Wo Links nichts ist, kann’s Rechts nur werden
Islam-Hetzerin Susanne Winter wärmt künftig einen Sitz im Nationalrat, Heide Schmidt verfehlt den Einzug klar. Jedes Volk hat die Vertreter, die es verdient…
Andererseits, welche Wahl hatte denn jemand, der richtig protestieren wollte? Der den Regierungsparteien mit seiner Stimme möglichst weh tun wollte?
Das LIF oder irgendeine obskure Gruppierung, bei der höchst unsicher war, ob sie überhaupt die Vier-Prozent-Hürde schafft? Die Grünen, die es vor dem Wahltag noch kurz aus dem Schlaf gerissen hat, und die jetzt schon wieder selig weiter schlummern („is uns ja nicht viel passiert“)?
Seien wir ehrlich, die alle tun keinem weh.
Aber wer bleibt dann noch? Für den kräftigen Tritt, den die Regierungsparteien so spüren, dass es tatsächlich zu einer Veränderung kommt?
Ich sag’s ungern, aber die wirksamste Proteststimme war natürlich jene für die ewige Oppositionspartei FPÖ. Oder – wenn’s jemand eine Spur konstruktiver und staatstragender wollte – ihren orangen „Regierungsflügel“ BZÖ.
Dass Österreich scheinbar so weit nach rechts rutschen konnte, ist daher nicht nur die Schuld des Wählervertreibungsprogramms von ÖVP und SPÖ. Das lag auch daran, dass es in Österreich keine linke Protestwahl-Alternative gibt – für die „kleinen Leute“.
Keine Grünen Botschaften unter Maturaniveau
Im Grunde hätten diese Rolle nur die Grünen einnehmen können. Weil von allen Linken nur sie schon stark genug im Parlament vertreten waren, um den Regierungsparteien per Proteststimme weh zu tun. Aber wie gesagt, die Grünen tun niemandem weh, sind also denkbar ungeeignet, geballte Unzufriedenheit zu transportieren. Vielmehr scheinen sie glücklich mit ihrer elitären Stammklientel und lassen sich auf Botschaften unter Maturaniveau gar nicht erst herab.
Der berühmte „kleine Mann“ dürfte sich bei den Grünen ungefähr so aufgehoben fühlen, wie ein armer Schlucker in einer Nobelboutique, mit entsprechend herablassendem Personal. Also warum hätte er sie wählen sollen?
Das zeigt auch die Wählerstromanalyse in fast schon erschütterndem Ausmaß: während das BZÖ über 200.000 Wähler von SPÖ und ÖVP abgegriffen hat, haben die Grünen gerade mal ein Zehntel davon geschafft. Sie hätten wohl kaum ihre Seele verkaufen müssen, für ein bisserl mehr.
Fazit
Die österreichischen Wähler sind nicht ganz so rechts wie ausländische Medien sie derzeit sehen und nicht ganz so dumm, wie die geistige Elite des Landes vielleicht glaubt. Sie haben einfach nur strategisch versucht, das Meiste aus ihrer (Protest-)Stimme herauszuholen. Und da unsere Linke sich zu fein ist, für die kleinen Leut, mit bekanntem Ausgang.
Zugegeben, ein schwacher Trost für eine Susanne Winter im Parlament und eine Heide Schmidt außen vor.





Am 30. September 2008 um 07:08 Uhr
die frau winter wird uns bestimmt noch mit vielen sagern beglücken, davon geh ich aus. aber wenn ich daran denke, wie viele sitze fpö und vor allem das bzö jetzt zu besetzen haben – da wird schon eine freak-show herauskommen. ich setz mich schonmal auf den balkon …
Am 30. September 2008 um 12:57 Uhr
Balkon … gute Idee! :-)
http://de.youtube.com/watch?v=-mgxCR3Sbkw
Am 30. September 2008 um 13:28 Uhr
ja herr hans, genau den hab ich gemeint. dann werden wir künftig das politische geschehen gemeinsam vom balkon aus kommentieren ;)
Am 30. September 2008 um 13:29 Uhr
äh … http://de.youtube.com/watch?v=lhmjnYKlVnM&NR=1
Am 30. September 2008 um 14:45 Uhr
Und wenns jetzt wirklich zu einer Rot-Schwarz-Grünregierung kommen sollte, und die ihre Jahre versemmeln dann haben wir das nächste Mal eine blaue Regierung…
Am 1. Oktober 2008 um 15:22 Uhr
„Nasty“…? Aber Tyndra, das Video passt doch nun wirklich nicht zu dir und deinen Kommentaren
@Sophie
so blöd sind sie dann doch nicht …
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… hoffentlich