„Wir Kärntner sind zusammengeschweißt!“

BZÖ/FPK-Parteitag in Klagenfurt. Realitätsverweigerung und Durchhalteparolen gemahnen streckenweise an die letzten Tage im Führerbunker. Gerhard Dörfler zu den Delegierten: „Wir Kärntner sind zusammengeschweißt!“. Was soll ich sagen – ich sehe das ähnlich…

Jörg, wir passen auf deine Kärntner auf - garantiert!

Mehr im Archiv (Keywords: BZÖ, FPK, FIK, FPÖ, Parteitag, Kärnten, Dörfler, Scheuch, eingesperrt, eingeschweißt, zusammengeschweißt, Korruption, Amtsmissbrauch, Autoschieberei, Versicherungsbetrug, Gefängnis, Karikatur, Cartoon, Zeichnung)

In Linz, da stinkt’s (wieder)

Meine Generation hat sich oft gefragt, wie konnten unsere Großeltern nur auf diesen Hitler reinfallen. Wie konntet ihr da nur mitmachen? Ich fürchte, unsere Kinder geben uns die Antwort.

„Schon mal mit White-Power-Idioten im Bus gefahren, die sich mit Hitlergruß v. Ausländerfamilie verabschieden? In Linz beginnt’s!“, schrieb ich am 19. Juni auf Twitter. Und gestern hatte ich wieder eine denkwürdige Busfahrt in Linz…

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Samstag Nachmittag. Im 15er gerade noch nen Sitzplatz ergattert. Auf der Bank hinter mir drei Teenager. Zwei junge Frauen und ein Mann, den Stimmen nach.

„Des mog i scho, wenn sich einer aufregt und net amoi gscheit Deutsch kann.“, ereifert sich eins der Mädchen. Es entspinnt sich ein Dialog, von dem aufgrund des Lärmpegels nur Fragmente zu verstehen sind…

Als „Rechts-EXTREMER“, deklariert sich darin der junge Mann hinter mir. Er betont das zweite Wort in einer Art, als könne „Rechts“ ja schnell wer sein, aber „extrem“, da schwingt ein ganz spezieller Stolz mit, in der Stimme.

Der Name Hitler fällt und einige andere Begriffe aus der selben Ecke. Von Glatze scheren reden die Mädls scherzhaft. Der Junge beruhigt, das sei nicht mehr so und erwähnt die „Oide“ von einem Freund, der man auch nicht ansähe, „dass sie ein Nazi ist“.

Die Mädchen erzählen von ihrer Schule, dass sich die Direktorin immer furchtbar aufrege und die Polizei rufe, wenn jedes Jahr wieder in den frischen Schnee „so ein Ding…“ Er: „Hakenkreuz“ – ja, so ein Hakenkreuz, gut sichtbar gegenüber der Schule in den Schnee gemalt werde. Er: „Nur in den Schnee? Ich hab mal fast [sic!] a Anzeige gekriegt, weil ich eins auf ne Mauer … sooo groß“. Da ist er wieder, der Stolz in der Stimme.

Einen Freund erwähnt er noch, mit dem er demnächst nach Auschwitz fährt – im Rahmen der Schule, hoffe ich, doch sicher bin ich nicht.

Beim Aussteigen will ich dann doch kurz sehen, wie dieser Vollblut-Rechtsextreme mit der leicht heiseren Stimme aussieht. Ich drehe mich um und … blicke in das Gesicht eines Kindes, bürgerlich, adrett gekleidet, mitten im Stimmbruch, vielleicht 12, wenn’s hoch kommt 13 Jahre alt.

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen

Dieses MP3 wurde mir eben von einem Freund zugespielt. Es handelt sich dabei um die Ein-Mann-Show eines Bekannten mit Viola, Cello und Singstimme auf ca. 15 Tonspuren.

Find’s echt gelungen – vor allem, wenn man weiß, dass das wirklich alles einer allein performt:


(Play-Button drücken oder MP3 direkt runterladen)

Lyrics

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,
Tod und Verzweiflung flammet um mich her!
Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen,
So bist du meine Tochter nimmermehr.
Verstossen sei auf ewig,
Verlassen sei auf ewig,
Zertrümmert sei‘n auf ewig
Alle Bande der Natur
Wenn nicht durch dich Sarastro wird erblassen!
Hört, Rachegötter, hört der Mutter Schwur!

