Wort des Tages: Prokrastination

Lazy Cat (Foto: http://www.flickr.com/photos/shutupyourface/109297370/)

Was da wie ein übler medizinischer Eingriff klingt, ist laut Wikipedia „eine Bezeichnung für das Verhalten von Menschen, die das Erledigen notwendiger, aber ihnen unangenehmer Dinge immer wieder verschieben“. Hättiwari1) im Psychologenamtsdeutsch sozusagen.

Sehr schöner Artikel dazu auf spiegel.de – ein Auszug:

Der arousal procrastinator
(etwa: Erregungsaufschieber)

behauptet von sich, erst im letzten Moment kreativ sein zu können. Er genießt den Rausch, in den er kurz vor (oder nach) der Deadline gerät, und schwört Stein und Bein, dass er zwei Wochen früher keinen sinnvollen Gedanken hätte fassen können. (Anmerkung: Der Text, den Sie gerade lesen, entsteht einen Tag bevor das Heft in Druck geht.)

Hans-Werner Rückert, der das Buch „Schluss mit dem ewigen Aufschieben“ (Campus Verlag) geschrieben hat und die psychologische Beratungsstelle für Studierende an der FU Berlin leitet, erkennt darin das Prinzip der Autosuggestion: „Wenn man sich das oft genug gesagt hat, gibt es Gehirnprozesse, die dafür sorgen, dass einem zwei Wochen vorher tatsächlich kein vernünftiger Satz einfällt. Die Qualität geplanter Arbeit ist – zumindest im akademischen Bereich – höher. Aber wir glauben es nicht. Weil uns nach diesen Druckphasen das Adrenalin aus den Ohren läuft, haben wir ein Hochgefühl, das nur durch diese gehäufte Arbeit zu kriegen ist.“

» ganzen Spiegel-Artikel lesen

 

Ca. 20 % der Menschen fallen laut Artikel in die Gruppe der Prokrastinatoren. Für mich ein weit unterschätzter Wert. 70 % haben wahrscheinlich die Teilname an der Befragung aufgeschoben.

Fällt mir grad auf, das Thema passt auch recht schön zu meinem letzten Artikel – und vielleicht Regierungen ganz allgemein ;-).

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  1. Österr. für „hätte ich, dann wäre ich“ [↑]


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