wahlkabine.at ist wieder da — mit kleinen Patzern und ohne „FRITZ“

Die "Wahlkabine" ist wieder da. Die bewährte und außerordentlich nützliche Online-Entscheidungshilfe zur Nationalratswahl -- nicht nur für Unentschlossene.  In die Detailauswertung scheinen sich aber ein paar Fehler eingeschlichen zu haben... So zum Beispiel bei Frage 7:
"Sollen wichtige Entscheidungen auf EU-Ebene (wie z.B. Türkei-Beitritt, Reformvertrag, ...) in Österreich einer Volksabstimmung unterzogen werden, auch wenn ein derartiges Referendum nicht EU-weit stattfindet?" wahlkabine08 – Frage 7: EU-Referenden Erstaunlicherweise treten die Grünen scheinbar stärker für nationale Volksabstimmungen zu EU-Themen ein, als die ÖVP. Wer also nationale Abstimmungen hier ablehnt, hat demnach die größte Übereinstimmung mit dem LIF, dann mit der ÖVP und dann erst mit den Grünen. Wer die Parteilinien einigermaßen kennt, weiß, dass das nicht ganz passen kann. Und auch den Parteianmerkungen in den kleinen Sprechblasen zufolge, stehen die Grünen hier in Wahrheit näher beim LIF als bei der ÖVP. Diese fordert immerhin eine nationale Volksabstimmung zu einem etwaigen Türkeibeitritt.
Noch ungereimter, Frage 9:
"Sollen die Namen von Sexualstraftätern und Sexualstraftäterinnen in Österreich in einem eigenen Register aufgezeichnet und veröffentlicht werden?" wahlkabine08 – Frage 9: Öffentliches Sexualstraftäter-Register Die SPÖ dazu: "Justizministerin Maria Berger arbeitet an einer Sexualstraftäterdatei, in die Polizei und Jugendamt Einblick haben sollen." Die ÖVP: "Ja, aufgezeichnet, aber nicht allgemein veröffentlicht." Sieht nach trauter Einigkeit der ehemaligen Kollissions... Koalitionspartner aus. Dennoch wird die SPÖ als Ablehner und die ÖVP als Befürworter des neuzeitlichen Prangers geführt.
Das Ergebnis dürfte unter diesen kleinen Patzern aber nur marginal leiden. Es soll ja auch nur eine Tendenz wiedergeben. Und am Interessantesten war bei der "Wahlkabine" ohnehin meist, wie nahe man einer Partei steht, die man bislang vielleicht gar nicht so auf dem Radar hatte.

Und wo ist "FRITZ"?

Die Liste Dinkhauser sucht man in der "Wahlkabine" vergeblich. Sie "wollte trotz mehrfacher Einladung nicht an der Internet-Wahlkabine teilnehmen". Entweder konnte sie nicht, mangels Programm, oder das neumodische Teufelszeug ist dem Bergvölkchen einfach noch zu unheimlich. Vielleicht waren dem "Fritzbüro" aber auch einfach nur die Fragen nicht intelligent genug, soll ja schon vorgekommen sein.

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