– Königin der Nacht, Zauberflöte, W. A. Mozart

 

Comics für Christen

Einen „netten“ Einblick in die Weltsicht christlicher Bibelfanatiker geben die Chick-Traktate.

Die professionell gezeichneten Comics umfassen meist so an die 20 Doppelbilder und folgen fast immer dem selben Aufbau: Eine verirrte Seele1) auf dem direkten Weg in die ewigen Qualen der Hölle begegnet einem aufrechten Christen. Dieser bekehrt sie im Rahmen eines kleinen biblischen Exkurses. Am Schluss betet der arme Sünder und alles ist gut.

Selbst schwerster Kindesmissbrauch…

Bildzitat von: http://www.chick.com/de/reading/tracts/1580/1580f_01.asp?dist=DE0100
Bildzitat von: http://www.chick.com/de/reading/tracts/1580/1580f_01.asp?dist=DE0100

…braucht nach einem kurzen Gebet…

Bildzitat von: http://www.chick.com/de/reading/tracts/1580/1580f_01.asp?dist=DE0100

…weder Gesetz noch Therapie.

Bildzitat von: http://www.chick.com/de/reading/tracts/1580/1580f_01.asp?dist=DE0100

 

Auch sonst gibt’s Rat für jede Lebenslage…

Zucht und Aufzucht der lieben Kleinen:

Bildzitat von: http://www.chick.com/de/reading/tracts/0614/0614f_01.asp?dist=DE0100

Homosexualität:

Bildzitat von: http://www.chick.com/reading/tracts/1052/1052_01.asp
Bildzitat von: http://www.chick.com/reading/tracts/1052/1052_01.asp

Abtreibung:

Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/1552/1552_01.asp
Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/1552/1552_01.asp

 

Und natürlich gibt es auch Nachhilfe in Geschichte und Religion…

Holocaust:

Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/0839/0839_01.asp
Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/0839/0839_01.asp

Evolution:

Bildzitat http://www.chick.com/de/reading/tracts/1835/1835f_01.asp?dist=DE0100

 

Es gibt aber auch nette Geschichten…

Rudis Ameisen:

Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/1597/1597_01.asp
Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/1597/1597_01.asp
Bildzitat von http://www.chick.com/reading/tracts/1597/1597_01.asp

 

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  1. also abtreibende Frauen, Schwule, Moslems, Freimaurer, Katholiken, Juden, … [↑]

[Rätsel] Wettfahrt in den Tod

Tyndra hat Recht, es ist längst mal wieder ein neues Lateral fällig. Lateral? Dabei handelt es sich um eine Geschichte, in der etwas Außergewöhnliches passiert ist. Mittels Ja/Nein-Fragen müssen die Mitspieler herausfinden, was. Eine ausführliche Erklärung mit Beispielen findest du bei meinem ersten Lateral.

Nun denn, nach „Die rettende Kamera“ und „Scharzer Montag für Kowalski“ jetzt eine wahre Geschichte aus den 90ern des letzten Jahrhunderts:

Wettfahrt in den Tod

Es hatte begonnen als Wettfahrt zwischen Freunden. Doch kurz vor dem Ziel sterben die vier Führenden. Unter Umständen wie es sie in Deutschland bislang nur einmal gegeben hat. Was ist geschehen?

(Update 15.8.2009: Die Lösung findet ihr in Kommentar #42)

 

Regeln: max. drei Fragen pro Kommentar. Ich antworte (mind.) mit „ja“, „nein“ oder „irrelevant“.

Tipp: Häkchen für Kommentarbenachrichtigung aktivieren oder Kommentarfeed zu diesem Artikel abonnieren. Dann musst du nicht immer auf Verdacht nachschaun, ob’s neue Antworten oder Fragen gibt.

Los geht’s! :-)

<strong>Update 15.8.2009:</strong> Die Lösung findet ihr in <a title=“Bas|se|na: Auflösung zu [Rätsel] Wettfahrt in den Tod“ href=“http://blog.bassena.org/2009/08/12/raetsel-wettfahrt-in-den-tod/#comment-791″>Kommentar #42</a>

Telekom Austria – Auf dem AGB-Friedhof des Grauens

Liebe Tele kom aus Tria, ich gestehe: Ich habe die AGB nicht gelesen, obwohl ich das Hakerl angekreuzt hatte. Aber ich mache mildernde Umstände geltend...

