Best of Stellungnahmen zur „Homo-Ehe“

Eigentlich heißt es ja "Lebenspartnerschaftsgesetz". Denn der behutsame Versuch von Justizministerin Berger, Österreich gesellschaftspolitisch ein Stückchen ins 21. Jahrhundert zu bewegen, ist von einer Ehe weit entfernt. Nicht weit genug für viele besorgte Bürger und -innen dieses Landes. So haben auch erstaunlich viele Privatpersonen die Begutachtungsphase bis 16. Juni genutzt, um ihren Bedenken fachlich fundiert Ausdruck zu verleihen. Hier einige "Highlights" der auf der Parlamentshomepage veröffentlichten Stellungnahmen:
Familie Blaschko aus Velden möchte homosexuelles Leid lindern: Homosexuelle sind als Menschen genauso schätzens- und achtenswert wie heterosexuell orientierte Menschen. Und anstatt ihr Leid noch zu vergrößern indem man so tut als sei alles in Ordnung sollte man sie besser unterstützen indem man ihnen Wege und Mittel zur Verfügung stellt um ein nach unseren bisherigen Rechtsvorstellungen geordnetes und glückliches Leben als Heterosexuelle führen zu können. Christliche, liebevolle Seelsorge durch geschulte Therapeuten wäre z.B. ein Weg.
Der FPÖ Familienverband sieht den Nachwuchs gefährdet ... an Standesbeamten: Eine Verpflichtung, solche Feiern abzuhalten, kann zu Gewissenskonflikten bei den Standesbeamten führen und wird den Anreiz, eine entsprechende Ausbildung abzulegen, verringern.
Die verführerische Macht der "Werbung" fürchtet Ing. Sutter aus NÖ: Die "Eingetragene Partnerschaft " [...] hat die Wirkung einer "Werbung für Homosexualität". Speziell für junge Menschen, die mitten in der Entwicklung sind bedeutet dies dass sich viel mehr Burschen u. Mädchen ab sofort auf den Lebens-Weg der Homosexualität machen werden.
"Wehret den Anfängen" warnt Dr. Ettl aus Graz: Das wird zur Folge haben, [...] dass die homosexuelle Lebensform als gleichberechtigte Lebensweise dargestellt werden muss (zB im Unterricht in den Schulen); aber auch dass die geschlechtliche Orientierung zu einer frei zu wählenden Kategorie wird; und schließlich, dass Informationen und therapeutische Angebote zur Veränderung homosexueller Neigungen eliminiert werden. Soll das die Richtung sein, in die Österreich geht? "Wehret den Anfängen" heißt die bekannte Mahnung. "Erkennt die Anfänge" lautet die Lehre, die wir aus der Geschichte ziehen sollten.
Die Österreicher werden sich bewaffnen, weiß Ing. Triebnik aus dem Lavanttal: Eine Homo-Ehe wäre ein falsches Signal für unsere Kultur und auch für die Zukunft unseres Landes. Ich denke dass eine Zustimmung zu dieser Regelung nur ein Teilschritt ist. Der nächste Schritt wäre eine Eintragung von Polygamie, dann ginge es weiter mit der nächsten Forderung wie z.B. das tragen von Schusswaffen, etc.
Auch Frau Jarnig fürchtet die Versuchung: Ich frage mich auch wieviele Menschen werden durch ein solches Gesetz verführt in einer gleichgeschlechtilichen Partnerschaft zu leben obwohl sie ganz normal veranlagt sind. Mit diesen Gesetz fördern wir eine kranke Gesellschaft. Viel seelischer Schmerz wird die Folge sein. Biblische Werte in der Gesetzgebung bringen Segen auf eine ganze Nation. Lass uns unsere christlichen Wurzeln nicht verlassen und unser wunderbares Österreich nicht an sexuelle Perversion verkaufen.
Die katholische Bischofskonferenz beschwört den Untergang des Abendlandes: Die Geschichte lehrt uns mehrfach, dass Gesellschaften, welche diesen Schutz von Ehe und Familie vernachlässigt haben, und zwar zugunsten einer permissiven Haltung zu allen Möglichkeiten menschlichen Zusammenlebens, auch in sexueller Hinsicht, dies mit ihrem Untergang bezahlen mussten.
Die Evangelische [[Die "Evangelische Allianz" ist nicht die evangelische Kirche. Die ev. Allianz ist Teil der "World Evangelical Alliance". Das sind jene radikalen, evangelikalen Bibelfundamentalisten aus Amerika, die die biblische Schöpfungslehre (Kreationismus) an den Schulen etablieren möchten, in Jesus Camps Fünfjährigen Harry Potter als schwarzen Hexer austreiben oder auch mal in ihrer Ex-Gay-Bewegung Homosexuelle "heilen". Das "evangelisch" ist im Grunde ein historisch gewachsenes sprachliches Tarnmanöver Missverständnis, weil "evangelical" ursprünglich mit dem im dt. Sprachraum schon besetzten Begriff "evangelisch" übersetzt wurde. Mitte der 60er wurde dann die Bezeichnung "evangelikal" geschaffen, um Verwechslungen zu vermeiden.]] Allianz predigt ganz unverhohlen die Diskriminierung Homosexueller: wir [sehen] in der Gesetzesinitiative für eine Lebenspartnerschaft ebenjene Kräfte unterstützt und bestätigt, die [...] versuchen, jegliche „Diskriminierung“ homosexueller Lebensweise als „Homophobie“ zu verurteilen und zu unterbinden. Wenn die heterosexuelle Ehe aber tatsächlich die einzig normative, der menschlichen Natur entsprechende, dem Gemeinwohl am meisten dienliche Form partnerschaftlichen Zusammenlebens ist, dann ist die Unterscheidung („Diskriminierung“) zwischen der Ehe und homosexuellen Beziehungen eine notwendige und gerechte Sache.
Aber echte Christen können auch andersrum, wie die Altkatholische Kirche Österreichs beweist: Die Altkatholische Kirche Österreichs anerkennt verantwortlich gelebte und auf Dauer angelegte homosexuelle Partnerschaften als sittlich wertvoll, weswegen solche Paare auch in einer kirchlichen Feier gesegnet werden können. Deshalb steht die Altkatholische Kirche dem Gesetzesentwurf prinzipiell positiv gegenüber.
Wie gesagt, ich glaub nicht, dass das noch was (Vernünftiges) wird. Gar nicht so wegen der Stellungnahmen. Aber die ÖVP stimmt ja bestenfalls dafür, wenn von der Lebenspartnerschaft nur mehr eine Liste registrierter "Perverser" übrig bleibt. Da hätt bestimmt auch Platter nix dagegen.

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