Ein bemerkenswerter Pflichtfilm unserer eidgenössischen Freunde zum Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“, der sich in eine Reihe mit „We Feed the World“ oder „Lets Make Money“ stellt. Hier der Trailer:
Trailer zu „Kulturimpuls Grundeinkommen – Ein Film-Essay von Daniel Häni und Enno Schmidt“ (via Ehrensenf)
Neugierig geworden? Den ganzen Film (98 Min.) kann man sich hier online ansehen (und auch gleich in DVD-Qualität für öffentliche, nichtkommerzielle Vorführungen herunterladen).
Grundeinkommen ohne Bedingungen – eine Utopie?
In Brasilien – natürlich bei ganz anderen Verhältnissen – schon heute nicht mehr. Und wie heißt es im Film so treffend: „Jede spätere Zeit macht ernst mit dem, was zuvor nur gedacht wurde.“
Aber keine Bange, noch muss sich bei uns keiner fürchten. Denn mal ehrlich, in welcher Parlamentspartei wird gedacht in Österreich, wo sind die politischen Visionen zuhause? Wer käme nach dem Niedergang des LIF überhaupt noch infrage, diese Idee auf die politische Agenda zu setzen? Vielleicht die Grünen? Aber wer denkt denn an so was…
Eine [sic!] bedingungsloses Grundeinkommen für alle, so wie etwa von der katholischen Sozialakademie gefordert, sieht Öllinger skeptisch. Die Debatte innerhalb der katholischen Kirche rund um diesen Vorschlag bezeichnete er zwar als interessant. „Es ist schon spannend über die Entkoppelung von Arbeit und Einkommen in unserer Zeit nachzudenken, aber woher sollte man diese großen Summen, die dazu notwendig wären, nehmen?“, fragte Öllinger und betonte, dass das gesamte Sozialbudget zur Deckung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle nicht reichen würde. (Quelle)
Statt über mutige und visionäre Konzepte an Profil zu gewinnen, ergehen sich die Grünen lieber darin, liebevoll die marginalen Unterschiede zwischen dem grünen und roten Grundsicherungsmodell großzuschwätzen. Ungefähr so spannend wie der Steuerausgleich vom letzten Jahr.
Öllinger hätte es auch kürzer mit dem alten Helmut Schmidt sagen können: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“
Ich sag ja gar nicht, dass ich jetzt glühender Verfechter eines bedingungslosen Grundeinkommens wäre – aber eine tabufreie Diskussion, ein öffentliches Laut-darüber-Nachdenken und Abwägen aller Für und Wider, das hätte ich mir schon gewünscht. Gerade in einer Zeit, wo wohl auch der Letzte langsam begreift, dass es zumindest „so“ nicht ewig weitergehen kann.





Lade mir den Film schon runter. Das ist garantiert ein spannender Ansatz, aber da wirds noch viel Widerstand geben. Man muss halt nur begreifen, dass aufgrund der Automation in der Industrie weniger Arbeit nötig ist. Und dass jeder eine Tätigkeit ausüben will, auch wenn man das Gehalt „geschenkt“ bekommt, sollte auch klar sein. Wer hat nicht das verlangen etwas aus seinem Leben zu machen?
Hervorragender Beitrag, den ich selbst nicht besser hätte schreiben können! :)
@Gerolds letztem Satz: Politiker?
Auch Politiker machen aus ihrem Leben etwas. Die Meisten von ihnen lernen wie man am Besten eine Rede hält die auch noch geglaubt wird. Aber nicht alle Politiker sind schlecht. So jetzt mal zu dem Beitrag. Auf Widerstand wird der Film auf jeden Fall stoßen, denn die Menschen verkraften so was einfach nicht. Es stimmt schon, dass jeder etwas aus seinem Leben machten möchte aber jeder möchte das auf eine andere Art und Weise tun. Wir werden durch Maschinen ersetzt das ist leider eine Tatsache, ohne Menschen geht es auch nicht.
Bis zum 10.02.09 kann jeder noch für das bedingungslose Grundeinkommen petieren:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;petition=1422;sa=sign