Letztens hab ich online eine kleine Vertragsoption unseres Festnetzanschlusses geändert. Und wie’s so der Brauch ist, geht das natürlich nur, wenn man auch die AGB als gelesen ankreuzt:

telekom_agb_bestaetigung

„Ich bestätige, die AGB Komm samt LB und EB Online-Rechnung Neu, die für dieses Produkt gelten, gelesen zu haben und damit einverstanden zu sein.“

 

Wer nun glaubt, hinter dieser Satzkonstruktion Schlimmes ahnen zu müssen, hat nicht den blassesten Schimmer, was einen hinter diesem AGB-Link der Telekom tatsächlich erwartet:

Willkommen auf der Telekom AGB-Müllhalde

Na, wer findet hier die „AGB Komm samt LB und EB Online-Rechnung Neu“? Satte 397(!) PDF-Dateien hat mein Downloadmanager auf der AGB-Seite gezählt. Irgendwer muss da mächtig viel Spaß gehabt haben. Ob’s Konsumentenschützer auch so witzig fänden, darf allerdings bezweifelt werden…

 

Liebe Telekom, ich hab’s wirklich versucht. Auch war mein Ehrgeiz durchaus geweckt, denn ich mag Rätsel. Und es musste ja eine ganz einfache Lösung geben, denn das konnte ja so nicht euer Ernst sein. Aber ich habe versagt. Schon nach wenigen Minuten habe ich aufgegeben, das Häkchen gesetzt: „gelesen und zugestimmt“.

Doch seither plagen mich Zweifel. Vielleicht ist’s ja wie damals? 2005, als eine Softwarefirma in ihren Lizenzbedingungen einen Passus versteckte, wonach der Erste, der den Text tatsächlich läse, 1.000 Dollar bekäme. (Schlappe vier Monate hat es damals gedauert, bis sich jemand das Geld abholte.)

397 AGBs, „LBs“ und „EBs“ – vielleicht ist das nur der nächste Level? Es käme auf einen Versuch an. Und schlimmstenfalls am Ende die Erkenntnis: Ihr habt nur Nieten…

Twitter hat mein Blog gekillt

Erschreckend, aber wahr: das Meiste, was mir blogwürdig scheint, lässt sich auch in 140 Zeichen auf den Punkt bringen. Oft sogar besser als in ausufernden, langatmigen … seht ihr, es fängt schon wieder an *g* … Blogeinträgen.

Twitter zwingt einen, Sachverhalte kurz und prägnant rüberzubringen. Grad für mich eine Herausforderung, die ich sehr gerne angenommen habe :-)

Natürlich wird es immer noch die Geschichten geben, für die ich mein Blog ursprünglich eingerichtet habe. Dinge, die mich beschäftigen, berühren, irritieren, die nicht schon tausendfach in anderen Blogs durchgekaut und neu verdaut wurden und die sich beim besten Willen nicht in eine SMS quetschen lassen. Für die wird auch weiterhin hier Platz sein.

Alles Andere hier: http://twitter.com/bassena
(auch als Feed zum Abonnieren oder gleich hier rechts in der Sidebar)

Aggressives Betteln ist in Wien verboten, dachte ich

Da hab ich mich schon gewundert, als ich gestern vom Turek Modeshop so runter auf das Treiben in der Mariahilfer Straße blickte. Naja, „Treibjagd“ hätt’s wohl besser getroffen, was die Spendenkeiler einer bekannten Non-Profit-Organisation da auf ihrer Provisionsjagd aufgeführt haben:

Flash-Player herunterladen
[Youtube-Video]

Youtube-Video: Spendenkeiler auf Provisionsjagd in der Wiener Mariahilfer Straße

Dafür hab ich übrigens gar nicht lange filmen müssen. Das alles hat sich gestern zwischen 16:35 und 16:38 Uhr abgespielt – innerhalb von knapp vier Minuten also.

Ich versteh’s echt nicht: wie passen solche Methoden ausgerechnet zu jenen, die sonst immer so schnell sind, mit dem moralischen Zeigefinger…?

