Rosenkranz, jetzt ohne Haken

Barbara Rosenkranz hat sich gestern eidesstattlich von sich selber distanziert – stand beim Vortrag daher folgerichtig etwas neben sich. Doch heute ist endlich alles wieder gut. Und die Phantomschmerzen lassen sicher auch bald nach.

Mehr im Archiv (Keywords: Bundespräsident, HBP, Wahl, FPÖ, Barbara Rosenkranz, Kreuz, Haken, Verbotsgesetz, Krone, Kronen Zeitung, Dichand, eidesstattliche Erklärung, Karikatur, Cartoon, Zeichnung)

Rückruf – Billa informiert nicht mal eigene Mitarbeiter

Rückruf bei Billa/REWE. In einige Fertigmenüs sollen Plastikteile gelangt sein. Zufällig erzählt ein Kollege in der Mittagspause davon und tatsächlich habe ich dann auch selbst eines der betroffenen Produkte im Kühlschrank.

Heute geh ich dann zum Billa um das Menü zurückzugeben.


Kassierin: „Davon weiß ich gar nichts.“
Ich: „Na wegen dem Plastik im Menü“
Sie: „Die sind alle in Plastik verpackt.“
Ich: „Nein, Plastik im Essen…“
Sie: „Ich ruf mal die Chefin“

 

Die Chefin kommt und im Gegensatz zur Kassierin weiß sie auch Bescheid. Ich frage, warum beim Eingang kein Hinweis angebracht ist, so wie ich das eigentlich von allen Ladengeschäften kenne, wenn die mal nen Rückruf haben. Darauf Sie lakonisch: „Das machen wir eigentlich nicht, wir hams eh über die Medien rausgegeben…“

Wie toll diese Informationspolitik funktioniert, hat man gesehen: ich hab’s nur durch Zufall erfahren und nicht mal die eigene Mitarbeiterin an der Kasse wusste davon!

Dass eine solche Info vor allem auch in die Filiale gehört, sollte einem eigentlich der gesunde Hausverstand sagen. Aber der war wohl grad mit Dreharbeiten beschäftigt.

Stattdessen tut Billa/REWE fast so, als wär das eine reine Angelegenheit von „Chef-Menü“, mit der sie nix zu tun haben und spart sich so den üblichen, geschäftsschädigenden Aushang beim Eingang der Filiale. Könnte ja die Kunden irritieren.

Ein Skandal, eigentlich.

„Wir Kärntner sind zusammengeschweißt!“

BZÖ/FPK-Parteitag in Klagenfurt. Realitätsverweigerung und Durchhalteparolen gemahnen streckenweise an die letzten Tage im Führerbunker. Gerhard Dörfler zu den Delegierten: „Wir Kärntner sind zusammengeschweißt!“. Was soll ich sagen – ich sehe das ähnlich…

Jörg, wir passen auf deine Kärntner auf - garantiert!

Mehr im Archiv (Keywords: BZÖ, FPK, FIK, FPÖ, Parteitag, Kärnten, Dörfler, Scheuch, eingesperrt, eingeschweißt, zusammengeschweißt, Korruption, Amtsmissbrauch, Autoschieberei, Versicherungsbetrug, Gefängnis, Karikatur, Cartoon, Zeichnung)

In Linz, da stinkt’s (wieder)

Meine Generation hat sich oft gefragt, wie konnten unsere Großeltern nur auf diesen Hitler reinfallen. Wie konntet ihr da nur mitmachen? Ich fürchte, unsere Kinder geben uns die Antwort.

„Schon mal mit White-Power-Idioten im Bus gefahren, die sich mit Hitlergruß v. Ausländerfamilie verabschieden? In Linz beginnt’s!“, schrieb ich am 19. Juni auf Twitter. Und gestern hatte ich wieder eine denkwürdige Busfahrt in Linz…

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Samstag Nachmittag. Im 15er gerade noch nen Sitzplatz ergattert. Auf der Bank hinter mir drei Teenager. Zwei junge Frauen und ein Mann, den Stimmen nach.

„Des mog i scho, wenn sich einer aufregt und net amoi gscheit Deutsch kann.“, ereifert sich eins der Mädchen. Es entspinnt sich ein Dialog, von dem aufgrund des Lärmpegels nur Fragmente zu verstehen sind…

Als „Rechts-EXTREMER“, deklariert sich darin der junge Mann hinter mir. Er betont das zweite Wort in einer Art, als könne „Rechts“ ja schnell wer sein, aber „extrem“, da schwingt ein ganz spezieller Stolz mit, in der Stimme.

Der Name Hitler fällt und einige andere Begriffe aus der selben Ecke. Von Glatze scheren reden die Mädls scherzhaft. Der Junge beruhigt, das sei nicht mehr so und erwähnt die „Oide“ von einem Freund, der man auch nicht ansähe, „dass sie ein Nazi ist“.

