Das Generationenprojekt – Ein Plädoyer für Google Street View [Update]

Bielefeld versucht sich als Treppenwitz seiner eigenen Internet-Legende und erklärt Google zum unerwünschten Gast. Was die Gegner übersehen: Street View könnte eines der faszinierendsten Generationenprojekte auf unserem Planeten werden.

Jede Wette: unter jenen Leuten, die jetzt so verbissen gegen Google Street View kämpfen, bekommen die meisten leuchtende Augen, wenn sie historische Ansichten ihres Hauses, ihres Viertels oder ihrer Stadt auf alten, vergilbten Fotos entdecken.

Stellen wir uns nur mal kurz vor, welchen Quantensprung es hier bedeuten würde, wenn diese Orte von nun an alle zehn oder auch nur zwanzig Jahre, nahezu lückenlos dokumentiert würden.

Stellen wir uns eine Anwendung vor – die sicher kommen wird – in der man eine 3D-Zeitreise in die Vergangenheit machen kann. In die eigene Vergangenheit – und spätere Generationen, in jene ihrer Eltern und Großeltern. Denken wir an das grandiose Finale von „Gangs of New York“, aber mit authentischen Bildern und in der eigenen Stadt.

Bei dem Gedanken kriege ich leuchtende Augen.

Und das ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die wir heute noch gar nicht absehen können. Wir sollten sie uns und unseren Nachkommen nicht leichtfertig und aus kurzsichtigen Motiven verschließen. Eigentlich haben wir gar nicht das Recht dazu.

Update 24.04.2014:
Tja, schon ist’s passiert’s. Google hat gestern angekündigt, „Zeitreisen“ durch alte Streetview-Aufnahmen zu ermöglichen – und nicht bloß in Amerika, auch z.B. in Italien soll das schon gehen. Nur Österreich bleibt ein weißer Fleck auf dieser historischen Karte, weil wir Google offenbar erfolgreich vertrieben haben.


Youtube-Video: Gangs of New York, Finale mit der Entstehung New Yorks im Zeitraffer



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3 Kommentare

  1. 1
    Christoph says:

    Keine Generation hat die Pflicht, alles für die Nachwelt zu dokumentieren.
    Wobei Google Streetview in Liechtenstein für die österreichische Finanzverwaltung schon interessant wäre. Aktuell kommt es ja einer diplomatischen Kriegserklärung gleich, wenn Österreicher Fotos von Häusern mit Briefkastenfirmen in Liechtenstein machen.
    Das wäre dann sozusagen ein Projekt zur Völkerverständigung. 😉

    • 1.1
      hans says:

      Die Pflicht nicht unbedingt, aber die Un- oder Unterdokumentierten geraten leicht(er) ins Hintertreffen. Hat sich jedenfalls bislang selten als Nachteil erwiesen, wenn man auf einer vorhandenen Basis aufbauen konnte.

  2. 2
    richie says:

    Wie hat ein twitterati vor kurzem so treffen geschrieben:
    ‚vielleicht sollte man die streetview-wagen durch pakistan schicken, um die mediale aufmerksamkeit geradezurücken.‘

    diese unsäglich aufgeblasene debatte um ohnehin öffentliche straßen und plätze ist von ihrer art und weise ähnlich fundiert wie die killerspieldebatte: ein grundangstbasierendes halbwissensgebiet für politisches kleingeld.

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