Historische Zeitungen zur Bankenkrise

Manchmal lohnt es sich, in alten Zeitungen zu stöbern. Dankenswerterweise scannt die Österreichische Nationalbibliothek bereits seit 2003 historische Zeitschriften ein und stellt sie in einem stetig wachsenden Archiv auf „ANNO“ (Austrian Newspapers Online) öffentlich zum Abruf bereit.

Leider sind die Texte noch nicht durchsuchbar, daher hier mal so zwei Beispiele – aus gegebenem Anlass sozusagen:

Schutz für die Zentralbank Deutscher Sparkassen

Die Regierungsaktion im Gange.

Neue Freie Presse, 1. Juli 1926 (Quelle: ANNO/ÖNB)

Es ist kein sehr angenehmes Geschäft, immerdar als Beschwichtigungshofrat anzurücken. Die Rolle des Alarmisten ist weitaus dankbarer, denn in Österreich ist es ja schon zu einer Art Gesellschaftsspiel geworden, den Pessimismus in allen Variationen: Schwarz, Schwärzer und am Schwärzesten zur Schau zu tragen. […] [Aber] diesmal muß doch die Beschwichtigung ganz ernst gefordert werden und die Regierung hat erkannt, die Quelle der Gerüchte müsse verstopft werden und gleich von Anfang an dürfe kein Zweifel obwalten über den Schutz der Einleger, über die Verteidigung des Vertrauens und über die Gewißheit der ökonomischen Kampfkraft. Was ist das Wesen der Zentralbank Deutscher Sparkassen? Sie ist eine Art Dachgesellschaft für die meisten großen Sparkassen von Österreich. Sie steht insbesonders mit Graz, Salzburg und Niederösterreich in der innigsten Verbindung, und wenn erst einmal diese kleinen Leute in Bewegung kommen, wenn man bis aufs Land hinaus die Furcht erwecken würde wegen der Sicherheit der hinterlegten Gelder, dann Gnade uns Gott, dann müßte eine neue Periode wirtschaftlicher Krise beginnen durch die Lähmung der kleinen und kleinsten Zellen, durch die Schädigung jener Kapillargefäße, die für den Gesamtorganismus genau dieselbe Wichtigkeit besitzen wie die großen Arterien.

Eine solche Krise wird nicht erfolgen. Die Bundesregierung übernimmt nach dem amtlichen Communiqué die Vorsorge für die Sicherung der Einlagen, das bedeutet eine förmliche Haftung, und sie hat zu gleicher Zeit den naturgemäßen Schutz aus dieser Verpflichtung gezogen, indem sie den Oberkurator der Niederösterreichischen Hypothekenanstalt, Herrn Streeruwitz, damit beauftragt, die Aktion zum Schutze der Einleger durchzuführen. Es ist also beinahe eine Verstaatlichung, die hier ganz plötzlich ins Leben tritt, es ist jedenfalls das Äußerste, was ein Ministerium für ein Privatinstitut zu leisten vermag, und so wird heute das ganze Publikum erfahren, ein Sturm auf die Schalter wäre ganz unberechtigt und genügende Mittel sind vorhanden, um ihm die Spitze zu bieten. […]

— Neue Freie Presse1) am 1. Juli 1926 (Quelle)

 

Wirkungen der Krise

Die Kreditanstalt muß vom Staat gestützt werden.

Das Kleine Blatt, 12. Mai 1931 (Quelle: ANNO/ÖNB)

Die wachsende Wirtschaftskrise hat nun auch die größte österreichische Bank, die Kreditanstalt, in solch schwierige Lage gebracht, daß sich die Regierung gezwungen sah, sie mit der gewaltigen Summe von einhundert Millionen Schilling zu stützen. Der Staat übernimmt um 100 Millionen Schilling Aktien dieser Bank und sichert dadurch diese Bank von den weiteren Gefahren.

Diese Gefahren hätten nicht allein dem Hause Rothschild gedroht, welches Haupteigentümer der Kreditanstalt ist. Denn die Kreditanstalt finanziert nicht weniger als siebzig Prozent der ganzen österreichischen Industrie, und der gute Teil der Industrie, die da noch ist, beruht vielfach darauf, daß die Betriebe der Kreditanstalt fortgeführt werden. Eine Erschütterung der Kreditanstalt hätte auf das ganze österreichische Wirtschaftsleben wie ein Orkan gewirkt. Es war also ganz gewiß ein unabweisliches Gebot der Not, alles zu unternehmen, um diese Gefahren zu bannen.

