Liebe ÖVP, ich seh schwarz für die Absolution
„Wenn alle Gläubigen verpflichtet sind, gegen die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften Einspruch zu erheben, dann sind es die katholischen Politiker in besonderer Weise. Wird ein Gesetzentwurf zu Gunsten der rechtlichen Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften vorgelegt, hat der katholische Parlamentarier die sittliche Pflicht, klar und öffentlich seinen Widerspruch zu äußern und gegen den Gesetzentwurf zu votieren.“
(Verlautbarung des apost. Stuhls 162
Joseph Card. RATZINGER, 3. 6. 2003)
Homo-Pakt: Ohne Zeremonie „auf Niveau einer Autoanmeldung“
(Die Presse, 20. 11. 2007)
Liebe Politiker der ÖVP!
Denkt ihr wirklich, ihr könnt mit einem halbherzigen Schikanen- und Abwertungs-Brainstorming zum Homo-Pakt der ewigen Verdammnis entgehen? Bitte, hört auf die Kirche, besonders beim Thema homosexuelle Partnerschaften. Niemand kennt sich damit besser aus.1)
Das erinnert mich an einen schwulen Freund, der sich gerade im Petersdom befand, und scherzhaft in einer SMS meinte, ich solle mir ein bisschen Sorgen um ihn machen, so mitten im „Feindgebiet“. Ich glaube, ich konnte ihn mit meiner Antwort etwas beruhigen:
Geh komm, schau dich doch mal genau um. Wie viele Frauen – außer einer dominanten Mutter – werden hier verehrt? Na?
Wo glaubst du denn, hat der Begriff „warmer Bruder“ seinen Ursprung (Tipp: es war nie eine Verwandtschaftsbeziehung gemeint *g*)
Kurz: ich mach mir keine Sorgen. Du bist grad in einer der sichersten Schwulenbastionen auf unserem Planeten. Selbst wenn’s sonst nirgendwo mehr welche gäbe, hier sind Überleben und Fortbestand gesichert. (Oder hast dich noch nie gefragt, wie das bisher trotz offenkundigem Fortpflanzungshandicap so gut klappen konnte?)
Viel Spaß noch an der Quelle, Neo! ;-)
Aber ich schweife ab…
FPÖ sieht christliche Politiker den Anweisungen
der katholischen Inquisition verpflichtet
Liebe ÖVP, nehmt euch doch ein Beispiel an Barbara Rosenkranz. Die heißt nicht nur so, sondern tritt gemeinsam mit ihrer FPÖ ganz offen für mehr Kirche, weniger Staat ein – solang beide streng katholisch2) sind:
„Und [die ÖVP] offenbar in keiner Weise sich gebunden fühlt, durch die Positionen der Kirche zu diesem Thema. Es gibt ja da ein Papier, das der heutige Papst noch als Chef der Glaubenskongregation3) im Jahr 2003 *ganz* dezitiert und ausgesprochener Weise an die katholischen Politiker Europas richtet. Und da wird also dann auch *ganz* klar die Verhaltensanweisung gegeben – Kapitel 4 in diesem Papier ist das: „Verhaltensweisen der katholischen Politiker in Bezug auf Gesetzgebungen zu Gunsten homosexueller Lebensgemeinschaften“. Da steht dann *ganz* klar: „Wenn alle Gläubigen verpflichtet sind, gegen die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften Einspruch zu erheben, dann sind es die katholischen Politiker in besonderer Weise. Und zwar auf der Ebene der Verantwortung, die ihnen eigen ist.“ Und da wird also ganz klar dargelegt, sollten solche Vorschläge auftauchen, dann ist Widerspruch einzulegen. Keinesfalls kann man durch seine Stimme diesen Vorschlägen zum Erfolg verhelfen.“
Barbara Rosenkranz, 3. 10. 2007
Gibt’s auch als Video:
Barbara Rosenkranz zitiert „klare Verhaltensanweisungen“ der hl. Inquisition (3. 10. 2007)
Das, und nur das kann der rechte, äh, gerechte Weg sein.
ha|ns
- Naja, eigentlich ja leider mehr damit. Und das hat mit homosexueller Liebe und Partnerschaft so viel zu tun, wie anderer Missbrauch mit heterosexueller. Leider verkennen Kirchenmänner das aufgrund ihrer vereinsinternen Erfahrungen oft. Vielleicht auch daher ihre extreme Antipathie. [↑]
- Andernfalls hört sich das schon mal so an: „Vilimsky weiter: Es sei in Österreich „gute Sitte“, dass es eine Trennung von Staat und Kirche gebe, daher seien die heutigen Wortmeldungen [der evang. Kirche] mehr als entbehrlich.“ [↑]
- vormals hl. Inquisition [↑]





Am 21. November 2007 um 02:38 Uhr
Spannend … bitte erstelle doch einen Katalog all jener „Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls“, die „ethische Anweisungen“ für die „Verhaltensweisen“ der „Politiker in Bezug auf Gesetzgebungen“ erteilen.
Am 21. November 2007 um 13:20 Uhr
;-) Aber warum sich selbst die Arbeit machen, wo Frau Rosenkranz doch so gern und ausführlich zu diesem Thema referiert? Apropos Frau, das ist sicher auch ein heißes Thema für Anweisungen – nehm ich jetzt einfach mal so an…