Die Mädchen erzählen von ihrer Schule, dass sich die Direktorin immer furchtbar aufrege und die Polizei rufe, wenn jedes Jahr wieder in den frischen Schnee „so ein Ding…“ Er: „Hakenkreuz“ – ja, so ein Hakenkreuz, gut sichtbar gegenüber der Schule in den Schnee gemalt werde. Er: „Nur in den Schnee? Ich hab mal fast [sic!] a Anzeige gekriegt, weil ich eins auf ne Mauer … sooo groß“. Da ist er wieder, der Stolz in der Stimme.

Einen Freund erwähnt er noch, mit dem er demnächst nach Auschwitz fährt – im Rahmen der Schule, hoffe ich, doch sicher bin ich nicht.

Beim Aussteigen will ich dann doch kurz sehen, wie dieser Vollblut-Rechtsextreme mit der leicht heiseren Stimme aussieht. Ich drehe mich um und … blicke in das Gesicht eines Kindes, bürgerlich, adrett gekleidet, mitten im Stimmbruch, vielleicht 12, wenn’s hoch kommt 13 Jahre alt.

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen

Dieses MP3 wurde mir eben von einem Freund zugespielt. Es handelt sich dabei um die Ein-Mann-Show eines Bekannten mit Viola, Cello und Singstimme auf ca. 15 Tonspuren.

Find’s echt gelungen – vor allem, wenn man weiß, dass das wirklich alles einer allein performt:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

(Play-Button drücken oder MP3 direkt runterladen)

Lyrics

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,
Tod und Verzweiflung flammet um mich her!
Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen,
So bist du meine Tochter nimmermehr.
Verstossen sei auf ewig,
Verlassen sei auf ewig,
Zertrümmert sei‘n auf ewig
Alle Bande der Natur
Wenn nicht durch dich Sarastro wird erblassen!
Hört, Rachegötter, hört der Mutter Schwur!

– Königin der Nacht, Zauberflöte, W. A. Mozart

 

Comics für Christen

Einen „netten“ Einblick in die Weltsicht christlicher Bibelfanatiker geben die Chick-Traktate.

Die professionell gezeichneten Comics umfassen meist so an die 20 Doppelbilder und folgen fast immer dem selben Aufbau: Eine verirrte Seele1) auf dem direkten Weg in die ewigen Qualen der Hölle begegnet einem aufrechten Christen. Dieser bekehrt sie im Rahmen eines kleinen biblischen Exkurses. Am Schluss betet der arme Sünder und alles ist gut.

Selbst schwerster Kindesmissbrauch…

Bildzitat von: http://www.chick.com/de/reading/tracts/1580/1580f_01.asp?dist=DE0100
Bildzitat von: http://www.chick.com/de/reading/tracts/1580/1580f_01.asp?dist=DE0100

…braucht nach einem kurzen Gebet…

Bildzitat von: http://www.chick.com/de/reading/tracts/1580/1580f_01.asp?dist=DE0100

…weder Gesetz noch Therapie.

Bildzitat von: http://www.chick.com/de/reading/tracts/1580/1580f_01.asp?dist=DE0100

 

Auch sonst gibt’s Rat für jede Lebenslage…

Zucht und Aufzucht der lieben Kleinen:

Bildzitat von: http://www.chick.com/de/reading/tracts/0614/0614f_01.asp?dist=DE0100

Homosexualität:

Bildzitat von: http://www.chick.com/reading/tracts/1052/1052_01.asp
Bildzitat von: http://www.chick.com/reading/tracts/1052/1052_01.asp

Abtreibung:

Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/1552/1552_01.asp
Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/1552/1552_01.asp

 

Und natürlich gibt es auch Nachhilfe in Geschichte und Religion…

Holocaust:

Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/0839/0839_01.asp
Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/0839/0839_01.asp

Evolution:

Bildzitat http://www.chick.com/de/reading/tracts/1835/1835f_01.asp?dist=DE0100

 

Es gibt aber auch nette Geschichten…

Rudis Ameisen:

Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/1597/1597_01.asp
Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/1597/1597_01.asp
Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/1597/1597_01.asp

 

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  1. also abtreibende Frauen, Schwule, Moslems, Freimaurer, Katholiken, Juden, … [↑]

[Rätsel] Wettfahrt in den Tod

Tyndra hat Recht, es ist längst mal wieder ein neues Lateral fällig. Lateral? Dabei handelt es sich um eine Geschichte, in der etwas Außergewöhnliches passiert ist. Mittels Ja/Nein-Fragen müssen die Mitspieler herausfinden, was. Eine ausführliche Erklärung mit Beispielen findest du bei meinem ersten Lateral.

Nun denn, nach „Die rettende Kamera“ und „Scharzer Montag für Kowalski“ jetzt eine wahre Geschichte aus den 90ern des letzten Jahrhunderts:

Wettfahrt in den Tod

Es hatte begonnen als Wettfahrt zwischen Freunden. Doch kurz vor dem Ziel sterben die vier Führenden. Unter Umständen wie es sie in Deutschland bislang nur einmal gegeben hat. Was ist geschehen?