Was sich da aber zugetragen hat, ist von allergrößter Bedeutung. Rothschild, das war der ungekrönte König Österreichs. Die Kreditanstalt, an deren Spitze er steht, beherrscht, wie schon bemerkt, nicht allein siebzig Prozent der österreichischen Industrie, sondern durch seine großen Banken in Prag, Budapest und Warschau große Teile der Industrien des alten österreichisch-ungarischen Wirtschaftsgebietes. Seit anderthalb Jahrhunderten war es so, daß jedwelche Regierung in Österreich, die Geld bedurfte, sich an Rothschild wenden musste; es ist das erstemal in der Geschichte des Hauses Rothschild, daß sich dieser Finanzkönig an die Regierung um Hilfe wenden muß, daß Staatsgelder, Steuergelder aufgeboten werden müssen, um eine Rothschildbank zu stützen, damit die ganze Wirtschaft nicht erschüttert werde.

Rothschild, die Kreditanstalt, ist freilich nur ein Glied in dieser Kette. Was sind da Staatsgelder zur Sanierung österreichischer Banken verpulvert worden! Von der Zentralbank der deutschen Sparkassen mit ihrem Schwarm von Winkelbanken über die Unionbank und Bodenkreditanstalt bis zur Kreditanstalt führt eine Linie. Nichts vermag anschaulicher das völlige Versagen des Kapitalismus zu erweisen, der in den Banken seine höchste Entwicklungsform gefunden hat, als diese endlose Kette der Bankenzusammenbrüche, die von hunderttausenden Arbeitern und Angestellten mit Arbeitslosigkeit und Hunger, die von der ganzen Bevölkerung mit vermehrten Steuern bezahlt werden mußten. Die Banken beherrschen das ganze Wirtschaftsleben, aber sie verstehen es nicht mehr zu führen. Und am Ende muß der Staat mit seinen öffentlichen Mitteln einspringen, muß die Banken stützen, muß für die Fehler und die Spekulationen ihrer Generaldirektoren aufkommen, um das größere Übel einer Wirtschaftszerrüttung zu verhüten. Der Kapitalismus ist am Ende seiner Weisheit. Er ist außerstande, die Menschen mit Arbeit und Nahrung zu versorgen, er ist außerstande, die Produktion überhaupt auch nur fortzuführen. Er wankt von Krise zu Krise, schleudert die Menschen in immer tiefere Not und muss am Ende selbst bei der staatlichen Gemeinschaft Hilfe in seiner Not heischen, die er beherrscht und ausbeutet. Was bleibt dann von seiner vielgepriesenen Wirksamkeit übrig? Die Zeit des Sterbens der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist gekommen. Der Krampf, unter dem sich der Kapitalismus windet, ist der Todeskrampf einer Wirtschaftsordnung, die ihre Tage erfüllt hat.

— Das kleine Blatt2) am 12. Mai 1931 (Quelle)

 

Und da heißt es immer, nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern…

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  1. Neue Freie Presse – heute: „Die Presse“ [↑]
  2. Das Kleine Blatt – Sozialistisches Kleinformat, ähnliche Ausrichtung wie Arbeiterzeitung „AZ“, aber volksnäher im Schreibstil [↑]

Beten mit Radio Horeb

Passt grad so schön, weil heut Sonntag war: Ein Gebetsdialog zwischen Radiosprecher und Anruferin auf dem katholischen Radiosender „Horeb“…


(Play-Button drücken oder MP3 direkt runterladen)

Für Interessierte: Es handelt sich wohl um den sogenannten „gnadenreichen Wundenrosenkranz“.  Leider habe ich den Aufnahmeknopf erst ca. zur Halbzeit gedrückt. Aber laut Programm dürften sie Ähnliches ohnehin mehrmals pro Tag senden.

Der meditative Charakter des stillen Rosenkranzgebets wollte sich mir hier ja nicht so recht erschließen, aber da fehlt mir wohl einfach nur der richtige Zugang…

PS: Ich hab grad eine tolle Idee für eine 0190er-Mehrwertnummer – ihr wisst schon, diese Abzockgeschichten, wo’s nur drum geht, die Anrufer möglichst lange in der Leitung zu halten. Könnte man mit etwas Geschick vielleicht sogar automatisieren ;-)