FPÖ Klement – von Bischof Laun ins Hirn ge…

Homosexuelle seien dreimal häufiger pädophil als Heterosexuelle, und „wer die gleichgeschlechtliche Ehe und das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare fordert, macht sich indirekt des Kindesmissbrauchs schuldig“, so „Gleichbehandlungssprecher“ Klement von der FPÖ gestern in einer Aussendung.

Klement beruft sich auf eine „Studie“ von „Kirche heute“. Ausgerechnet. Sagen solche Kirchenstudien doch meist mehr über die Folgen widernatürlich unterdrückter Sexualität unter Priestern aus als über normal schwule Männer. Aber es kommt noch besser.

Was ist „Kirche heute“? Die Homepage gibt Auskunft:

KIRCHE heute wird herausgegeben von
Weihbischof Andreas Laun (Salzburg),
Erich Maria Fink,
Thomas Maria Rimmel

 

Kirche heute – Laun

So so, FPÖ Klement zitiert seine scheinbar wissenschaftlichen Erkenntnisse also aus einer erzkatholisch reaktionären Monatsschrift vom deklarierten Schwulenhasser Schwulenheiler Laun.

Jetzt interessiert mich aber erst recht, um welche „Studie“ es sich hier handelt. Und wenn man da ein bisserl googelt, stößt man schnell auf einen Beitrag aus „Kirche heute“, von Juni 2002. Autor: Bischof Laun höchstselbst.

Darin finden sich dann tatsächlich so zeitgemäße „wissenschaftliche“ Erkenntnisse wie diese:

  • Die meisten pädophilen Männer [begehren] nicht geschlechtsunabhängig ein „Kind“, sondern einen Buben.
  • Homosexuelle Menschen sind rund dreimal so oft pädophil als Heterosexuelle.
  • Ähnlich wie die homosexuelle Neigung kann auch Pädophilie geheilt werden.

 

Irgendwie kriegt man beim Lesen von Launs Text das Gefühl, wenn von seinen Thesen überhaupt etwas stimmen sollte, dann kann es bestenfalls nur auf eine ganz bestimmte gesellschaftliche Randgruppe zutreffen. Und tatsächlich lautet der Titel des von der FPÖ zitierten Laun-Dokuments:

„Kirche und Pädophilie“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen

  • Die katholische Kirche hat ein massives Missbrauchsproblem.
  • Dieses hat nichts mit Homo- oder Heterosexualität zu tun, sondern mit einem wider die Natur unterdrückten Sexualtrieb.
  • Der entlädt sich leider an jenen jungen, männlichen Opfern, die am leichtesten „verfügbar“ und unter Druck zu setzen sind.
  • Dann kommt ein notorischer Bischof, der – wohl um die Schwere der Last etwas zu verteilen – seine innerkirchlichen Befunde auf alle normalen schwulen Männer1) verallgemeinert.
  • Und die FPÖ benutzt diese Diagnosen, die den traurigen Auswüchsen eines normale Sexualität nicht zulassenden Systems entspringen, um in schäbigster Weise gegen alle schwulen Menschen zu hetzen.

ha|ns

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  1. Wo sind in dieser Betrachtung eigentlich die Frauen? Auch daran merkt man, dass es in Wahrheit um keine objektive Betrachtung eines gesellschaftlichen Phänomens geht, sondern immer noch um die Kirche. [↑]


5 Kommentare

  1. 1
    tyndra says:

    frauen, mein lieber, sind im katholischen weltbild nicht vorhanden. die vegetieren nur ganz knapp an der wahrnehmungsgrenze, deswegen sind sie bestenfalls als sklavinnen für niedere dienste zu gebrauchen, zum gebären, kindererziehen und gehorchen. das wars dann aber schon.

    dass die katholiken überhaupt über sexualität reden, ist ja an sich schon ein klassisches oxymoron. ob der herr laun probleme bekommt, wenn er so öffentlich innerkirchliche erfahrungswerte weitergibt? ;)

    mit dem echten leben hat das so viel zu tun wie luzifer mit den engeln *hüstel*

  2. 2
    Hans says:

    Kind, gehe in dich und tute Buße!
    … äh tue … aber tuten tät den Herren sicher auch gefallen.

    Mist, jetzt kann ich gleich wieder Seife essen. Aber ich sollte nach dem Beitrag ohnehin beichten gehen und dem Bischof aus erster Hand und in allen Details über mein sündiges Treiben in Kenntnis setzen. Kommst mit?

    lg
    ha|ns

    PS: Weiß zufällig wer, wann er Sprechstund hat?

