Graz: Wahldebakel für Susanne Winter

Update 8.3.2008 (fürs Archiv): Dieser Artikel wurde zwei Tage vor der Wahl online gestellt.

Graz (APA) – Susanne Winter hat bei den Grazer Gemeindratswahlen ein desaströses Wahlergebnis für ihre Partei eingefahren. Die FPÖ wurde entgegen aller Vorhersagen stimmenmäßig mehr als halbiert. Damit fiel sie sogar weit hinter das BZÖ zurück, das zum ersten Mal angetreten war. Winter gab noch am Wahlabend ihren Rücktritt bekannt. Peter Pelinka: Islamhetze wurde von Wählern nicht belohnt.

Fast alle Umfragen und Analysen kommen mittlerweile überein, dass es die umstrittenen Islam-Aussagen Winters waren, die für dieses überraschende Ergebnis den Ausschlag gaben. Politologe Peter Pelinka dazu im APA-Interview:

APA: Niemand hat einen derartigen Ausgang erwartet, wie erklären Sie sich das?

Pelinka: Hätte Winter nach ihren Aussagen im Wahlkampf einen deutlichen Zugewinn erzielt, wäre die Signalwirkung für künftige Wahlkämpfe verheerend gewesen. Die Grazer Bevölkerung wollte offenbar ein deutliches Zeichen setzen, dass Hetze auf derartigem Niveau vom Wähler nicht belohnt wird. Die höchste Wahlbeteiligung seit 1993 spricht hier eine klare Sprache.

APA: Frau Winter hat mit ihren Aussagen weitaus stärker ihre Gegner aktiviert als ihre Unterstützer?

Pelinka: Ja. Aber das allein hätte noch nicht zu diesen erdrutschartigen Verlusten geführt. Die Analysen zeigen, viele potenzielle FPÖ-Wähler haben sich im letzen Moment entschieden, lieber das BZÖ zu wählen, bevor sie sich – salopp formuliert – „unnötige Scherereien“ einhandeln. Beim BZÖ, das ja mit dem auch nicht unproblematischen Slogan „Wir säubern Graz“ angetreten ist, versprachen sie sich offenbar den selben „Gegenwert“ für ihre Stimme. Aber ohne mit Frau Winter möglicherweise sich selbst und die Stadt noch stärker ins Blickfeld von Radikalisten zu rücken. Denn diese Wähler fürchten zwar den Islam, aber noch mehr einen Glaubenskrieg vor der eigenen Haustüre. Offenbar wurde der FPÖ hier ausgerechnet die, in dieser Wählergruppe besonders erfolgreich geschürte, Angst vor dem Islam zum Verhängnis.

APA: Die Geister wandten sich gegen den Zauberlehrling?

Pelinka: So könnte man es sagen, ja.

 

© APA Bas|se|na – Die Nachricht ist frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen und vergangenen Ereignissen sind rein zufällig beabsichtigt. Ähnlichkeiten mit zukünftigen Ereignissen leider nahezu ausgeschlossen.

4 Reaktionen

Kommentare

  1. #1
    tyndra

    du bist ein optimist! :)

  2. Hans
    #2
    Hans

    Im Gegenteil, ich kann mir sogar sehr gut vorstellen, was wir nächsten Montag wirklich lesen werden. Also lass mich noch ein bisschen träumen…

  3. #3
    Christoph

    Bedenklich: Bas|se|na’s Ministry of Truth lässt grüßen… 24 Jahre danach ist nicht einmal die Zukunft vor dem Minitrue sicher.

  4. #4
    tyndra

    wirf mal einen blick auf orf.at – ogm und fessel meinen, die fpö wäre wegen der susi in der wählergunst zurückgefallen. na da bin ich ja gespannt, wie das ergebnis tatsächlich aussehen wird.



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