese Gebäude schienen kaum verwundbar. Umso größer der Schock, das Entsetzen, die Fassungslosigkeit. Am 11.9. und in den Tagen danach.

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