  3. 3

    Die kath. Kirche ist ein einziger Pädophilenring, geschützt vom Staat durch’s Konkordat

    Bei der zölibatären Enthaltung überschätzen sich einfach alle, denn welcher Mensch kann sich der Sexualität schon absolut enthalten? Die Sexualität ist ein sehr starker Trieb und so wollen ihn viele Menschen als höchste Leistung für die kath. Kirche opfern, nur können sie das nicht und der Trieb gleitet aus der Kontrolle. In der kath. Kirche sind sehr viele Männer, die bezüglich der gesunden Haltung gegenüber einer erwachsenen Frau einen Knacks haben, deswegen werden sie ja Priester oder Mönche, um sich irgendwie vor dem Angstobjekt „Frau“ zu schützen. Im Kloster haben sie davor nun endlich ihre Ruhe. Es gibt Ersatzhandlungen, in denen der Zölibatäre seinen Trieb ausleben kann, eine davon ist die Homosexualität, die innerhalb von Klöstern der kath. Kirche ebenfalls sehr stark verbreitet ist (aber nach außen hin verteufelt die kath. Kirche die Homosexualität).

    Außerdem können eventuell aufkommende Gefühle zu einer Frau in die vielen Marienverehrungen von der kath. Kirche sublimiert werden, und dann gibt es noch das Kind, das als Messdiener, als Ministrant, als Mitglied der Jungschar oder als Schüler der unzähligen kath. Privatschulen dem Klerus voll ausgeliefert ist.

    Ich berichte auf meiner Homepage über mich, wie ich bei den Schulbrüdern in der 1. Klasse Volksschule schon den 1. sexuellen Missbrauch erlebte und dass noch weitere Missbräuche folgen sollten. Wegen Groer machte ich als Kandidat im Benediktinerstift Göttweig zwei Selbstmordversuche (ich sprang aus dem Turmzimmer und später hatte ich Nachahmer, denn es sprangen nur wegen Groer mehrere Mönche aus dem Turmfenster. Ob es da auch Tote gab, weiß ich nicht. Der Abt verhinderte Jahre später aber nicht, dass Groer Kardinal wurde). Wie schon oben in der Überschrift erwähnt, leide ich durch die sexuellen Missbräuche von Kirchenleuten seit dem 15. Lebensjahr an Bulimie. Nach 33 Jahren Bulimie habe keinen Zahnschmelz mehr. Wegen mehrmaligen Erstickungsanfällen in der letzten Zeit muss ich in die Chirurgie usw. gehen. Auch neue Funktionsdiagnostiken sind wieder nötig geworden. Die lange Zeitdauer meiner Bulimie von 33 Jahren hat bei mir lebensgefährliche Spuren hinterlassen. Ich bin fast 52 Jahre alt und zurzeit geht es mir gesundheitlich sehr schlecht. Meine Gattin und meine drei Söhne haben Angst um mich, dass ich draufgehe.

    http://michaeltfirst.blogspot.com/2007/03/der-generalvergleich.html

    Ich berichte auch auf meiner Homepage über 100.000 sexuelle Missbrauchsopfer, denn ich habe im Laufe der Jahre fast 800 Medienberichte über sexuelle Missbrauchsopfer der kath. Kirche gesammelt.

    http://michaeltfirst.blogspot.com/

    Den ersten gravierenden Fall vom Missbrauchsopfer Manuel Nowatschek (ein Opfer der Schulbrüder) dokumentiere ich mit Zeitungsartikel, Polizeiberichten, Gutachten usw., usf. Es gelang auch in diesem Fall der kath. Kirche mit Verbindung des Konkordates die österreichische Justitia erblinden zu lassen. Die kath. Kirche ist eben zu mächtig. Nach einem fast 15jährigen Kampf der Familie mit der kath. Kirche ist Herr Nowatschek, der Vater des Opfers, am 17.11.2007 verstorben. Die Kirche, bzw. die Erzdiözese Wien (seit 11 Jahren unter der Leitung Kardinal Schönborns) konnte sich bis jetzt drücken, Schmerzensgeld zu bezahlen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Tfirst

  4. 4
    tyndra says:

    ich bin grundsätzlich bei jedem blödsinn dabei, vor allem, wenn es um deine beichte geht. wenn du also aufmunternden beistand brauchst: bitte sehr ;)

    ich helf dir aber nicht beim maria- und rosenkranz-beten, gell! das musst du dann schon alleine machen *g*

  5. 5
    Hans says:

    Hallo Michael,

    deine Seite kannte ich bereits vorher aus Empfehlungen in anderen Blogs. Ich danke dir, dass du hier einen kurzen Überblick gegeben hast, was einen dort erwartet. Und warum’s eben wert sein könnte, sich die Zeit für die längeren Texte dort zu nehmen, auch wenn man da mal nicht schnell und locker drüber lesen kann.

    Was mich aber irrsinnig freut, ist, dass ich aus deinem Blog lesen konnte, dass du eine Frau gefunden hast, die dich liebt, und mit der du Kinder hast, auf die du mächtig stolz bist – die aber, wie ich denke, auch auf dich mächtig stolz sein können.

    Alles Gute weiterhin!