Man stelle sich das mal vor:
Du schießt bei einer Benefizveranstaltung eurer Jugendgruppe ein paar Fotos und stellst diese ins Internet, z.B. auf Flickr.
Und weil du ja ein netter Mensch bist, tust du das Ganze unter einer Creative-Commons-Lizenz.
Diese besagt dann im Wesentlichen: Hey Leute! Ich sitz nicht wie die Glucke auf meinem Copyright. Ihr dürft das Bild gern weiter verwenden, wenn’s euch gefällt. Ihr müsst dann halt nur angeben, von wem es stammt.
Es gibt dann noch verschiedene Abstufungen dieser Lizenzen (ob man die Bilder verändern darf, ob sie auch kommerziell genutzt werden dürfen, usw.). Sagen wir mal, du hast die Bilder pauschal für jede Nutzung freigegeben (also auch kommerziell), weil’s ja eh wurscht ist, wer soll schon…?
Man stelle sich das mal vor:
Du bist ein Mobilfunkanbieter und beschließt eine neue Kampagne zu starten.
Für die Plakate braucht es natürlich auch Bilder. Dummerweise steigen die Lizenzkosten für kommerziell genutzte Fotos so ca. mit dem Quadrat der Pixelanzahl und geplanten Auflage. „Aber hey! Es gibt doch das Internet. Da finden wir doch sicher was.“
„Das Bild wär doch was. Das könnten wir nehmen. Brauchen wir nicht mal den Fotografen fragen. Creative Commons, kommerzielle Verwertung erlaubt. Prima. Gekauft! … Oder eben gerade nicht, he he he…“
Man stelle sich das mal vor:
Du hast bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung eurer Jugendgruppe mitgemacht. Und jemand hat auch von dir dabei ein paar Fotos geschossen, und die auf Flickr eingestellt.
Und dann weist dich jemand auf eine spannende Diskussion zu Copyright und Bildrechten auf Flickr hin, die dich interessieren könnte. „Hä, spannend – denkst du wirklich? – Ja, wirklich!“
Nachspiel?
Die rechtliche Situation ist durchaus interessant. Und wird hier und hier etwas eingehender beleuchtet. Was ich jetzt auf die Schnelle so mitgenommen habe, ist:
Es gilt nicht nur das Copyright zu beachten, das hier durch die CC-Lizenz abgedeckt war. Da eine Person abgebildet ist, hätte der Veröffentlicher, also Virgin, zusätzlich noch sicherstellen müssen, dass ein sogenanntes Model-Release vorliegt (hier eine sehr gute Übersicht, wann welche Freigaben nötig sind). Das wurde verabsäumt. Den bereits eingeleiteten rechtlichen Schritten, darf mit Spannung entgegen gesehen werden.
ha|ns



