A1: Bei Kündigung Lösegeld – oder doch nicht?

Die schlechte Nachricht:
Wer seinen A1-Vertrag kündigt, muss ab Mitte April knapp 10 Euro Lösegeld Kündigungsgebühr „Deaktivierungsentgelt“ zahlen. Außerdem wird die Kündigungsfrist auf ein rekordverdächtiges Vierteljahr erhöht.

Die gute Nachricht:
Betroffene A1-Bestandskunden haben wegen dieser nachteiligen Vertragsänderungen ein Sonderkündigungsrecht. Sprich, sie können bis 18. 4. kostenlos aus dem laufenden Vertrag aussteigen.1)

Die lustige Nachricht:
Wer von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen will, bekommt mit großer Wahrscheinlichkeit diese Antwort:

A1 - Wir verbinden, was Sie verbindet. (Foto: http://www.flickr.com/photos/revjim/326747400/; Montage: bassena.org)

Liebe Frau XY, | Lieber Herr XY,

Sie haben uns mitgeteilt, dass Sie zu den ab 18. April 2008 geltenden Konditionen nicht mehr unser Kunde sein wollen. Das tut uns Leid!

Gerne verzichten wir bei Ihrem Vertrag mit der Kundennummer […] auf die angekündigten Änderungen. Somit können Sie alle Anschlüsse unter dieser Kundennummer auch nach dem 18. April 2008 zu den bisherigen Konditionen nutzen. Ihre außerordentliche Kündigung wird dadurch gemäß § 3 Abs. 4 AGB Mobil wirkungslos.

Sollten Sie noch Fragen haben, sind wir gerne für Sie da.

 

gegangen, um zu bleiben…

Das geht. A1 kann – wie jeder Betreiber – Sonderkündigungen verhindern, indem sie die nachteiligen Vertragsänderungen, die zur SoKü berechtigen, für den einzelnen Kunden zurücknehmen.

Die Post Mobilkom kann also ohne großes Risiko einfach mal ausprobieren, ob sich die Kunden das neue Körberlgeld gefallen lassen. Die paar Sonderkündigungen lassen sich still und heimlich2) per Einzelvereinbarung abfangen. Und kündigen doch zu viele, kann A1 jederzeit offiziell zurückrudern und kriegt noch gute Publicity für die Einsichtigkeit ;-)

Man kann daher nur jedem A1-Bestandskunden raten, eine Sonderkündigung in Betracht zu ziehen. Antwortet A1 mit obigem Textbaustein, sind die 9,90 EUR gegessen, man behält die alte Kündigungsfrist und andere Betreiber kommen erst gar nicht auf ähnlich dumme Ideen.3)

Einziges „Risiko“: A1 könnte in Einzelfällen, wenn der Kunde als nicht profitabel genug eingeschätzt wird, die Sonderkündigung tatsächlich annehmen. Hat also ein bisserl was von russisch Roulette, wenn man nicht wirklich von A1 weg will. Aber ehrlich, wer keine ordentliche zweistellige Monatsrechnung zusammenkriegt, ist bei A1 sowieso irgendwie falsch.

ha|ns

Diskussionen zum Thema
» umtslink.at 3G-Forum
» Usenet at.telekomm.mobil (hier schreibt auch Heise-Autor Sokolov mit)

Update 18.02.2008
Schneller als erwartet hat A1 einen Rückzieher gemacht und verzichtet auf das Lösegeld bei Kündigung. Und dieses Blog wird demnächst in „Future-Blog“ umbenannt ;-)

Update 19.02.2008
Der Vollständigkeit halber: Die anderen nachteiligen AGB-Änderungen bleiben aufrecht, und somit auch das Sonderkündigungsrecht bis 18. April.

_________
  1. Für geförderte Handys muss nix nachbezahlt werden. Aber negative Mobilpoints müssen ev. abgegolten werden und bei allfälliger Rufnummernmitnahme gibt’s ein paar Fußangeln (aber das wär ja nix Neues bei A1). [↑]
  2. gäb’s da nicht das böse Internet, wie war das eigentlich früher? [↑]
  3. Ja, natürlich ist das die Hauptmotivation für diesen Artikel ;-) [↑]


1 Kommentar

  1. 1
    Kündigung says:

    Habe damals auch gekündigt.