Strache hat ein neues Hobby. Er biedert sich an jugendliche Subkulturen an und sobald sie seinen Köder geschluckt haben, drischt er öffentlichkeitswirksam auf sie ein.
Erst die rechten Skins vom ORF-Schauplatz. Jetzt, fast wie zum Ausgleich, ein linker Nachwuchs-Rapper. Gemein haben sie nicht viel, nur dass sie auf Straches Codes hereingefallen sind und entsprechend ihrer Kultur reagiert haben. Ob real oder nur in Straches Kopf macht dabei keinen Unterschied. Um ihre Zukunft, sofern vorhanden, müssen sie in jedem Falle fürchten.
Über die Neonazi-Geschichte möchte ich hier nicht mehr viele Worte verlieren. Vielleicht nur auf die ausgewogene FALTER-Story verweisen. Nachzulesen auch in Ingrid Brodnigs Blog.
Wer sich in den Ring begibt…
Die Sache mit dem „Droh-Video gegen Strache“ (O-Ton „Österreich“) ist da schon etwas schwieriger einzuordnen. Strache, maskiert als Clown, wird in dem Rap-Video niedergeknüppelt, entführt, beschimpft und schließlich in den Suizid getrieben. Soll sowas mal ein rechter Rapper mit Glawischnig machen.
(Youtube-Video: Big DnC – Na C.-Strache)
Einen Unterschied gibt es allerdings: Glawischnig hat nie gerappt. Strache schon. Ist das noch wichtig, angesichts dieses völlig indiskutablen Gewaltvideos?
Ja. Denn damit hat Strache sich – in völliger Verkennung und Ignoranz der dahinterstehenden Kultur – in einen Ring begeben. Und dessen Regeln hat er sich zu unterwerfen. Zumindest, wenn er ein Mann ist und fair kämpft.
Battle-Rap ist Wrestling mit Worten
Der Hip-Hop, und Rap als eine seiner Ausdrucksformen, ist nun mal kein Kindergeburtstag. Die Wurzeln liegen in den schwarzen Ghettos New Yorks. In den Gangs der späten 1970er, deren Alltag, damals wie heute, von Drogen, Waffen und Gewalt bestimmt wurde. Und ja, da war es schon ein Fortschritt, wenn die jungen Männer sich innerhalb der aufkommenden Hip-Hop-Kultur plötzlich auch anders beweisen konnten, als im gegenseitigen Niedermetzeln.
Da kommen sie also her, die Battle-Raps und die Diss-Tracks, die nur das Ziel verfolgen, den Gegner gekonnt mit Schmähungen zu überhäufen, bis er vor dem Publikum am Boden liegt – oder aber einen drauflegt. Noch gekonnter, noch pointierter, noch schärfer – aber eben ohne Messer.
Strache hat nur jene Reaktion erhalten, die im Hip-Hop üblich ist, wenn ein Rapper einen anderen nicht mag oder ihn für schlecht hält. Die einzige Antwort, die einem derart angegangenen Rapper bleibt, will er nicht auf immer sein Gesicht verlieren, liegt auf der Hand.
Anders gesagt: Battle-Rap ist Wrestling mit Worten. Wenn Big HC schon nach der ersten Runde heulend im Ring liegt, hätt er’s vielleicht besser mit Jodeln probiert.





„Wahrscheinlich wollen Sie diesen Song gleich verbieten…“ – der rappende Kracher ist ein Hellseher.
Noch dazu ist der Rap kein typisch österreichisches Kulturgut… Also hat der HC ja sonst überall recht! Lass ma ja nix neues und anderes ins Land. Da müssten wir uns ja anpassen ;) Und das dürften die Rechten nicht so ganz drauf haben, wie man am Beispiel von hip Hop sieht ;)