(Update 15.8.2009: Die Lösung findet ihr in Kommentar #42)

 

Regeln: max. drei Fragen pro Kommentar. Ich antworte (mind.) mit „ja“, „nein“ oder „irrelevant“.

Tipp: Häkchen für Kommentarbenachrichtigung aktivieren oder Kommentarfeed zu diesem Artikel abonnieren. Dann musst du nicht immer auf Verdacht nachschaun, ob’s neue Antworten oder Fragen gibt.

Los geht’s! :-)

<strong>Update 15.8.2009:</strong> Die Lösung findet ihr in <a title=“Bas|se|na: Auflösung zu [Rätsel] Wettfahrt in den Tod“ href=“http://blog.bassena.org/2009/08/12/raetsel-wettfahrt-in-den-tod/#comment-791″>Kommentar #42</a>

Telekom Austria – Auf dem AGB-Friedhof des Grauens

Liebe Tele kom aus Tria, ich gestehe: Ich habe die AGB nicht gelesen, obwohl ich das Hakerl angekreuzt hatte. Aber ich mache mildernde Umstände geltend...

Letztens hab ich online eine kleine Vertragsoption unseres Festnetzanschlusses geändert. Und wie’s so der Brauch ist, geht das natürlich nur, wenn man auch die AGB als gelesen ankreuzt:

telekom_agb_bestaetigung

„Ich bestätige, die AGB Komm samt LB und EB Online-Rechnung Neu, die für dieses Produkt gelten, gelesen zu haben und damit einverstanden zu sein.“

 

Wer nun glaubt, hinter dieser Satzkonstruktion Schlimmes ahnen zu müssen, hat nicht den blassesten Schimmer, was einen hinter diesem AGB-Link der Telekom tatsächlich erwartet:

Willkommen auf der Telekom AGB-Müllhalde

Na, wer findet hier die „AGB Komm samt LB und EB Online-Rechnung Neu“? Satte 397(!) PDF-Dateien hat mein Downloadmanager auf der AGB-Seite gezählt. Irgendwer muss da mächtig viel Spaß gehabt haben. Ob’s Konsumentenschützer auch so witzig fänden, darf allerdings bezweifelt werden…

 

Liebe Telekom, ich hab’s wirklich versucht. Auch war mein Ehrgeiz durchaus geweckt, denn ich mag Rätsel. Und es musste ja eine ganz einfache Lösung geben, denn das konnte ja so nicht euer Ernst sein. Aber ich habe versagt. Schon nach wenigen Minuten habe ich aufgegeben, das Häkchen gesetzt: „gelesen und zugestimmt“.

Doch seither plagen mich Zweifel. Vielleicht ist’s ja wie damals? 2005, als eine Softwarefirma in ihren Lizenzbedingungen einen Passus versteckte, wonach der Erste, der den Text tatsächlich läse, 1.000 Dollar bekäme. (Schlappe vier Monate hat es damals gedauert, bis sich jemand das Geld abholte.)

397 AGBs, „LBs“ und „EBs“ – vielleicht ist das nur der nächste Level? Es käme auf einen Versuch an. Und schlimmstenfalls am Ende die Erkenntnis: Ihr habt nur Nieten…

Twitter hat mein Blog gekillt

Erschreckend, aber wahr: das Meiste, was mir blogwürdig scheint, lässt sich auch in 140 Zeichen auf den Punkt bringen. Oft sogar besser als in ausufernden, langatmigen … seht ihr, es fängt schon wieder an *g* … Blogeinträgen.

Twitter zwingt einen, Sachverhalte kurz und prägnant rüberzubringen. Grad für mich eine Herausforderung, die ich sehr gerne angenommen habe :-)

Natürlich wird es immer noch die Geschichten geben, für die ich mein Blog ursprünglich eingerichtet habe. Dinge, die mich beschäftigen, berühren, irritieren, die nicht schon tausendfach in anderen Blogs durchgekaut und neu verdaut wurden und die sich beim besten Willen nicht in eine SMS quetschen lassen. Für die wird auch weiterhin hier Platz sein.

Alles Andere hier: http://twitter.com/bassena
(auch als Feed zum Abonnieren oder gleich hier rechts in der Sidebar)

Aggressives Betteln ist in Wien verboten, dachte ich

Da hab ich mich schon gewundert, als ich gestern vom Turek Modeshop so runter auf das Treiben in der Mariahilfer Straße blickte. Naja, „Treibjagd“ hätt’s wohl besser getroffen, was die Spendenkeiler einer bekannten Non-Profit-Organisation da auf ihrer Provisionsjagd aufgeführt haben:

Flash-Player herunterladen
[Youtube-Video]

Youtube-Video: Spendenkeiler auf Provisionsjagd in der Wiener Mariahilfer Straße

Dafür hab ich übrigens gar nicht lange filmen müssen. Das alles hat sich gestern zwischen 16:35 und 16:38 Uhr abgespielt – innerhalb von knapp vier Minuten also.

Ich versteh’s echt nicht: wie passen solche Methoden ausgerechnet zu jenen, die sonst immer so schnell sind, mit dem moralischen Zeigefinger…?